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Lauingen

22.11.2019

Ein Geiger, der in der „Champions League“ spielt

Alexander Möck ist als Geiger Stimmführer bei den Münchner Philharmoniker. Am Sonntag tritt er zusammen mit dem Augsburger Gitarristen Holger Marschall im Lauinger Rathausfestsaal auf.
Bild: Möck

Plus Der gebürtige Lauinger Alexander Möck tritt am Wochenende in seiner Heimatstadt auf. Warum es sich lohnt, den Münchner Philharmoniker zu hören.

Lauingen Das „Duello Möck – Marschall“ (Geige und Gitarre) spielt am kommenden Sonntag, 24. November, im Lauinger Rathausfestsaal. Für Alexander Möck ist dies ein Heimspiel, denn der international gefragte Geiger stammt aus Lauingen. Als Stimmführer der Münchner Philharmoniker arbeitet der 50-Jährige mit den weltweit besten Dirigenten und Solisten zusammen. Wir befragten den Musiker vor dem Auftritt in seiner Heimatstadt.

Was bedeutet denn eigentlich Duello in der Bezeichnung Duello Möck – Marschall?

Alexander Möck: Es handelt sich hierbei um eine launige Wortschöpfung, die sich aus Duo und Duell zusammensetzt, also ein wetteiferndes musikalisches Duett beschreibt.

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Wie läuft es für Sie denn derzeit musikalisch? Spielen Sie, um einen Fußball-Vergleich zu wagen, Bayernliga, Regionalliga, Bundesliga oder Champions-League?

Möck: Bei den Münchner Philharmonikern erlebe ich zur Zeit eine Hochphase. Das Orchester ist in Topform und hat mit Valerie Gergiev einen Chefdirigenten, der sich auch über das rein Musikalische hinaus für das Ensemble einsetzt. Diese glückliche Verbindung sorgt auch dafür, dass es künstlerisch bestens harmoniert und die Philharmoniker national wie international, wenn Sie so wollen, in der „Champions League“ spielen. Die jährlichen Engagements in den besten Sälen der Welt von Tokyo bis New York bezeugen dies.

Kommen Sie noch oft nach Lauingen nach Hause?

Möck: So oft es mein Dienstplan und die Termine meiner Familie zulassen.

Sie leben seit Jahrzehnten nicht mehr in der Albertus-Magnus-Stadt. Wenn Sie einen Blick von der Ferne auf Ihre Heimat werfen, wie hat sich Lauingen aus Ihrer Sicht entwickelt?

Möck: In München lebte ich fast zehn Jahre, bin aber nun schon seit 20 Jahren zwischen München und Augsburg zuhause. Leider bekomme ich da naturgemäß zu wenig von Lauingen mit, um die Entwicklung der Stadt gerecht beurteilen zu können. Lauingen ist nach wie vor ein wunderschönes Städtchen, große Sprünge nach vorne sind mir jedoch nicht wirklich aufgefallen.

Warum sollte man sich das Konzert am kommenden Sonntag im Lauinger Rathausfestsaal auf keinen Fall entgehen lassen?

Möck: Zum einen ist es natürlich wunderschöne Musik, die in diesem herrlichen Ambiente in all ihren Nuancen hör- und sichtbar wird. Zum anderen sind Kompositionen dabei, die man wohl aufgrund ihrer exotischen Besetzung und des spieltechnischen Anspruchs extrem selten zu Gehör bekommt. Nicht zuletzt ergeben sich ja vielleicht auch einige schöne Begegnungen und Gespräche mit bekannten und neuen Fans.

Sie haben als Geiger eine traumhafte Karriere hingelegt. Was sind Ihre nächsten musikalischen Ziele?

Möck: Einige meiner Ziele für die laufende Saison habe ich bereits erreicht. Darunter die Vollendung unseres Bruckner-Zyklus. Bei diesem Mammutprojekt konnten wir all seine neun Symphonien in St. Florian in Österreich für Tonträger und Fernsehen aufzeichnen. Aktuell sind wir gerade wieder aus New York und Wien von Konzerten zurückgekehrt und im Mai nächsten Jahres spiele ich als Solist mit Orchester im Prinzregenten-Theater in München. Besonders schön ist es aber für mich, mit meiner Familie musikalische Projekte zu planen und zu verwirklichen. Ein Highlight ist für mich jedoch das nächste Konzert am Sonntag in meiner Heimatstadt Lauingen.

Das Konzert beginnt am kommenden Sonntag, 24. November, um 17 Uhr im Lauinger Rathausfestsaal. Das „Duello Möck – Marschall“ spielt dabei unter anderem Werke von Paganini, Bartok, Piazzolla und Machado.

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