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13.02.2020

Ermittlungen zum Kinderheim-Unfall: Eine bemerkenswerte Entscheidung

Nach dem tragischen Unglück auf dem Parkplatz des Gundelfinger Kinderheims war auch ein Rettungshubschrauber vor Ort.
Bild: Karl Aumiller (Archiv)

Nach dem tragischen Unglück am Gundelfinger Kinderheim stand eine Anklage im Raum. Dass es dazu nicht kommt, ist der Staatsanwaltschaft hoch anzurechnen.

Man mag sich kaum vorstellen, wie schlimm der Unfall auf dem Parkplatz des Gundelfinger Kinderheims für alle Beteiligten war. Ein kleiner Bub starb, und so mancher fragt sich: Wäre dies zu verhindern gewesen? Dem ging in den vergangenen Monaten die Staatsanwaltschaft Augsburg nach. Die Ermittler beschlossen nach reiflicher Überlegung, das Verfahren gegen die 78-Jährige, die mit ihrem Auto den Jungen überrollte, einzustellen. Eine bemerkenswerte Entscheidung (lesen Sie hier mehr dazu).

Unglück am Kinderheim Gundelfingen: Ein Prozess hätte weiteres Leid gebracht

Formaljuristisch bestand der Verdacht der fahrlässigen Tötung, im Raum stand ein möglicher Gerichtsprozess. Doch die Verantwortlichen der Staatsanwaltschaft wogen nicht nur Paragrafen, sondern auch menschliche Gesichtspunkte ab, was der Behörde hoch anzurechnen ist. Die 78-jährige Ordensschwester stand ein Leben lang im Dienste ihrer Mitmenschen, arbeitete seit ihrer Jugend mit Kindern. Durch das Geschehene dürfte die Frau gestraft genug sein, auch ohne Gerichtsurteil. Ein Prozess hätte nur weiteres Leid gebracht – für alle Beteiligten.

Unglück dürfte nur schwer zu begreifen sein

Nach allem, was bekannt ist, handelte es sich um ein tragisches Unglück, für das mehrere Faktoren eine Rolle spielten. Ob die Ordensschwester den Vorfall irgendwie hätte verhindern können, ist reine Spekulation. Für die Hinterbliebenen dürfte das Unglück nur schwer zu begreifen sein. Zumindest juristisch können sie nun einen Schlussstrich unter die Angelegenheit ziehen.

Ermittlungen zum Kinderheim-Unfall: Eine bemerkenswerte Entscheidung

Lesen Sie hier den Bericht dazu:

Tragödie am Kinderheim: „Härtere Strafe hätte es nicht geben können"

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