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Bachhagel

14.08.2019

Eine Verbeugung vor der Geschichte: Bachhagler lernen ihren Ort kennen

Gut besucht war der Historische Ortsrundgang durch Bachhagel, der im Rahmen des Jubiläumsprogrammes stattfand.
Bild: Georg Wörishofer

200 Teilnehmer informieren sich bei einem historischen Rundgang über die Vergangenheit Bachhagels. Neben dem Rundgang war noch einiges mehr geboten.

Im Rahmen des Jubiläumsprogrammes zum 750-jährigen Bestehen von Bachhagel fand in der Bachtalgemeinde kürzlich ein historischer Ortsrundgang statt. Rund 200 Bürger aus Bachhagel, Burghagel und Oberbechingen sowie darüber hinaus hatten sich laut Pressemitteilung dazu eingefunden. Ingrid Krämmel, die Erste Bürgermeisterin und Vorsitzende des Festausschusses, begrüßte alle Teilnehmer, darunter den historischen Berater Georg Wörishofer, den neuen katholischen Pfarrer Franz Pfeifer sowie den Zweiten Bürgermeister Peter Hartmann und den Dritten Bürgermeister Karl Herreiner.

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Georg Wörishofer erzählt die Ortsgeschichte von Bachhagel

Wörishofer gab vorab einen Überblick über die Ortsgeschichte von Bachhagel, das vom benachbarten Burghagel aus angelegt worden sei. Sehr bedeutungsvoll für Bachhagel sei die Schenkung des Kirchensatzes an die Spitalstiftung Höchstädt im Jahre 1382 gewesen. Sie habe einerseits für die Spitalstiftung beträchtliche jährliche Einnahmen gebracht, andererseits sei aber damit auch die Baulast an der Pfarrkirche, am Pfarrhof, am Mesnerhaus, an der heutigen katholischen Friedhofskapelle St. Georg und an der Friedhofsmauer verbunden gewesen. Erst in der jüngeren Zeit sei diese Baulast abgelöst worden – an der Pfarrkirche zum Beispiel im Jahre 1988.

Zur Baugeschichte der Pfarrkirche berichtete Wörishofer, dass sie ursprünglich eine Chorturmkirche gewesen sei. Erst 1777 sei der heutige Turm im Rokokostil nach dem Plan des Höchstädter Stadtbaumeisters Franz Anton Schönherr errichtet worden, der eine Höhe von 33,25 Meter erreicht. 1773 und 1784 habe das Kirchenschiff die heutige Länge erhalten. Das Innere werde wesentlich durch den neuromanischen Hochaltar mit dem großformatigen Altarbild des Obergünzburgers Johann Kaspar aus dem Jahre 1858 mitbestimmt, gleichermaßen auch durch die 1990/91 rekonstruierte Dekorationsmalerei von 1903.

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Neben der Führung gab es auch eine Ausstellung

Den Pfarrhof habe 1702 die Spitalstiftung Höchstädt errichtet, die Einfriedung mit einer Mauer hingegen habe der damalige Pfarrer Martin Mayr aus eigener Tasche bezahlt. Das heutige Rathaus habe seit 1904 die Lehrerdienstwohnung beherbergt und dort, wo heute die VR-Bank stehe, sei 1904 der Schulsaal von der Gemeinde errichtet worden, der bis 1960 dem Unterrichten gedient hat. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Mauthaus, auch Vogthaus genannt, sei der Sitz der Vogtei Hageln gewesen. Das dreigeschossige Mühlengebäude am Zwergbach gehe ins Jahr 1937 zurück. Den Betrieb habe die Mahlmühle im Jahre 1968 eingestellt. Im Garten des Pfründhauses vom „Sterabacher“, einem Bauernhof in der Langen Straße, steht ein Bildstock. Er sei 1691 von den Bauerseheleuten Adam und Maria Burckhert Gott zur Ehre gesetzt worden. Die alte Schule in der Langen Straße 6 habe von 1835 bis 1904 dem Unterrichten gedient.

Eine Ergänzung des Nachmittags bildete eine sehenswerte Ausstellung, die in zwei Bereiche eingeteilt war: Um den ehemaligen Brauerei-stadel veranschaulichten Pflüge, Traktoren und Mähdrescher die rasante Entwicklung in der Landwirtschaft. Tillmann Brugger, Franz Kaltenegger und Karl Herreiner haben sich für diesen Bereich der Ausstellung engagiert, ebenso bei den Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr Bachhagel.

Zwölf Fragen über Bachhagel

Im Inneren des vom Deko-Team unter Leitung von Heidi Hochmiller geschmückten Brauereistadels waren im Erdgeschoss und auch auf der Empore Ausstellungsstücke zu Alt-Bachhagel präsentiert. Sie waren vom Deko-Team, Karl Herreiner und Ingrid Krämmel, zusammengetragen worden. Der Pfarrgemeinderat lud zu dem von Barbara Hartmann vorbereiteten Quiz ein, das zwölf Fragen zur Geschichte und Gegenwart Bachhagels umfasste und bei dem es attraktive Preise zu gewinnen gab. Mit seiner Aktion im Pfarrgarten trug der Gartenbauverein zur Auffrischung des Wissens über heimische Heilkräuter bei. Mit der Drehorgel unterhielt Burkhard Mann die Gäste im Pfarrgarten. Den Abschluss des offiziellen Teils bildete die Uraufführung des neuen Bachtalliedes von Regina Lenzer durch einen gemischten Chor, den Karl Herreiner auf seiner Ziehharmonika begleitete. Der Erlös des Nachmittags kommt der anstehenden Reparatur des Glockengeläutes zugute. (pm)

Lesen Sie hier mehr zum Jubiläumsjahr in Bachhagel:

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