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Asylbewerber

28.01.2015

Es fehlen immer noch Paten

Vor allem auch Männer werden gesucht

Über 50 Teilnehmer, darunter Dillingens Zweiter Bürgermeister Franz Jall, konnte Georg Schrenk, der Koordinator der Dillinger Unterstützergruppe „Asyl/Migration“, im katholischen Pfarrzentrum St. Ulrich zum Monatstreffen begrüßen.

Er informierte über den derzeitigen Sachstand und vermittelte den Teilnehmern neben der Gesamtzahl von über 155000 Asylbewerbern bis November 2014 in Deutschland, dass in Dillingen derzeit 134 und im Landkreis Dillingen 450 Menschen untergebracht sind. Ein weiterer Programmpunkt war die ab Januar 2015 geänderten Gesetze. Ein alleinstehender erwachsener Asylbewerber erhält monatlich einen Betrag von circa 285 Euro zur Bestreitung seines Lebensunterhalts. Daneben werden Wohnraum mit der notwendigen Ausstattung einschließlich Heizung, Strom, Wasser bereitgestellt.

Wie im Gespräch mit den Paten der Asylbewerber zu erfahren war, treten hier immer noch Mängel auf, für deren Abstellung die Vermieter zuständig sind. Diese erhalten derzeit je unterzubringender Person zwischen 250 bis 300 Euro Miete je Monat. Die Bestimmungen über die Aufnahme von Arbeit erlauben es, dass nach dem 3. Aufenthaltsmonat Beschäftigungen aufgenommen werden können. Georg Schrenk wies darauf hin, dass es zwar gelungen sei, einige Asylbewerber in ein Arbeitsverhältnis zu bringen, er allerdings dringend Beschäftigungsmöglichkeiten – auch 1,05-Euro- Jobs – suche. In diesem Zusammenhang führte er aus, dass gerade die Flüchtlinge aus Syrien meist über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten. Unter ihnen seien Ingenieure, ein Arzt und sogar ein Universitätsdozent.

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Durch die Unterstützergruppe wird derzeit in insgesamt sieben Gruppen Deutschausbildung durchgeführt. Asylbewerber sind teilweise schon in Fußballvereinen integriert, wobei noch manch guter Fußballer unter ihnen ist, der sich gerne einem Verein anschließen würde. Das von der Unterstützergruppe unterhaltene Möbellager bietet gebrauchte Möbel an, insbesondere für den Fall, wenn Asylbewerber anerkannt sind, eine eigene Wohnung gefunden haben und diese dann ausstatten müssen. Allerdings können im Möbellager auch bedürftige Dillinger Möbel empfangen, was bisher von Bedürftigen aus dem Landkreis, aber nicht aus der Stadt angenommen worden ist.

Rechtsanwalt Thomas U. Demel referierte über das Asylrecht in Deutschland, das seine Grundlage insbesondere im Artikel 16a unseres Grundgesetzes habe. Damit verbunden waren auch Hinweise auf das sogenannte Dublin III-Abkommen, das die Zuständigkeit für das Asylverfahren grundsätzlich den EU-Mitgliedsstaaten auferlegt, in dem der Asylbewerber erstmals registriert wurde. An dieser Handlungsweise gibt es nicht nur bei den Asylunterstützerorganisationen, sondern auch von den Anwesenden viel Kritik. So wird allgemein bemängelt, dass Asylbewerber etwa nach Ungarn abgeschoben werden, obwohl man nicht nur aus den Berichten gerade von syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen, sondern auch den Medien entnehmen könne, dass in Ländern wie Ungarn oder auch Bulgarien eine menschenwürdige Behandlung nicht grundsätzlich sichergestellt sei. Die Asylbewerber hätten aber die Möglichkeit, gegen einen derartigen Bescheid Widerspruch beim zuständigen Verwaltungsgericht einzulegen, da für die Verhandlung ein sachkundiger Anwalt von Nöten ist, ist die Bezahlung des Honorars eine Herausforderung, die nicht einfach gemeistert werden kann.

Gisela Lohmeyer, die Koordinationsbeauftragte des Landratsamts Dillingen, erläuterte den Ablauf nach der Aufenthaltsgestattung. Insbesondere geht dann die Zuständigkeit für die Unterstützung auf das Jobcenter über.

Georg Schrenk wies nochmals darauf hin, dass Paten, insbesondere auch Männer, willkommen sind. Auch benötige er ein Team, das die Verwaltung des inzwischen umfangreichen Möbellagers übernimmt. Er stellt immer wieder Unkenntnis und Vorurteile in Diskussionen zum Thema „Asyl“ fest und empfahl, eine Veranstaltung etwa im Stadtsaal durchzuführen, wo Asylbewerber über ihr Leben berichten und darüber hinaus auch Essen und Trinken aus ihrer Heimat zubereitet und angeboten wird. Stadtpfarrer Wolfgang Schneck und Pfarrer Manuel Kleiner dankten den Unterstützerinnen und Unterstützer für ihre Arbeit und ermutigten sie, sich weiter einzusetzen. (pm)

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