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Landkreis Dillingen

18.09.2020

Fallen unsere Weihnachtsmärkte im Corona-Jahr aus?

Dichtes Drängen an den Buden: Diese Szenen werden sich in diesem Jahr sicher nicht abspielen – unabhängig davon, ob unsere Weihnachtsmärkte im Landkreis Dillingen stattfinden werden oder nicht. Das Bild ist aus dem Archiv und zeigt den Christkindlesmarkt in Höchstädt.
Bild: Erika Langone (Archiv)

Plus Seit Ausbruch der Pandemie sind viele Events abgesagt worden. Derzeit ist es auch unsicher, ob es heuer die beliebten Adventsmärkte im Landkreis Dillingen geben wird. Alternativen?

Das Münchner Oktoberfest ist abgesagt, der Nürnberger Christkindlesmarkt soll dagegen stattfinden. Auch der Dillinger Häfelesmarkt wird veranstaltet. Der große Herbstmarkt in Höchstädt ist bereits ausgefallen. In weniger als hundert Tagen ist Weihnachten. Die Woche vor dem Heiligen Abend ist für viele Menschen wohl die schönste Zeit des Jahres. Glühwein, Bratwurst und leckere Süßspeisen locken jährlich Millionen auf die Adventsmärkte. Auch bei uns im Landkreis Dillingen ist der Budenzauber beliebt – von kleinen Märkten auf den Dörfern bis hin zu den großen Veranstaltungen in den Städten. Aber 2020 ist das Corona-Jahr. Was ist möglich? Was nicht? Was wollen die Verantwortlichen organisieren? Oder eben auch nicht?

Das Ergebnis einer Umfrage

Eine endgültige Entscheidung, so das Ergebnis unserer Umfrage unter den Kommunen, ist bislang nicht getroffen. Auch in Höchstädt nicht, wie Bürgermeister Gerrit Maneth sagt. „Einlasskontrollen? Abstände? Müssen wir Platzverweise verteilen? Wer macht das? Wir wollen was machen, aber wir überlegen gerade intensiv, was möglich ist“, so Maneth. Auch ein Weihnachtsmarkt sei Teil des kulturellen Lebens und die Menschen würden sich nach Gesellschaft sehnen. Bald soll eine finale Entscheidung getroffen werden, so ein Markt brauche auch eine entsprechende Vorlaufzeit für die Planung. Eine erste Idee, so der Bürgermeister: In verschiedenen Stellen in der Stadt Buden aufbauen, um die Massen zu entzerren.

Eine Entscheidung ist in der Donaustadt aber bereits gefallen. Die Frauenwelt, ein Markt von und für Frauen, findet statt. Geplant ist die Veranstaltung am 17. Oktober rund um die Nordschwabenhalle – vieles soll im Freien Platz finden. „Die Resonanz war vergangenes Jahr so positiv. Wir wollen die Aussteller nicht hängen lassen“, sagt Maneth. Gemeinsam versuche man nun ein Konzept zu erstellen, mit dem alle Hygieneregeln eingehalten werden könnten. „Es wird am 31.12.2020 nicht vorbei sein. Vielleicht bringen uns die Veranstaltungen bis dahin aber gewisse Erfahrungswerte fürs nächste Mal“, erklärt der Bürgermeister.

Die Wertinger Schlossweihnacht

Wann das nächste Mal die Wertinger Schlossweihnacht stattfindet, ist aktuell fraglich. Bürgermeister Willy Lehmeier sagt: „Stand heute gibt es noch keine finale Entscheidung. Sollte ein Weihnachtsmarkt stattfinden, sicherlich in einem ganz neuen Format. Die beliebte Schlossweihnacht kann unter den Vorgaben leider nicht durchgeführt werden.“ Es müsste – wenn überhaupt – mehr freie Fläche und ein reduziertes Angebot organisiert werden. Das sei weder im Schloss noch im Schlossgraben möglich. Zudem müssten auch die Aussteller in Absprache mit dem Einzelhandel mitmachen.

In Abstimmung mit der Wirtschaftsvereinigung und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der weiteren Landkreis-Städte werden auch in der Großen Kreisstadt in Dillingen in diesem Jahr voraussichtlich keine Sonntags-Märkte stattfinden. Anders der Töpfermarkt, auch bekannt als „Häfelesmarkt“: Eine Ausnahmeregelung sieht in Bayern vor, dass traditionelle Handwerker- und Töpfermärkte abgehalten werden dürfen – unter Einhaltung einer Reihe von Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen. Für die Stadt habe die Gesundheit der Besucher höchste Priorität, daher werde es auf dem gesamten Töpfermark Maskenpflicht geben, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung. Weiter heißt es, dass vorgegebene Laufwege zu berücksichtigen seien. Nicht vorschnell absagen wolle man in Dillingen dagegen den Christkindlmarkt – ein Besuchermagnet in jedem Jahr. Aktuell, so heißt es, werden Alternativ-Konzepte geprüft.

Wie schaut es beim Martinimarkt in Holzheim aus?

Ungewiss ist die Situation auch in der Aschberggemeinde Holzheim. Geschäftsstellenleiter Rainer Brenner und Bürgermeister Simon Peter können noch nicht sagen, ob ein Weihnachtsmarkt oder der beliebte Martinimarkt durchgeführt werden können. „Der Herbstmarkt“, so Brenner, „fällt sicher aus“. Der Weihnachtsmarkt wurde bisher noch nicht thematisiert, dazu ist laut Peter erst eine Absprache mit den Vereinsvorsitzenden nötig. In der aktuellen Situation stehe der Schutz der Gemeinde im Vordergrund.

Wie es um den Weihnachtsmarkt in Gundelfingen steht, findet Rainer Hönl, Vorsitzender der örtlichen Wirtschaftsvereinigung, eine „gute Frage“. Vor 14 Tagen hatte die Wirtschaftsvereinigung Gundelfingen dazu eine Sitzung. Allerdings bislang ohne Ergebnis. Nächste oder übernächste Woche soll dann eine Besprechung zwischen Wirtschaftsvereinigung und Stadt Gundelfingen stattfinden. Sicher ist aber, „es wird auf jeden Fall nicht wie früher“. Die Entscheidung fällt angesichts der steigenden Corona-Zahlen nicht leicht. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, sagt Rainer Hönl weiter. Denn, wenn selbst der Fasching nicht stattfindet, „tun wir uns allen nichts Gutes“. Es liegen bereits viele Anfragen für Stände auf dem Markt vor, allerdings müssen auch sie auf eine endgültige Entscheidung warten. Wenn der Weihnachtsmarkt stattfindet, dann wird er mit großer Sicherheit deutlich kleiner ausfallen, denn im größeren Rahmen wäre ein großer Kostenpunkt das zusätzliche Sicherheitspersonal zum Einhalten des Infektionsschutzes. Während in Gundelfingen immerhin Zuständigkeiten geklärt sind und „nur“ darüber beraten wird, ob der Markt stattfinden kann oder nicht, steht die Stadt Lauingen noch vor einer größeren Herausforderung.

Einhaltung des Infektionsschutzes

Vor zwei Monaten hat die Wirtschaftsvereinigung die Organisation des Weihnachtsmarktes an die Stadt abgegeben. Markus Schirmer vom Ordnungsamt berichtet, dass neben dem Ob und Wann auch das Wer geklärt werden muss. Die neue Zuständigkeit für den Markt ist hausintern nämlich nicht festgelegt. Darüber wird zur Zeit noch beraten. Eine Entscheidung, wie und wo der Markt unter Einhaltung des Infektionsschutzes abgehalten werden kann, soll in den nächsten Wochen fallen. Einen Stichtag gibt es allerdings nicht. Für den Veranstaltungsort steht wohl unter anderem das Donauufer im Raum, aber das ist nur eine Idee von vielen. Antje Kling aus dem Vorzimmer der Bürgermeisterin bestätigt die schwierige Lage, denn auch für den Martinimarkt, der gewöhnlich vor dem Weihnachtsmarkt stattfindet, steht noch nichts fest. „Wir sind mal gespannt“, sagt sie.

Lesen Sie den Kommentar von Simone Bronnhuber:

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