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Gundelfingen

17.08.2018

Fakten, Fakten, Fakten – und an den Wähler denken

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Helmut Markwort, Ex-Focus-Chef, war in Gundelfingen bei einer FDP-Wahlkampfveranstaltung zu Gast. Mit seinem rollenden Wahlplakat "Faktomobil" war Helmut Markwort nach Gundelfingen gekommen. Der Ex-Focus-Chef und FDP-Landtagskandidat präsentierte sich bei der FDP-Podiumsdiskussion zum Thema "Bayern-Deutschland-Europa-Weltpolitik" mit seinen Mitstreitern von links: Ortsvorsitzender Walter Lohner, stv. Landesvorsitzende Junge Liberale Jennifer Kaiser, Moderator und MdB Stephan Thomae, Helmut Markwort, MdB und Landesvorsitzender Baden-Württemberg Michael Theurer, Fraktionsvorsitzende im Europaparlament Nadja Hirsch, Landtags- und Bürgermeisterkandidatin Claudia Stocker, Landtagskandidat Alber Duin, Bezirkstags Kandidat Alois Jäger.
Bild: Hans Gusbeth

Wie die FDP mit dem Zugpferd und Ex-Focus-Chef Markwort in Gundelfingen Wahlkampf macht. Zwei andere Promis fehlen.

Helmut Markwort und Claudia Stocker haben nicht nur ihre Haarpracht gemein. Gut, der Medienmanager aus München ist bundesweit um Lichtjahre bekannter als die FDP-Kandidatin, die aussichtsreich das Bürgermeisteramt in Lauingen und aussichtslos ein Mandat im Bayerischen Landtag anstrebt. Was die beiden eint, ist eine urplötzliche politische Karrierechance, zu der im Grunde weder der 81-Jährige noch die 49-Jährige selbst etwas beitragen konnten.

Eine Eröffnungsrede hat der 81-Jährige schon im Kopf

Bei dem Ex-Focus-Herausgeber hat das, wie er selbst zugibt, mit einem Parteifreund zu tun, der Knall auf Fall zur CSU überlief. Dadurch fiel Markwort quasi über Nacht Platz 16 im Stimmkreis München Land Süd in den Schoß – sonst wäre er auf dem aussichtslosen Platz 32 verhungert. Kommt nun die FDP über fünf Prozent, könnte der Alterspräsident des 18. Bayerischen Landtags Helmut Markwort heißen: „Das ist mein Ziel und die Eröffnungsrede habe ich auch schon im Kopf“, betont der 81-Jährige am Mittwoch im Landgasthof Sonne in Gundelfingen. Dort dreht sich natürlich vieles um den prominenten Münchner, der seit 50 Jahren FDP-Mitglied ist. Nicht zufällig hatte er sein „Faktomobil“ direkt vor dem Veranstaltungsort geparkt. Mit diesem fahrenden Wahlplakat tourt Marktwort derzeit mediengerecht durch die Lande.

Und so wimmelte es am Himmelfahrtstag bei dieser „Superveranstaltung“ (Eigenwerbung) in der „FDP-Hochburg Gundelfingen“ (Christian Lindner) von FDP-Promis, in deren Glanz sich auch Bezirkstagkandidat Alois Jäger und Doppelkandidatin Claudia Stocker sonnen durften. Letztere hatte sich schon zuvor im tête-à-tête mit Markwort über ihre Ambitionen in Lauingen ausgetauscht.

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Der Lauinger Wahlkampf um das Bürgermeisteramt ist eröffnet

Die zusätzliche Karrierechance von Stocker hat mit dem plötzlichen Tod von Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk zu tun. Der tragische Vorfall steigerte deutlich ihre Chance, am 14. Oktober erste Bürgermeisterin von Lauingen zu werden. Immerhin holte sie schon bei der letzten Wahl gegen ihn 36,6 Prozent der Stimmen. Dagegen hat sie als Landtags-Direktkandidatin im Stimmkreis Augsburg Land/Dillingen auf Platz 3 der schwäbischen Liste keine Chance, worüber sie kaum traurig zu sein scheint. Zum einen liegt ihr das Bürgermeisteramt mehr, zum anderen müssen die Liberalen bis zur letzten Sekunde um den Einzug in den Landtag bangen. Indes scheint das Ziel einer „liberalen Bürgermeisterinnen-Schiene Gundelfingen-Lauingen“ für die FDP zum Greifen nahe. Die Veranstaltungsregie in der „Sonne“ orchestrierte es denn auch geschickt, dass Stocker im Wesentlichen zu ihren Zielen als mögliche Bürgermeisterin befragt wurde. Der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Lauingen war damit eröffnet. Bemerkenswert professionell und strukturiert gab sie Auskunft und erhielt von den rund 100 Teilnehmern viel Applaus.

Ein Dillinger war mit den Aussagen gar nicht einverstanden

Und doch gab es bei ihren Aussagen zum Thema Lauingen versus Dillingen einen Zuhörer, der absolut nicht ihrer Meinung war: Der Dillinger SPD-Stadtrat Albrecht Witte, der sich gerne mal öffentlich in Lauinger Flächennutzungspläne einmischt, konnte ein allerdings nur leise gemurmeltes „unfair“ nicht unterdrücken. Sollte Stocker Rathauschefin in Lauingen werden, könnte es mit einer so selbstbewusst auftretenden Bürgermeisterin zwischen den beiden Städten zu Konfrontationen kommen.

Die liberale Schiene nach Gundelfingen könnte dagegen harmonischer werden. Denn dort regiert die ehemalige bayerische FDP-Generalsekretärin Miriam Gruß seit einem Jahr als Bürgermeisterin. Sie übt seitdem dank ihrer Bundes- und Landeskontakte zusammen mit dem Ortsvorsitzenden Walter Lohner eine bemerkenswerte Anziehungskraft nicht nur auf liberale Großkopferte aus. An diesem Abend war sie wegen Urlaubs entschuldigt. Auch der vom FDP-Ortsverein Lauingen nach Gundelfingen gewechselte Georg Barfuß war nicht anwesend.

Am Abend des 14. Oktobers könnte Helmut Markwort feiern, wenn, ja wenn bei den Liberalen eine deutliche Fünf oder mehr vor dem Komma stehen. Dann kann es geschehen, dass der Alterspräsident Markwort den 18. Bayerischen Landtag eröffnet, vermutlich eher mit Fakten, Fakten, Fakten als mit göttlicher Eingebung. Und dann könnte es auch geschehen, dass Claudia Stocker erste Lauinger Bürgermeisterin ist und mit Markwort auf ihre liberalen Erfolge anstößt.

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