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05.11.2019

E-Autos kommen im Landkreis Dillingen nur langsam in Fahrt

Den „Sprit“ aus der Steckdose brauchen Elektroautos. Im Landkreis Dillingen haben es aber E-Autos noch schwer. Zwar steigt die Zahl kontinuierlich, aber zum Stichtag am 31. Oktober waren lediglich 139 E-Autos gemeldet.

Plus Erst 139 E-Autos sind auf den Straßen im Landkreis Dillingen unterwegs. Was die beliebtesten Automarken sind und warum der Dieselmotor noch immer bei vielen Fahrern so begehrt ist.

Eine höhere Prämie beim Kauf eines Elektroautos und deutlich mehr Ladestationen sind Ziele, die sich die Bundesregierung in ihrem jüngsten Mobilitätstreffen Anfang der Woche gesetzt hat. Damit sollen die Alternativen zum Verbrennungsmotor immer attraktiver werden. Im Landkreis Dillingen beherrschen Elektro- und Hybridautos aber noch lange nicht die Straßen. Ende Oktober sind lediglich 160 Elektrofahrzeuge und 622 Hybridfahrzeuge gemeldet. Werden nur Autos berücksichtigt, sind es sogar noch weniger. Laut den offiziellen Zahlen des Landratsamtes Dillingen gibt es im Kreis derzeit 139 E-Autos und 620 Hybridautos.

Insgesamt 104.723 Fahrzeuge waren zum Stichtag am 31. Oktober im Landkreis registriert - und das bei einer Einwohnerzahl von 96.387 Menschen. Die Zahl der Zulassungen steigt von Jahr zu Jahr. Mehr als die Hälfte aller gemeldeten Fahrzeuge, 65.385 an der Zahl, sind dabei Autos. Die drei meist gefahrenen Marken sind in Dillingen und Umgebung Volkswagen, BMW und Opel. Und zwar in dieser Reihenfolge. Nur knapp ein Prozent ist mit alternativen Motoren wie Elektro oder Hybrid ausgestattet. Ein Blick zurück zeigt, dass die Stromer und Hybridautos seit Jahren immer beliebter werden. Im April 2017 gab es im Kreis nur 46 E-Autos und 238 Hybridautos.

Die Abgasaffäre hat im Landkreis kaum Auswirkungen

Bei Dieselautos ist aber auch seit Jahren ein Zuwachs festzustellen, erklärt der Pressesprecher des Dillinger Landratsamts, Peter Hurler. Seit Juli 2017 werden die Dieselfahrzeuge in der Zulassungsbehörde erfasst. Derzeit sind 22.747 Autos und 13.848 weitere Fahrzeuge mit Dieselmotor gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind das knapp 1000 Dieselautos mehr.

Die hohe Zahl an Dieselfahrzeugen verwundert Walter Ohnheiser vom gleichnamigen VW-Autohaus in Wertingen nicht. In der ländlichen Region mit vielen Pendlern sei ein Dieselfahrzeug eine gute Lösung, sagt Ohnheiser. Vor allem der sparsame Unterhalt und die hohen Laufleistungen sind für ihn ganz klar die Vorteile. Deshalb setzen seinen Worten zufolge auch viele Firmen und Geschäftsleute auf den klassischen Diesel. „Die neuen Diesel sind sehr sauber“, behauptet der Fachmann. Und die Verkaufszahlen, so Ohnheiser, zeigen, dass auch die Abgasaffäre keine allzu großen Schäden hinterlassen habe. Bei Privatkunden seien vor allem Benziner begehrt, aber auch die Nachfrage an Elektro- und Hybridautos wird immer größer, sagt Ohnheiser.

In der Werkstatt erfordert die neue Technik andere Qualifikationen

Und damit verändert sich auch der Alltag in der Werkstatt. Klassische Wartungsarbeiten wie ein Ölwechsel oder der Austausch von Partikelfiltern sind bei den E-Autos nicht mehr nötig. Dafür erfordert die neue Technik andere Qualifikationen. Ein Lehrgang zum sogenannten Hochvolttechniker wird notwendig, um die E-Autos fachgerecht warten zu können. Außerdem sind in den Werkstätten mobile Ladestationen und ein Quarantäneplatz für die Stromer notwendig, erklärt Ohnheiser. Der spezielle Stellplatz wird gebraucht, weil bei einem Brand im E-Auto nicht einfach mit Wasser gelöscht werden darf, weiß Ohnheiser. Dass sich jedoch von heute auf morgen das Arbeiten in der Werkstatt verändern wird, glaubt er nicht. „Seit Jahren wird der Beruf des Kfz-Mechanikers immer elektrischer.“ Mit den E-Autos werde der Elektroanteil in Zukunft noch weiter wachsen.

Ein anderer Autoverkäufer, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, sieht die Euphorie rundum die E-Autos eher kritisch. „Für das Geschäft sind E-Autos zwar gut, aber nicht für die Umwelt.“ Vor allem die Akkus und deren aufwendige Produktion seien für ihn bis jetzt ein großer Nachteil der neuen Technologie.

Im Toyota-Autohaus Philipp in Dillingen wird auf Hybridautos gesetzt. Seit 1998 baut der japanische Autohersteller Hybridfahrzeuge, die mit Strom und Kraftstoff laufen. Für Toyota-Verkäufer Stephan Kreisel ist diese Technologie „eine ausgereifte Geschichte“. Seit Jahren ist Kreisel im Verkauf tätig. Er sieht Hybridautos als guten Übergang von Verbrennungsmotoren hin zur E-Mobilität. Dieselfahrverbote seien bei Toyota übrigens kein Thema, denn seit Längerem verbaut die Marke keine Dieselmotoren mehr im Pkw-Segment, erklärt Kreisel.

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