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Kultur

19.11.2019

Ein Preisträger kehrt zurück

Kabarettist Lennart Schilgen war zu Gast im TiF.
Foto: Silva Metschl

Kabarettist Lennart Schilgen unterhält die Zuschauer in Frauenriedhausen mit Geschichten aus dem Leben. Auf der TiF-Bühne stand er schon einmal in anderer Besetzung

Vor zwei Jahren erhielt Lennart Schilgen mit der Gruppe „Tonträger“ den Schwäbischen Kabarettpreis. Vergangenen Samstag trat er mit seinem Soloprogramm „Engelszungenbrecher“ erneut im Theater in Frauenriedhausen (TiF) auf. „Man glaubt gar nicht, dass hier vier Leute auf die Bühne gepasst haben“, stellt Schilgen fest, als er mit der Gitarre in der Hand vor das Publikum tritt, das den gesamten Zuschauerraum füllt. Einige sahen schon den Auftritt der Tonträger, für viele war es der erste Auftritt Schilgens, den sie besuchten. „Mal sehen, ob ich auch alleine durch den Abend komme“, so beginnt er sein Programm, das laut eigener Aussage vor allem aus Protest- und Frauenliedern besteht: „Manchmal mit fließenden Übergängen.“ Bei all seinen Liedern begleitet er sich selbst am Klavier und der Gitarre, einige Stücke sind noch aus „Tonträger“- Zeiten.

Ganz alleine muss er den Abend dann doch nicht bestreiten, denn das Publikum unterstützt ihn immer wieder stimmlich und körperlich: Egal ob bei der „Mundtrompete der vollendeten Verzweiflung“ oder einer erhobenen Faust zum „Entschlossenheitslied“, die Zuschauer unterstützen den Kabarettisten mit vollem Einsatz.

In seinen Liedern verpackt Schilgen oft Vorkommnisse im Alltag, die jeder kennt, wie etwa ein unangenehmes Telefonat. Aber auch aus seinem eigenen Leben erzählt er mit viel Humor. So musste er die Parodie eines Reinhard-Mey-Liedes aus dem Programm nehmen, weil der Musiker dies über einen anwaltlichen Brief forderte. Um das nun fehlende Stück zu ersetzen, schrieb Schilgen eben ein anderes: „Am Tag, als ich Post von Reinhard Meys Anwalt bekam.“

Nicht nur musikalisch ist der Abend, auch Gedichte trägt der Kabarettist vor. Dafür muss er dann noch mal kurz in den Backstage-Bereich, um sein Gedichtheft zu holen: „Bisschen unprofessionell, aber der Weg ist ja kurz.“

Tatsächlich dauert es nicht lange, bis er wieder auf die Bühne kommt und das Publikum ihn mit Applaus neu begrüßt: „Wenn ihr das immer macht, geh ich öfters hinter.“ Für einige seiner Gedichte diente ihm „Ottos Mops“ von Ernst Jandl als Grundlage: Ottos Leben fügt er mit „Ottos Motorboot“ noch eine Lebensepisode hinzu.

Im Laufe des Abends zeigt Schilgen neben seinem musikalischen ebenso viel Schauspieltalent. Deshalb verwundert es nicht, dass das Publikum am Ende des Abends gleich zwei Zugaben verlangt. Eine seiner Zugabe stammt aus seinem zweiten Soloprogramm „Verklärungsbedarf“ und verpackt humoristisch ernstere Themen wie Kinderarbeit. Den Applaus selbst gibt er jedoch an das TiF und alle, die dort wirken, zurück.

Damit endet der vorletzte Abend der Saison im TiF. „Das Programm für nächstes Jahr steht aber bereits“, verkündet Anette Frank, eine der dortigen Macher.

Die genauen Programmpunkte werden nächste Woche bei der letzten Veranstaltung der Saison verkündet, Karten gibt es voraussichtlich ab Dezember käuflich zu erwerben.

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