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Medlingen

23.12.2019

Drei Generationen unter sich: Wie sich Weihnachten verändert hat

Drei Generationen auf einmal: Detlef Kupke (stehend), Andreas Löffler und Leon Löffler (Mitte) aus Medlingen unterhalten sich darüber, wie sich Weihnachten im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Einiges ist heutzutage grundlegend anders.
Bild: Andreas Schopf

Plus Früher hat man Weihnachten zum Teil noch ganz anders verbracht. Drei Generationen der Familie Löffler aus Medlingen über den Wandel der Traditionen – und was gleichgeblieben ist.

1959. Das Jahr weiß Detlef Kupke noch ganz genau. Damals hat er das erste Mal einen Adventskalender bekommen, hinter dessen Türchen sich nicht nur Bilder, sondern Schokolade verbarg. Eine besondere Überraschung für den damals kleinen Bub. „So etwas hat man nicht gekannt“, erinnert sich der 69-Jährige aus Medlingen.

Sieben Adventskalender in einer Familie

Heute, einige Jahrzehnte später, können seine Nachfahren über diese Anekdote nur lächeln. Kupkes Familie, die ebenfalls in Medlingen wohnt, ist die Familie Löffler. In deren Haushalt gibt es heuer insgesamt sieben Adventskalender, die jeweils für jedes Familienmitglied selbst befüllt wurden. Um die Vorfreude auf Weihnachten zu steigern, schenkt man sich zum Beispiel Tee, Getränke, Cremes oder Nagellack. Für die Kinder gab es auch schon mal Playmobil und Lego. Der Aufwand und die 24 „Kleinigkeiten“ selbst haben sich deutlich verändert und sind mit den Schokoladen- oder gar Bildkalendern von früher nicht mehr zu vergleichen.

Und was ist aus dem Fest selbst im Lauf der Generationen geworden? Darüber unterhalten sich Detlef Kupke, sein Sohn Andreas Löffler (53) sowie sein Enkel Leon Löffler (17).

Drei Generationen unter sich: Wie sich Weihnachten verändert hat

Freude über eine Tafel Schokolade

„Weihnachten hat sich im Vergleich zu früher stark verändert“, sagt Kupke, der ursprünglich aus Leipzig stammt. Das fängt mit den Geschenken an. Damals, als Kupke noch ein Kind war, habe er sich riesig über eine Tafel Schokolade gefreut, erzählt er. „Heute würden viele wohl traurig gucken, wenn sie nur das als Geschenk hätten.“ Natürlich hat er als Kind nicht nur Süßigkeiten bekommen. Auch Spielzeug oder Kleidung lag mal unter dem Baum. „Aber insgesamt war man viel bescheidener“, sagt Kupke. Es gab höchstens ein oder zwei Geschenke. Die Eltern hätten einfach weniger Geld zur Verfügung gehabt. „Da war der Chemiebaukasten absoluter Luxus.“ Aber, das betont der 69-Jährige: „Man war nicht unglücklich und es hat einem an nichts gefehlt.“

Sohn Andreas erinnert sich an Klamotten, Brettspiele oder auch eine Modelleisenbahn, die er geschenkt bekommen hat. Und wie ist es heute? Leon Löffler, Kupkes Enkel, zählt seine Geschenke der vergangenen Jahre auf. Darunter waren etwa eine Spielekonsole oder andere teure elektronische Geräte. Mittlerweile bekommt der 17-Jährige vor allem Geld, etwa als Zuschuss für ein Handy. Vater Andreas Löffler betont: „Irgendwie ist es auch traurig, wenn man nichts zum Auspacken hat.“ Großvater Detlef Kupke wirft ein: „Auf die Idee, sich Geld zu wünschen, wäre früher niemand gekommen.“

Den brennenden Baum mit dem Tee gelöscht

Auch beim Thema Weihnachtsdekoration hat sich durch drei Generationen einiges verändert. Früher habe man vorwiegend echte Kerzen auf dem Christbaum verwendet, sagt Kupke. „Der Brandschutz hat keine große Rolle gespielt.“ Er erzählt von einigen Malen, als das Feuer auf den Baum übersprang. Dann habe man einfach den Tee oder Kaffee in seiner Hand zum Löschen verwendet, sagt Kupke.

Und dann ist da das Thema Schnee. Heuer wird es keine weiße Weihnacht geben – so wie schon in den vergangenen Jahren. Der 17-jährige Leon Löffler muss sehr genau nachdenken, ob und wann er Schnee an Heiligabend überhaupt einmal erlebt hat. Lea, mit sieben Jahren der jüngste Sprössling der Familie, habe in ihrem Leben noch nie richtig gute Schnee-Bedingungen gehabt, um am Medlinger Dorfhügel Schlitten fahren zu gehen. Vater Andreas Löffler erinnert sich daran, dass er in seiner Kindheit gefühlt schon Wochen vor Heiligabend auf dem „Kapper“ fahren konnte.

Mit den Skiern durch die Straßen gefahren

Großvater Detlef Kupke erzählt von einem ersten Weihnachtsfeiertag, an dem so viel Schnee gefallen sei, dass er auf Skiern durch die Straßen fahren konnte. Dass es heutzutage deutlich weniger Schnee gebe, sei zwar schade, sagt Andreas Löffler. „Aber vom Gefühl her verändert sich Weihnachten dadurch nicht.“

Überhaupt ist für die Familie über die Generationen, bis heute, eines gleichgeblieben: Die Zeit rund um den 24. Dezember ist ein Fest der Familie. Bei den Löfflers feiert mit der Uroma sogar noch eine vierte Generation mit. Man kommt zusammen, geht gemeinsam in die Kirche, verbringt Zeit, isst, spielt, redet, lacht. Das war vor Jahrzehnten so – und das ist heute immer noch so.

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