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Bühne

20.11.2018

Geburtstagswunsch: Schwiegertochter

Ferdinand Haüslein ist stolz, dass er mit seinem Geburtstagsgeschenk in diesem Jahr seiner Frau Paula endlich einmal sichtbar eine Freude gemacht hat.
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Ferdinand Haüslein ist stolz, dass er mit seinem Geburtstagsgeschenk in diesem Jahr seiner Frau Paula endlich einmal sichtbar eine Freude gemacht hat.

Die Theatergruppe Lutzingen trifft erneut mit der Auswahl des Stücks ins Schwarze und glänzt bei der schauspielerischen Umsetzung. Autorin Regina Rösch ist im Publikum.

Stehende Ovationen mit Zugabe-Rufen und beinahe nicht endenden Beifallskundgebungen: Ein Szenario zum Abschluss einer Theateraufführung, wie sie auch laut Aussage von Rainer Burggraf die Lutzinger Theatergruppe seit ihrem Bestehen noch nie erlebt hat. Und dieser Schlussbeifall im ausverkauften Theater des Interkommunalen Bürger- und Kulturzentrums (IBL) war auch berechtigt. Denn mit welchem Schwung, Witz und schauspielschem Können die Lutzinger Laienspielgruppe auftrumpfte, ist in dieser Form von Wirtshaustheater fast nicht mehr zu toppen. Doch Vorsicht, bereits im vergangenen Jahr hatten die Lutzinger Theaterspieler mit ihrem charmant frechen, spielwitzigen und temporeichen Bühnenspiel dermaßen überzeugt, dass es schien, dies sei nicht mehr zu übertreffen.

Doch mit der Komödie „Junggesellenabschied“ aus der Feder von Regina Rösch hatte das Ensemble wieder einmal für sich ein Stück einstudiert, in dem die Rollen für jeden einzelnen Schauspieler der Lutzinger Truppe geschrieben worden sei. Das kam beim Publikum an. Beinahe jede Szene wurde von erfrischendem Lachen aus dem Publikum begleitet, was die Schauspieler neben der Anwesenheit der Autorin Regina Rösch im Publikum noch zu beflügeln schien.

Hervorzuheben: Steffi Schadl

Erstaunlich auch die Textsicherheit des Ensembles, wobei an dieser Stelle besonders Steffi Schadl in ihrer Rolle als beinahe stets polternde und schimpfende Ehefrau Paula Häuslein hervorgehoben werden muss. War sie doch fast zu 90 Prozent des Stücks auf der Bühne präsent, ohne an Spielwitz, Tempo und Spielkonzentration zu verlieren. Dabei immer in ihrem Spiel trotz ihrer temperamentvollen Wutausbrüche kontrolliert. Doch standen ihre Schauspielerkolleginnen und -Kollgen ihr beinahe in nichts nach, außer deren Rollen verlangten nicht diese häufige Bühnenpräsenz.

Kurz zum Inhalt des Dreiakters: Manfred Häuslein (Jochen Schieferle) hat es nicht leicht. Seit fünf Jahren nervt ihn seine Mutter Paula Tag und Nacht mit ihrem Wunsch nach einer Schwiegertochter aus gutem Hause, die möglichst auch noch etwas Geld in die Ehe bringen soll. Auch Vater Ferdinand (Harald Sager) und sein Freund Alfons (Markus Weber) sind stark an einer möglichst schnellen Hochzeit interessiert, möchte man doch die Gelegenheit nutzen, um bei Manfreds Junggesellenabschied endlich mal wieder eine richtige Feier unter Männern zu veranstalten. Und das, bevor man nur noch mittels Rollator zum Junggesellenabschied gehen kann. So steht schließlich der 59. Geburtstag von Paula vor der Tür, doch wie schon in den Vorjahren, scheint auch dieser Geburtstag unter einem schlechten Stern zu stehen.

Die Theatergruppe Lutzingen hat sich den Applaus verdient

Außer Bratpfanne und Kochtopf fällt Ferdinand, wie schon in den letzten zwanzig Jahren, kein passendes Geschenk ein. Und auch der größte Wunsch von Paula wird sich nicht erfüllen: Manfred hat noch immer keine heiratswillige Freundin, und der Traum zum 60. Geburtstag endlich Oma zu werden, rückt in weite Ferne. Weitere tragende Rollen verkörpern Rainer Burggraf als Lanzelot von Schönfeld und Georgine Schieferle als dessen Frau Angelina. Christine Heckl überzeugt als Dorfratschen Annemarie Schnell im Postbotenkostüm, und Karin Schweyer versucht als Ehefrau Betty Meister ihre Freundin Paula in ihrem Zornestemperament zu zügeln. Nicht zu vergessen Michaela Götz als Tamara von Schönfeld, die in ihrer Rolle einer vermeintlichen Schwiegertochter buchstäblich auflebt und das Karussell des Humors in Schwung hält.

Wegen der starken Kartennachfrage wird neben der Vorstellung am Sonntag 25. November, 15 Uhr, noch eine Vorstellung um 20 Uhr gespielt.

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