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Lehrermangel

15.01.2020

Erziehergemeinschaft warnt vor Mehrbelastung von Lehrkräften

Der KEG-Kreisvorstand sieht die aktuellen Maßnahmen des Kultusministeriums kritisch. Die Gesundheit der Pädagogen stehe auf dem Spiel

Unmittelbar nach der Bekanntmachung der aktuellen Maßnahmen des Kultusministeriums zur Behebung des Lehrermangels an Grund-, Mittel- und Förderschulen trafen sich Vorstandsmitglieder der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) Dillingen, um die Vielzahl der besorgten Nachfragen der Kollegen zu erörtern. Die neuesten Versuche, den Lehrkräftemangel unter anderem über ein Arbeitszeitkonto für Grundschullehrkräfte in den Griff zu bekommen, bewertet die KEG in ihrer Pressemitteilung als sehr schwierig.

KEG-Kreisvorsitzende Ruth Seybold sagt: „Umfangreiche Grundschulzeugnisse, steigende Anforderungen durch Inklusion, Migration, die Anforderungen der Digitalisierung und problematische Beratungssituationen im Zusammenhang mit dem Übertritt bringen selbst motivierte Pädagogen an die Belastungsgrenze.“ Mit der Verpflichtung zur Mehrarbeit und der deutlich eingeschränkten Möglichkeiten, Teilzeit und Ruhestandseintritt zu planen, befürchtet die KEG, dass ein bisher herausragendes Merkmal der Fürsorgepflicht des Staates gegenüber seinen Lehrkräften Einschränkungen erfahre. Es müsse daher andere Wege geben, um Personal zu generieren, zu motivieren und gesund bis zum Ende der Lebensarbeitszeit zu halten.

Gegen eine verordnete Belastungssteigerung wehrt sich die KEG. Der Verband warnt davor, ein Arbeitszeitkonto verpflichtend einzuführen, genauso vor einer Anhebung der arbeitsmarktpolitischen Teilzeitgrenze oder einer Abschaffung der Freistellungsmodelle sowie eine Hinauszögerung des Antragsruhestandes. Seybold sagt: „Die Lehrergesundheit aufs Spiel zu setzen, hilft letztlich niemandem.“

Die KEG fordert unter anderem die Entlastung durch ein neues, vereinfachtes Grundschulzeugnis sowie eine umfangreiche, didaktische und pädagogische Begleitung der Quereinsteiger. Die Erziehergemeinschaft spricht sich gegen eine Einstellung von Seiteneinsteigern ohne jegliche pädagogischen Vorkenntnisse in Grund- und Mittelschulen aus.

Zudem fordern Seybold und ihre Vorstandskollegen unter anderem mehr Wertschätzung für die Lehrberufe an Grund- und Mittelschulen durch eine der Ausbildung und dem Anforderungsprofil angepasste Eingangsbesoldung. Die Kollegen seien am Limit, sie müssten immer mehr Erziehungsarbeit übernehmen. „Zusätzliche Belastungen können seitens der Lehrkräfte nicht übernommen werden“, betont Kreisvorsitzende Seybold. Sie warnt davor, „krankheitsbedingte Ausfälle zu provozieren“. (pm)

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