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Höchstädt

25.06.2017

Fetzige Rhythmen im Schlossambiente

„Concerto Latino“ begeisterte im Höchstädter Schlosshof mit südamerikanischen Klängen vom Feinsten.
Bild: Margot Sylvia Ruf

Das Freiluftkonzert wird zum musikalischen Spektakel. Das Publikum ist hingerissen.

Wenn große Leidenschaft zur Musik Regie führt, dann ist das Lanzinger Trio unterwegs, das bei allen Konzerten mit überschwänglichem Beifall empfangen wird. Am Samstagabend klangen fetzige Rhythmen vom Schlossberg herunter und erfreuten beim Freiluftkonzert auch diejenigen Höchstädter, die nicht persönlich als Zuhörer anwesend waren.

Das Konzert bereicherte das Quintett „Concerto Latino“ aus Dillingen, das mit einer großen musikalischen Bandbreite aufwartete und mit brasilianisch anmutendem Temperament die heiße Frühsommernacht zusätzlich anheizte. Ein toller Genuss für alle, die den rundum perfekten Musikern des Abends, die auf Einladung des Kulturforums Höchstädt auftraten, frenetischen Beifall zollten. Das Lanzinger Trio schien besonders gut gelaunt zu sein und die lockere Moderation des Namensgebers der mittlerweile renommierten Musikformation tat das Ihrige dazu, den Abend kurzweilig zu gestalten. Die drei Musiklehrer, die man sich so engagiert in der eigenen Schulzeit gewünscht hätte, spielen an gegen Einseitigkeit, Volkstümelei in den Hitparaden und musikalische Engstirnigkeit.

Trotzdem hegen sie eine leidenschaftliche Liebe zu den typischen Instrumenten der echten Volksmusik, zu Zither, Hackbrett und Gitarre, denen sie alles entlocken, was nur herauszuholen ist. Die drei Profimusiker Komalé Akakpo, Jörg Lanzinger und Hannes Mühlfriedel betreiben ihre progressive Stubenmusik mit einer fast maßlosen Lust und beeindruckender handwerklicher Meisterschaft. Das Publikum im Höchstädter Schlosshof quittiert das Programm mit Walzern, Landlern und Polkas immer wieder durch heftigen Applaus und erfährt auch viel über die Eindrücke, die das Trio in seinen Kompositionen verarbeitet. Das geht vom Kali-Berg bis hin zur geräuschvoll in den Apfel beißenden Tochter, verrät Jörg Lanzinger.

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Nach der Pause ist es dann das Dillinger Quintett „Concerto Latino“, das eine hinreißende südamerikanische Atmosphäre mit wunderbaren Klangteppichen verbreitet. Die Musiker agieren voller Leichtigkeit und lassen ihre Zuhörer nicht nur wegen der warmen Temperaturen nur so dahinschmelzen. Sonja Lorenz-Bayer (Flöte), Agata Englert (Gitarre), Franz Heim (Kontrabass) und Christian Kempter (Vibraphon/Akkordeon) sowie die an diesem Abend gastierende zauberhafte Percussionistin Ellen Mayer lassen musikalische Glanzlichter aufleuchten. Das Quintett präsentiert konzertante Tango-nuevo- Kompositionen eines Astor Piazolla genauso wie typische Bossa-nova-Klänge oder zeitgenössische Sambas. Franz Heim moderiert voller Humor in heiterer „Rotwein-Laune“. Als eine eigenwillige Fassung der Bayern-Hymne erklingt, ist das Publikum restlos begeistert.

Am Ende verneigen sich die beiden Musikformationen des Freiluftkonzertes mit einem gemeinsamen Auftritt, der den Akteuren offensichtlich selbst viel Spaß gemacht hatte.

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