1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Flüssiges Aluminium ausgelaufen

Gundelfingen

22.07.2013

Flüssiges Aluminium ausgelaufen

gartneraluschmelze%20006.jpg
4 Bilder
Bild: von Neubeck

Heute Morgen Betriebsunfall bei Gartner Extrusion in Gundelfingen

Von Peter von Neubeck

Rund zwölf Tonnen flüssiges Aluminium flossen heute Morgen von einem Schmelzofen bei der Gundelfinger Firma Gartner Extrusion in den Keller. Nach bisherigen Erkenntnissen entwich das Metall, das rund 750 Grad Celsius heiß ist, durch ein Loch im Ofen. Wie es dazu kam, ist noch ein Rätsel.

Von den insgesamt rund 330 Beschäftigten des Gundelfinger Werkes waren in der Morgenschicht etwa 120 Mann anwesend. Vier Männer waren in der Schmelzerei beschäftigt, wo Schrott aus dem Produktionsprozess der gesamten Gutmann-Gruppe, zu der Gartner Extrusion gehört, in Barren gegossen wird, die dann in der Produktion weiterverarbeitet werden. Gegen 7 Uhr bemerkten sie das Leck. Daraufhin wurden die Feuerwehren verständigt. Strom und Gasversorgung für die Schmelzerei wurden abgestellt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch Sanitätsbesatzungen machten sich vorsorglich auf den Weg nach Gundelfingen, doch blieben Menschen, zum Glück, vor Schaden bewahrt. Die vier Männer aus der Schmelzerei wurden vorsorglich ärztlich untersucht, doch auch sie blieben unverletzt.

24 Stunden rund um die Uhr ist der Schmelzofen im Einsatz, erläuterte vor Ort Prokurist Alexander Merenda. Es ist der einzige Ofen im Betrieb. Er dürfte jetzt für einige Wochen ausfallen, doch Näheres ist nicht bekannt, weil wegen der großen Hitzeentwicklung nicht näher herangegangen werden kann. Zunächst hatten die rund 80 Helfer der Feuerwehren  -   neben den Werkswehren von Gartner Extrusion und Gartner auch die Wehren aus Gundelfingen, Lauingen, Haunsheim, Peterswörth, Medlingen, Bächingen und Unterbechingen, der Landkreis-Gerätewagen Atemschutz sowie die Örtliche Einsatzleitung - noch ohne Atemschutz die Unfallstelle besichtigen können und dort im Ofen ein Loch entdeckt, aus dem das flüssige Aluminium rann. Später konnte die Halle nur noch mit schwerem Atemschutz betreten werden, weil der Rauch durch das Verbrennen bzw. Verschmoren von Kabeln, Kartonagen und sonstigen Behältern sich seinen Weg in die umliegenden Hallen gebahnt hatte.

Das Aluminium bahnte sich seinen Weg durch Kabelschächte und Leitungsöffnungen in den Keller, wo es durch eine Tür gestoppt wurde, die mit Sandsäcken verstärkt wurde. Ein Stahlbehälter, der zum Auffangen des Metalls unter die Öffnung im Deckenboden gestellt worden war, hatte sich schnell gefüllt.

Markus Gärtner, Kommandant der firmeneigenen Feuerwehr, meldete gegen 9.30 Uhr, dass man "alles im Griff" habe, es bestehe keine akute Gefahr mehr.

Der Betrieb lief unterdessen weiter, und auch für die nächsten Tage sieht Alexander Merenda keine Gefährdung der Produktion: "Wir haben für zwei Wochen Reserven, aber vorsorglich schon 400 Tonnen in Rotterdam reservieren lassen. Wir sind voll ausgelastet und haben zehn Wochen Lieferzeit. Die Produktion geht unvermindert weiter, aber das Wichtigste ist, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind."

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20W.Hieber_und_Musik.tif
Fasching

Rudelsingen im Bleichestadel

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden