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23.07.2010

Europarekord mit 500 Milliarden Kilowattstunden

500 Milliarden Kilowattstunden Strom haben die Blöcke B und C des Kernkraftwerkes Gundremmingen bislang produziert. Foto: Weizenegger
Bild: Weizenegger

Gundremmingen Als erste Siedewasser-Doppelblockanlage Europas haben die Blöcke B und C des Kernkraftwerks Gundremmingen jetzt die Stromproduktionsmarke von 500 Milliarden Kilowattstunden (kWh) überschritten. Block B hat dazu mit 255,2 Milliarden kWh beigetragen, Block C 244,8 Milliarden kWh.

"Die ganze Kraftwerksmannschaft ist stolz, dass wir das als erste Siedewasser-Doppelblockanlage Europas erreicht haben", erklärt Dr. Helmut Bläsig, technischer Geschäftsführer des Kernkraftwerks Gundremmingen, in einer Pressemitteilung. Nur die amerikanische Siedewasser-Doppelblockanlage Peach Bottom 2/3 in Pennsylvania hatte - allerdings mit zehn Produktionsjahren mehr - vor einigen Wochen die Marke erreicht.

"Mit 500 Milliarden Kilowattstunden könnten die rund 40 Millionen deutschen Haushalte fast vier Jahre lang sicher, umweltfreundlich und zuverlässig versorgt werden", rechnet Bläsig vor. Mit der Kernenergieproduktion seien fast 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermieden worden.

Beide Reaktoren regelmäßig optimiert und geprüft

Europarekord mit 500 Milliarden Kilowattstunden

Seit ihrer offiziellen Inbetriebnahme 1984 bzw. 1985 seien die beiden Siedewasserreaktoren fortlaufend sicherheitstechnisch optimiert, technisch aktualisiert und regelmäßig umfangreichen Inspektionen und Prüfungen unterzogen worden, erklärt Bläsig weiter.

Insgesamt seien seit Betriebsbeginn der beiden Blöcke über zwei Milliarden Euro für Instandhaltung, Überprüfungen und Aktualisierungen aufgewandt worden. Das habe sich bezahlt gemacht: Mit einer durchschnittlichen Verfügbarkeit von rund 90 Prozent sei Gundremmingen auch international im Spitzenfeld der Kernkraftwerke angesiedelt.

Das Kraftwerk biete nicht nur etwa 1200 Mitarbeitern einen dauerhaften Arbeitsplatz, es sei zudem ein zuverlässiger Ausbildungspartner in der Region. Damit leiste Gundremmingen auch einen erheblichen Beitrag zur lokalen Wirtschaftskraft. Das jährliche Auftragsvolumen des Kraftwerkes liege im mehrjährigen Durchschnitt bei über 150 Millionen Euro, wovon knapp 50 Millionen Euro an Auftragnehmer in Bayerisch-Schwaben gehen.

In einer Stellungnahme kritisiert Raimund Kamm vom Forum "Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik", dass in der Bilanz des Kernkraftwerkes "leider die Atommüllproduktion vergessen" worden sei. "Grundfalsch" sei auch die Aussage, es seien fast 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden worden.

Strom könnte auch strahlenfrei erzeugt werden

"Hätte RWE energisch auf Wind- und Solarkraft statt auf Atom- und Braunkohlekraftwerke gesetzt, könnte der Strom klimaschonend, atommüll- und strahlenfrei wie auch ungefährlich erzeugt werden", so Kamm. Bezeichnenderweise sei auch auf Betreiben von RWE der Landkreis Günzburg noch immer für den Bau von Windkraftwerken gesperrt. (pm)

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