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Gundelfingen

02.04.2018

Ein streitbarer und verdienstvoller Theologe

Als Priester in Brasilien unterwegs: Pater Paulo Süss.
Bild: Archiv Paulo Süss

Der Gundelfinger Pater Paulo Günter Süss feiert am Ostermonatag seinen 80. Geburtstag in Brasilien. Bürgermeisterin Gruß ist von ihm beeindruckt.

Der Missionar und bekannte Missionstheologe Prof. Dr. Paulo Günter Süss feiert am Ostermontag, 2. April, in Brasilien seinen 80. Geburtstag. Der Gundelfinger hat die Gärtnerstadt vor mehr als fünf Jahrzehnten verlassen, jedoch nicht um Brücken abzubrechen, sondern um neue aufzubauen.

Der streitbare Geistliche gilt als einer der bekanntesten Vertreter der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung. Pater Paulo Süss war lange Jahre Generalsekretär des Indianer-Missionsrates der Brasilianischen Bischofskonferenz CIMI. Darüber hinaus zeigte sich sein Einsatz für die Rechte der indigenen Völker Lateinamerikas in der Gründung und Herausgabe einer Zeitschrift zur Verteidigung der Rechte der Indigenen und Landlosen in Brasilien. Der Gundelfinger ist Mitbegründer des Postgraduierten-Studiengangs in Missionswissenschaft an der Päpstlichen Theologischen Fakultät Nossa Senhora da Assunçao in São Paulo und war anschließend dessen Direktor. Der kenntnisreiche Vorkämpfer für die Rechte der indianischen Bevölkerung wurde jedoch im Jahr 2000 aus der Päpstlich-Theologischen Fakultät des Universitätszentrums São Paolo ausgeschlossen, als es in ein staatlich anerkanntes privates Universitätszentrum integriert wurde.

Die Missionszentrale der Franziskaner wertete diese Vorkommnisse als kirchenpolitische strategische Entscheidung. International war Paulo Süss bis 2008 als Präsident der ökumenischen Internationalen Vereinigung für Missionswissenschaft (IAMS) tätig. In seiner mehr als 50-jährigen missionswissenschaftlichen Funktion in Brasilien hat sich der Theologe auf sozialem Gebiet in hervorragendem Maße verdient gemacht.

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Bei seinem Einsatz für die Schwächsten der Gesellschaft hat sich Professor Süss laut Mitteilung der Stadt zu eigen gemacht, alle gesellschaftlichen Entwicklungen in seine Arbeit einzubeziehen und die Gründe für die Missstände zu erkennen. Zudem habe Süss die Dinge immer beim Namen genannt, heißt es in der städtischen Mitteilung zum 80. Geburtstag des verdienten Theologen. Die Stadt ehrte den Jubilar bereits im Jahr 1997 mit dem Bürgerbrief, und den Kontakt zu Gundelfingen hat der Priester auch nie verloren.

Bürgermeisterin Miriam Gruß schreibt: „Sein aufopferungsvolles und uneigennütziges Wirken für die Ureinwohner und die Ausgeschlossenen haben mich tief beeindruckt. Diesen wertvollen Menschen möchte ich möglichst bald kennenlernen.“ Die Rathauschefin hat Paulo Günter Süss mit einem persönlichen Schreiben zu seinem runden Geburtstag gratuliert. Gruß hofft, ihn bei seinem nächsten Besuch in Gundelfingen treffen zu können.

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