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Fridays for Future im Kreis Dillingen: Lasst die Jugend nicht alleine

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Kommentar Von Benjamin Reif
12.09.2019

Auch der kleine Landkreis Dillingen kann in der globalen Klimafrage etwas bewirken. Denn Politik funktioniert oft von unten nach oben.

Es geht nicht darum, ob die Schüler um 12 Uhr in der Schule sein sollten oder nicht. Die Mitglieder von „Fridays for Future“ sind zu Recht verärgert, dass ihr Protest von vielen auf diese Frage heruntergebrochen wird. Um es klar zu sagen: Das ist unwichtig. Kein Schüler sollte bei einer Abwesenheit bestraft werden, wenn er für seine Zukunft kämpft.

Es ist lediglich ein Nebenschauplatz, der vom Thema ablenkt. Eigentlich wichtig ist, dass es längst einen Klimanotstand gibt. Ob man ihn nun „Notstand“ oder „Krise“ nennt oder vor der „Katastrophe“ warnt – Fakt ist, dass die Welt auf einen Zustand zusteuert, in dem sie nicht mehr bewohnbar für Menschen ist. Und das nicht erst in ferner Zukunft, sondern innerhalb weniger Jahrzehnte. Und ja, das ist Fakt, keine Hypothese, sagen 97 Prozent der Klimawissenschaftler weltweit.

Fridays for Future hat bereits starken Einfluss genommen

Die jugendlichen Demonstranten müssen somit unbedingt Unterstützung erhalten. Wer glaubt, dass ein Klimanotstand im kleinen Landkreis Dillingen keine Wirkung im „großen Ganzen“ hätte, der irrt. Politik funktioniert von unten nach oben. Jede Kommune, die sich hinter die Ziele der Bewegung stellt, erhöht den Druck auf die Entscheider im Landtag. Diese wirken wiederum auf die Bundesregierung ein. Diese wiederum auf die EU. Wie stark die Bewegung schon Einfluss auf die Politik genommen hat, kann man an der wundersamen Wandlung Markus Söders sehen.

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Und dieser wird sich dabei sehr genau angesehen haben, wie die Stimmung „in der Provinz“ ist. Die Beteiligung an Demonstrationen von „Fridays for Future“, gerade von Erwachsenen, macht auf Politiker großen Eindruck. Der Wandel hin zu einer rigoros auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Stadt- und Kreisentwicklung ist ohnehin eine Notwendigkeit, die der Landkreis besser früher als später akzeptiert. In China gibt es die schöne Weisheit: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ Mit Letzteren hat es der Landkreis bisher ja nicht so. Das sollte sich ändern – nicht nur im übertragenen Sinn.

Lesen Sie dazu den Artikel: Klimaschutz im Landkreis Dillingen soll keine „Kindersache“ bleiben

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