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Konzert

29.11.2019

Ein aufregendes musikalisches Duell

Der Lauinger Violinist Alexander Möck.
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Der Lauinger Violinist Alexander Möck.

Alexander Möck und Holger Marschall zeigen in Lauingen überwältigende Präsenz

Die erwartungsfrohen Besucher im ausgebuchten Saal und sogar noch Zuhörer im Gang bei geöffneten Türen erlebten eine Sternstunde hochkarätigen Musizierens. Alexander Möcks geigerisches Renommé und die Eleganz des Gitarristen Holger Marschall beeindruckten zur „Blauen Stunde“ im Rathausfestsaal.

Das kongeniale Zusammenspiel diente im ersten Programmteil den Werken von Niccolò Paganini und Béla Bartók und nach der Pause den südamerikanischen Klängen von Astor Piazzolla und Celso Machado. An dem ehemaligen Lauinger war die hohe Musikalität zu bewundern, mit der er das Adagio aus Johann Sebastian Bachs Solosonate gestaltete, als Memento mori für seinen Vater Otto. Die glänzende Spielfreude und das außergewöhnliche technische Vermögen des Violinisten machten das „Kaprys polski“ der Komponistin Grazyna Bacewicz zu einer begeistert aufgenommen Hommage an Niccolò Paganini. Sie erinnerte nicht allein wegen des Schwierigkeitsgrades an die 24 Capricen des italienischen Geigenvirtuosen. Dass dieser auch einfühlsame Melodien schrieb und dabei die Gitarre mit einbezog, bewies die dreisätzige Sonate. Hier das imponierende vibratogesättigte Schwelgen der Violine in große Höhen und mit aufblühenden rasanten virtuosen Linien, dort die klaren akkordbestimmten Begleitfiguren der Gitarre, trefflich die Harmonie unterstützend. Dazwischen die eingefügte Romanze als Solo für die akustische Gitarre mit umspielenden Floskeln der Violine. Das „Cantabile“ von Paganini, das Alexander Möck seiner anwesenden Mutter widmete, erfuhr eine bewegende klangliche Ausdeutung.

An östlichen Metren orientiert sich die Rhythmik der rumänischen Volkstänze Béla Bartóks (Stab-, Rund-, Stampf-, Klettertanz, Polka, Schnelltänze).

Diese kontrastierte Holger Marschall mit wirkungsvoller Treffsicherheit, während die Violine mit wacher Intelligenz und großer Bandbreite impulsiv die Vorgaben stilisierte. Auch an den lateinamerikanischen Beispielen spürten die Zuhörer die Effizienz der Originalkompositionen. Vom Argentinier Astor Piazzolla, den Holger Marschall 1984 noch persönlich in Schongau erlebte, führte das Duo vier Tangos in einem geschichtlichen Zeitraffer auf: Ein spritziger Bordel 1900, das laszive Café 1930, der temperamentvolle Night Club 1960 und die konträre Rhythmik eines Tangos von heute. Authentisch wirkten die verschiedenartigen rhythmischen Ansätze der Gitarre, die Arpeggien, flirrenden Läufe als Tango-Accessoire. Atemberaubend, was die Violine an Spontanität, rhythmischem Timing und melodischem Spannungsaufbau zu bieten hatte.

Verstärkt wurde der großartige Eindruck durch die zugegebenen „Libertango“ und „Oblivion“, vom begeisterten Publikum lebhaft klatschend herausgefordert. Die populären brasilianischen Kleinode von Celso Machado waren musikalische „Zuckerwatte“ und temperamentvolle Sambas, unvergleichlich serviert vom eingespielten „MM-Duello.“

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