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Lauingen

16.12.2020

Donauufer und vieles mehr: Der Lauinger Stadtrat fasst Beschlüsse in Rekordzeit

Für die Lauinger Bürger ändert sich so manches: Im Stadtrat wurde nicht nur über das Donauufer, sondern auch Straßennamen und eine Reinigungssatzung abgestimmt.
Bild: Jakob Stadler (Archiv)

Plus Sechs Tagesordnungspunkte, nicht einmal 15 Minuten. Im Eiltempo ziehen die Lauinger Stadträte die letzte Sitzung des Jahres durch. Was beschlossen wurde.

Das gab es schon lange nicht mehr, vielleicht sogar noch nie. Nach gerade einmal 15 Minuten beendet die Lauinger Bürgermeisterin Katja Müller ( CSU) den öffentlichen Teil der Stadtratssitzung. Sechs Punkte standen auf der Tagesordnung, alle wurden einstimmig beschlossen. Zu diskutieren gab es nichts. Schon zu Beginn der Sitzung erklärte Müller, dass es an diesem Dienstag – wenige Stunden vor Beginn des Shutdowns – etwas schneller gehen soll. Fragen und Diskussionspunkte wurden der Bürgermeisterin zufolge vorab in einer Besprechung der Fraktionsvorsitzenden geklärt. Hier also das Wichtigste in Kürze:

Der Bedarfsplan für die Kindertagesbetreuung für das Kita-Jahr 2020/21 wurde wegen der höheren Geburtenzahlen 2018 angepasst. Insgesamt ergeben sich nach dem neuen Plan 110 Krippenplätze (vorher 90) und 350 Kindergartenplätze (vorher 275). Im Montessori-Kinderhaus ist Platz für 24 Kleinkinder und 65 Kindergartenkinder. Auf der Warteliste stehen 2021 insgesamt 45 Kleinkinder und 75 Kindergartenkinder.

Die Pläne für das neue Donauufer in Lauingen stehen endgültig

Das Baugebiet „Ostendstraße“ nimmt Gestalt an. Entscheiden mussten die Lauinger noch, wie die neue Straße genannt werden soll. Dazu hatten die Räte bereits beschlossen, dass die Jugendlichen Vorschläge machen sollen. Auch auf Facebook sammelten sich daraufhin Vorschläge. Diese reichten von Jugendstraße, Glücksweg, Astrid-Lindgren-Weg oder Marie-Curie-Ring (allesamt Vorschläge der Jugendlichen) bis zu Sonnenstraße, Im Lummerland, Mohrenweg oder Mohnblumenstraße. Aus der Bürgerschaft kam außerdem der Vorschlag „Marzahner Ring“, nach dem Berliner Bezirk, der mit Lauingen über eine Städtepartnerschaft verbunden ist. Für diesen Vorschlag entschieden sich die Räte.

Schon lange ist die Umgestaltung des Donauufers Thema in Lauingen. Den endgültigen Beschluss zur Durchführung des Projekts fasste der Stadtrat am Dienstag. Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro, die Fördersumme beträgt 1,2 Millionen. Mit den Arbeiten begonnen werden soll im Februar, dann wird die Fläche gerodet. Bis Sommer 2022 soll alles fertig sein. Dann soll wieder eine Ufermauer die Begrenzung zwischen Donau und Segrépromenade bilden. Dadurch versprechen sich die Planer nicht nur eine „urbanere Anmutung“, sondern auch mehr Raum. Die Uferböschung kann flacher ausgebildet und artenreich bepflanzt werden. Die Wegbreite der Promenade bleibt erhalten, der Weg rückt jedoch etwas in Richtung Fluss.

Gemüseanbau und Imkerei sollen nahe des Kleinlegartens in Lauingen möglich werden

Auf Höhe des Seniorenheims spaltet sich die Promenade in zwei Wege auf, wodurch eine Raseninsel entsteht, auf der der Kastanienbaum bestehen bleiben kann. Der erste Weg läuft entlang der Stadtmauer weiter, der zweite führt Besucher zur „Unteren Donauterrasse“, bevor er weiter südlich wieder mit der ursprünglichen Route zusammenläuft. Die beiden Wege weiten sich jeweils zu einer „Oberen“ und einer „Unteren Donauterrasse“ aus. Das Wasser, das vom Oderloch unterirdisch zur Donau fließt, wird symbolisch durch eine besondere Pflasterung dargestellt. Es an die Oberfläche zu bringen, war laut den Architekten technisch nicht möglich. Bevor das Wasser den Fluss erreicht, läuft es noch über eine Wassertreppe auf die „Untere Donauterrasse“, wo es sich in mehrere kleine Bachläufe verästelt.

Im Kleinlegarten nahe der Stadtmauer soll künftig für alle Bürger Gärtnern möglich werden. Geplant sind Möglichkeiten zum Obst- und Gemüseanbau sowie zur Imkerei. Die bestehenden Bäume an der donauseitigen Grenze werden, außer einer stattlichen Rotbuche, entfernt, „um den Raum zur Donau hin zu öffnen“. Vorhandene Obstbäume weiter hinten bleiben bestehen und sollen durch alte, regionale Obstsorten ergänzt werden. Außerdem soll am Donauufer eine Liegewiese entstehen, wo man sich erholen kann.

Auch für die Feuerwehr und "Hinterlieger" ändert sich etwas

Außerdem beschlossen die Räte eine neue Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen der Feuerwehr. Diese wurde angepasst, nachdem das Innenministerium dazu ein neues Muster veröffentlicht hat und eine neue Orientierungshilfe zur Verfügung stand. Ebenfalls wurde die Straßenreinigungsverordnung angepasst. Demnach sind jetzt auch sogenannte „Hinterlieger“ für die Reinigung und Reinhaltung der Gehwege verantwortlich sind. Das sind beispielsweise die Bewohner eines hinteren Reihenhauses, das nur über einen Privatweg mit einer öffentlichen Straße verbunden ist. Zudem werden Anwohner nun auch bei selbstständigen Gehwegen in die Pflicht genommen. Zum Schluss segnete der Stadtrat noch den Jahresabschlussbericht des Kommunalunternehmens für das Jahr 2019 ab.

Auch der traditionelle Jahresabschluss fiel diesmal anders aus: In aller Kürze bedankte sich Bürgermeisterin Müller bei den Stadträten für die Zusammenarbeit sowie bei ihren Stellvertretern Albert Kaiser (CSU) und Dietmar Bulling (SPD). Kaiser wiederum bedankte sich im Namen der Räte bei Müller für ihre Arbeit. Es läge ein intensives Jahr hinter der Stadt und es seien tolle Projekte auf dem Weg. Müller schloss die Sitzung mit den Worten: „Eigentlich sagt man, das Jahr geht langsam zu Ende. Diesmal muss man sagen: Endlich neigt sich das Jahr dem Ende zu.“

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