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Holzheim

11.12.2019

Fahren in Eppisburg in Zukunft keine Lastwagen mehr?

Am nördlichen Ende von Eppisburg könnte bald eine Umgehungsstraße entstehen. Der Gemeinderat stimmte in der jüngsten Sitzung eindeutig für das Projekt, das sich auch die Mehrheit der Einwohner wünschte. Das Straßenbauamt Krumbach wird nun mit den Planungen beginnen.
Bild: Karl Aumiller

Plus Nach vielen Diskussionen entscheidet sich der Holzheimer Gemeinderat für eine Umgehungsstraße in Eppisburg. Warum die Entscheidung nicht einstimmig ausfiel.

Seit rund 20 Jahren wird im Holzheimer Gemeinderat über die Ritter-von-Eppo-Straße in Eppisburg diskutiert. Die zunehmende Verkehrsbelastung durch Autos, Lastwagen und landwirtschaftliche Maschinen ist für viele Anwohner eine Belastung. Aufgrund der günstigen Lage zwischen B16 und A8 rollen täglich rund 2500 Autos allein durch Eppisburg. Das hatte eine Statistik des Staatlichen Bauamtes Krumbach ergeben. Doch nicht nur die Blechlawinen sprechen für eine mögliche Umgehungsstraße im Holzheimer Ortsteil. Auch die kurvigen Verhältnisse auf der Straße und die engen Radien sind für viele Bürger ein Dorn im Auge. Um eine vernünftige Lösung zu finden, hatte im November eine Befragung der Eppisburger stattgefunden. Rund 60 Prozent der Einwohner gaben ihre Stimme ab. Davon wünschten sich Zweidrittel die Umgehungsstraße für den Ortsteil.

Alle Gemeinderäte konnten abstimmen

„Knapp ein Jahr ist es nun her, dass das Straßenbauamt Krumbach in unserer Sitzung war“, erläuterte Bürgermeister Erhard Friegel am Dienstagabend im Gemeinderat. Nun müsse die Gemeinde endlich eine Entscheidung treffen. Allen Betroffenen könne es vermutlich nicht recht gemacht werden, betonte der Rathauschef. Da es zum aktuellen Zeitpunkt noch keinen festen Verlauf für die Umgehungsstraße gibt, konnten alle Gemeinderäte abstimmen, auch jene, die an einer möglichen Trasse liegen könnten.

Dass nach vielen Jahren der Diskussion nun endlich eine Entscheidung her müsse, darin waren sich alle einig. Auf die Frage von Martina Speinle, ob die Gemeinde auch einen Rückzieher machen könne, wenn die Planungen nicht gefallen sollten, hatte Friegel eine Vermutung: „Ich denke es ist einfacher, etwas zu bremsen, als anzuschieben.“

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Auch Rat Wolfgang Fenzel sah das ähnlich und betonte, dass es in Höchstädt seit vielen Jahren ähnliche Diskussionen bezüglich einer Umgehungsstraße gebe, doch zwischenzeitlich nichts passiert sei. „Anfangs war ich noch ein kleiner Bub – jetzt bin ich 60 und noch immer gibt es dort keine Lösung.“ Wenn die Gemeinde nicht jetzt den Anstoß gebe, könnte über Jahrzehnte nichts mehr passieren, sagt er. Das Straßenbauamt habe diesbezüglich ein klares Zeichen gegeben. Deshalb solle der Gemeinderat an die Menschen denken, die an der Ritter-von-Eppo-Straße leben.

Warum die Einwohner entschieden haben

An die Anwohner in Eppisburg wollte auch Rainer Egger denken. Er sagte: „Nach demokratischen Prinzipien müssen wir uns jetzt für die Umgehung aussprechen, da sich die Bürger das mit einer Zweidrittelmehrheit gewünscht haben.“ Darin, dass eine größere Variante bis an die Dillinger Straße vermutlich die beste Lösung wäre, war sich der Rat ebenfalls einig. Doch Volker Hanel betonte noch einmal, dass das vom Straßenbauamt aktuell nicht vorgesehen sei.

Andreas Reiser vom Staatlichen Bauamt in Krumbach bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion diesen Umstand: „Die Ortsumgehung ist ausschließlich für den Ortsteil Eppisburg geplant.“ Aufgrund der Voruntersuchungen, die vor einigen Jahren stattgefunden haben, sei eine neue Straße an der Nordseite geplant. „Der genaue Verlauf steht natürlich noch nicht fest; einzig ein ungefährer Korridor ist bekannt“, sagte Reiser.

Gebe es jetzt das Signal aus der Gemeinde, dann werde mit den Planungen begonnen. Die passende Linie werde sich dann sicherlich finden. Stehe der erste Entwurf fest, dann werde dieser dem Rat noch einmal präsentiert. „Gegen den Willen der Gemeinde werden wir keine Straße bauen“, betont er. Die Bürger sollen davon profitieren und einen eindeutigen Nutzen haben. Das oberste Ziel sei klar: Mehr Verkehrssicherheit und eine Entlastung für die Anwohner durch weniger Lärm, Schmutz und Abgase.

Welche Bedenken es weiterhin gab

Trotz des eindeutigen Wunsches der Bürger nach einer Umgehung wurden auch die Nachteile im Gemeinderat noch einmal thematisiert. Maria Schiele und Max Wiedemann verkündeten, dass sie nicht abstimmen werden. „Den Flächenfraß sollten wir nicht außer acht lassen“, appellierte Schiele.

Auch dass die Ritter-von-Eppo-Straße anschließend in den Gemeindebesitz übergehe, sei ein finanzielles Risiko. Rathauschef Friegel gab diesbezüglich Entwarnung: „Abgestufte Straßen dürfen nur in einem guten Zustand übergeben werden.“ 13 Räter stimmten letztlich für die Umgehungsstraße, zwei stimmten nicht mit ab und ein Rat stimmte dagegen.

„Es war ein langer Weg, den wir aber auch so wollten“, sagte der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Gemeinde sei mit der eindeutigen Abstimmung einen wichtigen und sinnvollen Schritt gegangen. Jetzt müssten die weiteren Planungen abgewartet werden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar unserer Autorin:


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