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Maskenpflicht

13.09.2020

Die vielen Masken der Kriminalpolizei in Nordschwaben

… und mal solche zum Einsatz. Im Bild: Kriminaloberkommissar Alexander Wex.
Bild: Lechner

Plus Für die Beamten der Kriminalpolizei Dillingen gehören unterschiedliche Masken auch ohne die Pandemie zum Alltag. Sie dienen längst nicht nur zum Schutz.

Brand- und Mordermittlungen, Spurensicherung und inzwischen auch Corona: Polizeibeamte tragen im Alltag immer wieder Masken, auch wenn gerade keine Pandemie herrscht. Bei der Kriminalpolizei in Dillingen finden sie in den unterschiedlichsten Bereichen Verwendung.

Wie jetzt im Falle von Corona trugen Masken auch schon vor der Pandemie zum Schutz der Beamten bei, etwa bei Brandermittlungen. Gerade bei den Nachforschungen zur genauen Brandursache schützen sich die Fahnder regelmäßig durch Gesichtsmasken beziehungsweise bei Großbränden durch Filtermasken. Bei der Ursachenermittlung untersuchen die Polizisten oft über sehr lange Zeit den Brandort, tragen Brandschutt ab und sind somit unmittelbar an der Brandstelle tätig, erklärt Kripoleiter Michael Lechner. Zuletzt war das etwa bei den Ermittlungen zur Brandursache in der Höchstädter Edeka-Filiale nötig. Die Masken trugen dabei zum Schutz der Beamten bei: Durch die verbrannten, teils unbekannten Substanzen können gefährliche Gase oder Stoffe austreten, die gesundheitliche Spätfolgen wie Krebs auslösen können.

Sie soll vor allem den Geruch minimieren

Doch die Kriminalpolizisten verwenden die Masken nicht nur zum Schutz vor gefährlichen Stoffen: Bei Todesermittlungen dienen sie laut Lechner etwa auch dazu, die Arbeit einigermaßen erträglich zu machen. Dann soll die Maske in erster Linie zur Geruchsminimierung beitragen.

Neben den Todes- und Brandermittlern verwendet die Spurensicherung der Polizei verschiedene Masken und Schutzausstattungen. Gerade im kriminaltechnischen Labor in Dillingen, wo sämtliche sichergestellten und transportablen Beweismittel der Landkreise Donau-Ries und Dillingen untersucht werden, ist der Schutz wichtig. Zur Sicherung und Sichtbarmachung der Finger- oder DNA-Spuren auf Beweismitteln wie Falschgeld, Einbruchswerkzeug oder Drogenutensilien werden Stoffe verwendet, für die in bestimmten Fällen entsprechende Schutzvorkehrungen wie Masken vorgeschrieben sind.

DNA und falsche Spuren

Die Masken dienen aber nicht nur dem Schutz: Sie sollen auch Spurenübertragungen vermeiden. Bei der Sicherung und Auswertung müssen die Polizisten darauf achten, dass kein DNA-Material der Beamten übertragen wird und somit „falsche Spuren“ gelegt werden. Daher verwenden im entsprechenden Fall alle Beamten der KPI immer wieder Masken, egal ob Einbruchsermittler oder IT-Kriminalist. Oftmals ist hierzu nicht nur eine Maske, sondern sogar ein kompletter Spurensicherungsanzug erforderlich. Bei Temperaturen wie im August, als das Thermometer auch mal über 30 Grad kletterte, sei das entsprechend anstrengend, so Lechner.

Bei Einbrüchen rücken sie oft an: Die Beamten der Spurensicherung der Kripo Dillingen untersuchen den Tatort dann nach Hinweisen, die zum Täter führen. Im Bild: Kriminalhauptkommissar Christian Lang.
Bild: Lechner

Seit Corona benutzt die Kripo Dillingen Masken aber auch zum Schutz der Kollegen, Täter und Opfer vor dem Virus, die zu Vernehmungen, Aussagen oder Durchführung von erkennungsdienstlichen Behandlungen zur Polizei kommen. „Das richtige Aufsetzen und Tragen der Masken war uns ja bereits aus den vorher beschriebenen Gründen bestens bekannt“, so Lechner. Auch bei der Kripo habe sich der Alltag durch Corona stark verändert: Nicht nur die Masken gehören im Gebäude dazu, auch ein eigenes Hygienekonzept wurde entwickelt. „Vor allem, um selber gesund zu bleiben, haben wir hier Gruppen gebildet, um im Fall des Falles nicht komplett auszufallen“, erklärt er. Daneben sei das Ziel, dass die KPI Dillingen arbeitsfähig bleibt, um den hohen Sicherheitsstandard im Zuständigkeitsbereich auch trotz Corona halten zu können.

Ermittlung von Kontaktpersonen

Aber auch die Aufgaben haben sich durch Corona erweitert: „Wir haben derzeit bis zu drei Beamte, die bei entsprechenden Fällen auch die Gesundheitsämter der Landkreise Donau-Ries und Dillingen bei der Ermittlung von Kontaktpersonen, aber auch in manchen Fällen bei der konkreten Einhaltung der Quarantäne unterstützen“, so Lechner. Hier hätten sich schnell Kollegen gefunden, die auch bereits einige Male beratend und unterstützend tätig geworden sind.

Mit gemischten Gefühlen in den Einsatz

In einigen wenigen Fällen, gerade in der Anfangszeit, mussten die Beamten zu positiv getesteten Probanden fahren und die Einhaltung der Quarantäne „verdeutlichen“. „Gerade anfangs fuhren die Kollegen mit sehr gemischten Gefühlen zum Einsatz, insbesondere im Wissen, direkten Kontakt zu Infizierten haben zu können. Wir sind froh, dass dies alles bislang sehr gut abgearbeitet werden konnte“, erklärt der Kriminaloberrat. Hinzu komme, dass zwischenzeitlich auch Anzeigen von Betrugsfällen bei der Polizei aufschlugen. So gebe es auch im Landkreis vereinzelte Fälle, die im Verdacht stehen, unberechtigt Corona-Soforthilfen beantragt zu haben.


Bei Untersuchungen an Brandstellen kommen mal solche Masken …
Bild: Lechner

Aber auch die Sachbearbeitung der Fälle unabhängig von Corona hat sich etwas geändert: Beispielsweise bei Todesermittlungen legen die Ermittler noch mehr Vorsicht zum Eigenschutz an den Tag. So werden Leichenbesichtigungen bei konkretem Coronaverdacht auch mit kompletten Schutzanzügen und FFP2-Masken durchgeführt. Und in den Vernehmungsräumen gibt es jetzt Trennscheiben. (mit pm)

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