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Landkreis Dillingen

17.12.2020

Fleißige Biber beschäftigen den Landkreis Dillingen

Dieses Bild entstand entlang der Donau bei Höchstädt. Der Biber hat ganz schöne Arbeit geleistet.
Bild: Rieder

Plus Die Biber-Population ist im Landkreis seit Jahren auf dem gleichen Niveau. Es gibt Stellen, wo die Spuren deutlich sichtbar sind. Was, wenn ein Baum umkippt.

Wäre es nicht so gefährlich, dann könnte es glatt als Kunstwerk durchgehen. Zumindest ist sicher: Handwerklich lässt sich der Biber nicht lumpen. Denn so, wie das Tier diese Bäume entlang der Donau bei Höchstädt bearbeitet hat, kann es sich sehen lassen. Ein Leser hat uns ein Bild davon geschickt und auch eine Frage, die ihn beschäftigt, dazu gestellt. Er will wissen, was passiert, wenn solch ein Baum umkippt und Schaden hinterlässt. Mehr noch: Er macht sich Gedanken, was passiert, wenn sogar Menschen dadurch Schaden erleiden.

Wenn der Biber über Nacht nagt, hat man Pech

Christa Marx, zuständige Juristin am Landratsamt Dillingen, sagt, dass es immer auf den Einzelfall ankomme. Aber angenommen, der Biber nagt über Nacht, es passiert etwas oder es war unvorhersehbar, „dann hat man schlicht Pech“. Ihr sei aber kein Fall bekannt, bei dem die Gesundheit von Menschen durch Biberschäden beeinträchtigt worden sei.

Aber: „Wir haben im Jahr 2019 insgesamt rund 11700 Euro an Schäden an den Biberschadensfonds zur Erstattung angemeldet. Zur Schadensregulierung wurden rund 7900 Euro ausbezahlt, das heißt, die Schäden wurden in der Höhe im Umfang von rund 67 Prozent erstattet“, sagt Marx. Hauptsächlich wurden Fraßschäden, Flurschäden, Vernässungsschäden, forstwirtschaftliche Schäden und Sachschäden in der Landwirtschaft gemeldet, die Meldung für das aktuelle Jahr werde gerade erstellt.

Biber: Gemeinden tragen ihre Schäden selbst

Die Höhe der gemeldeten Schäden belaufe sich aber in etwa auf dieselbe Summe wie im Vorjahr. Der Fonds des Ministeriums sei grundsätzlich gedeckelt, aber: Werde mehr gemeldet, werde prozentual weniger entschädigt. Das gelte für ganz Bayern. Laut Christa Marx gibt es aber eine Ausnahme: „Gemeinden müssen ihre Schäden grundsätzlich selbst tragen. Die Kommunen bekommen keine finanzielle Entschädigung.“ Der Fonds sei vor allem für Landwirte und Privatleute gedacht. Gerade Fraßschäden auf landwirtschaftlichen Flächen oder auch Schäden an Maschinen werden entschädigt.

In den einzelnen Kommunen im Landkreis Dillingen gebe es dafür Biber-Beauftragte, die regelmäßig bekannte Stellen abgehen und laut Marx „schauen, dass keine gefährlichen Stellen entstehen“. Deshalb wisse man auch, dass die Population im Landkreis Dillingen seit Jahren auf dem gleichen Niveau ist. Alle Biberreviere sind derzeit auch besetzt. Heißt: Rund 350 Biber leben derzeit im Landkreis. Und sie nagen fleißig vor sich hin.

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