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Dillingen

02.11.2019

Es gibt noch freie Ausbildungsplätze im Kreis Dillingen

Es gibt noch in vielen Bereichen freie Ausbildungsstellen
Bild: Berg/dpa/Symbolbild

14 junge Menschen im Landkreis Dillingen haben noch keinen Vertrag. Das kann sich schnell ändern.

Vor wenigen Wochen hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Die erste Bilanz: Vor allem im Einzelhandel blieben viele Stellen unbesetzt.

Richard Paul, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Donauwörth informiert über die aktuelle Jahresbilanz: „Der Ausbildungsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Donauwörth stellt sich auch im Berichtsjahr 2018/2019 zum achten Jahr in Folge als sogenannter „Bewerbermarkt“ dar. Das heißt, wir haben mehr gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerber.“

Ein Vorteil für Schüler, ein Nachteil für Betriebe

Einerseits können Schüler so oftmals in ihrem Wunschberuf eine Ausbildung beginnen. Auf der anderen Seite hätten die Betriebe durch den demografischen Wandel und den Trend zu einem längeren Verbleib im Schulsystem zunehmend Schwierigkeiten, ihren Nachwuchskräftebedarf zu decken.

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Am Stichtag 30. September waren im Landkreis Dillingen laut Pressemitteilung noch 42 unbesetzte Ausbildungsstellen und 14 unversorgte Bewerber gemeldet. „Für diese Jugendlichen gilt es jetzt, adäquate Alternativen zu finden, denn das Ende eines Berichtsjahres ist nicht das Ende der Vermittlungsaktivitäten.

Außerdem melden sich bei der Berufsberatung auch jetzt noch Jugendliche, die etwa keinen Studienplatz gefunden haben, eine weiterführende Schule abbrechen und nun doch eine duale Berufsausbildung anstreben“, erklärt Agenturchef Paul. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass bis zum Jahresende noch einige der unbesetzten Stellen mit Auszubildenden besetzt werden können und im Gegenzug bislang unvermittelte Bewerber einen Ausbildungsplatz oder eine Alternative finden.

Sowohl die Zahl der Ausbildungsstellen als auch die Zahl der Bewerber ist gesunken

Im Berichtsjahr 2018/2019 wurden 750 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Minus von vier oder 0,5 Prozent. Die Zahl der Bewerber ist ebenfalls im Vorjahresvergleich um vier oder 0,6 Prozent auf 690 gesunken. Am Stichtag 30. September waren 14 Jugendliche noch unversorgt (2018: neun unversorgte Bewerber) und 42 Ausbildungsstellen unbesetzt (2018: 34 unbesetzte Ausbildungsstellen).

Ein Zweig hat die größten Probleme Nachwuchs zu finden

„Der Handel hat, wie seit einigen Jahren, die größten Probleme, den Nachwuchs in der Branche zu sichern. In den Berufen Verkäufer/in sind sechs Stellen, Handelsfachwirt/in fünf Stellen, Kaufmann/frau im Einzelhandel fünf Stellen und Fachwirt/in Vertrieb fünf Stellen unbesetzt geblieben“, informiert der Leiter der Donauwörther Arbeitsagentur.

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Donauwörth unterstützte von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 690 Bewerber bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Das sind vier Jugendliche weniger als im Jahr davor. Rein rechnerisch entfielen auf einen Bewerber 1,09 Berufsausbildungsstellen (wie im Vorjahr). 34,9 Prozent der Bewerber konnten einen Hauptschulabschluss vorweisen, 46,7 Prozent der Bewerber haben einen Mittleren Bildungsabschluss, 7,8 Prozent die Fachhochschulreife und 6,7 Prozent die Allgemeine Hochschulreife. Fast jeder fünfte Ausbildungssuchende hat die Schule bereits im Vorjahr oder früher verlassen.

Die Hitliste der Berufswünsche

Die Top Ten der Berufswünsche waren: Industriekaufmann/frau, Kaufmann/-frau/Büromanagement, Industriemechaniker/in, Verkäufer/in, Kfz-Mechatroniker/in/Pkw-Technik, Medizinische/r Fachangestellte/r, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Bauzeichner/in, Fachinformatiker/in/Anwendungsentwicklung, Fachkraft/Lagerlogistik. „An den Wunschberufen der Schüler hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren nur sehr wenig geändert, sie sind lediglich im Ranking mal einen Platz noch oben oder nach unten gerutscht“ berichtet Richard Paul.

Von den 690 Bewerbern haben 476 in eine duale Ausbildung begonnen. 39 nahmen im Berichtszeitraum eine Arbeit auf. Eine weiterführende Schule besuchen 111. Zu einem Studium haben sich 13 Jugendliche entschlossen und vier arbeiten für gemeinnützige oder soziale Dienste.

"Kein Jugendlicher soll auf der Strecke bleiben"

Zum Abschluss des Berichtsjahres haben 14 junge Menschen noch keinen Ausbildungsvertrag (fünf mehr als im Vorjahr). „Unsere Berufsberater werden bis zum Jahresende alles daransetzen, den verbleibenden Bewerbern durch gezielte Angebote einen Ausbildungsplatz oder eine passende Alternative zu vermitteln, denn kein Jugendlicher soll auf der Strecke bleiben, wenn er bis zum September keine Ausbildungsstelle gefunden hat“ so Paul weiter. „Und wir haben zahlreiche gute Möglichkeiten zur Unterstützung, wie zum Beispiel berufsvorbereitende Maßnahmen oder die Einstiegsqualifizierung.“

Die Zahl der Bewerber im Kontext mit Fluchtmigration, die sich für eine duale Ausbildung interessiert haben, ist deutlich zurückgegangen. Im Landkreis waren 34 junge Menschen gemeldet, das sind 13 oder 27,7 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Der Leiter der Donauwörther Arbeitsagentur wirbt für das duale Ausbildungssystem: „Ein Berufsabschluss senkt deutlich das Risiko, arbeitslos zu werden. Außerdem haben qualifizierte Mitarbeiter über die gesamte Dauer ihres Berufslebens auch die besseren Verdienstmöglichkeiten.“

Für fast jeden gibt es Hilfe, ein passendes Programm oder andere Unterstützung

Die hohe Zahl an unbesetzten Ausbildungsstellen stelle für alle eine große Herausforderung dar. Teilzeitausbildung, Ausbildung für junge Erwachsene, die Integration von Flüchtlingen, aber auch die Bildung von Ausbildungsverbünden und die Steigerung der Attraktivität einzelner Berufe könnten Ansätze sein. Die dualen Berufsausbildungen seien ein wesentlicher Pfeiler zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und des Standortes.

Die Agenturen für Arbeit unterstützen die Anbahnung und Durchführung einer Berufsausbildung mit einer Vielzahl von Instrumenten etwa in Form der Berufsvorbereitung (BvB), der Einstiegsqualifizierung, der Assistierten Ausbildung (AsA) – mit Coaching der Jugendlichen und Unterstützung der ausbildenden Betriebe – , der Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE) oder mit ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH). Für behinderte Jugendliche gibt es darüber hinaus spezielle Fördermöglichkeiten und Angebote.(pm)

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