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Verkehr

19.02.2021

Grüne äußern Kritik an den Plänen zum Bahnübergang in Peterswörth

Eine Lösung, um den höhengleichen Bahnübergang in Peterswörth sicherer zu machen, ist seit vielen Jahren ein Thema. Ob Unter- oder Überführung oder eine Verlegung der Kreisstraße, es gibt viele Ideen.
Bild: Karl Aumiller

Seit Jahren wird über den Bahnübergang in Peterswörth diskutiert. Die Ortsgruppe der Grünen kritisiert die geplante Unterführung. Auch im Stadtrat soll das Thema demnächst wieder aufgegriffen werden

Seit Jahren wird über den Bahnübergang in Peterswörth diskutiert (wir berichteten). Nicht nur der Bahn ist er ein Dorn im Auge. Höhengleiche Bahnübergänge, die beschrankt sind, sollen der Sicherheit wegen durch Unter- oder Überführungen ersetzt werden. Dazu waren bereits verschiedene Lösungen diskutiert worden.

Bahnübergang in Peterswörth: Es gab verschiedene Ideen

Unter anderem war überlegt worden, ob die Kreisstraße vom Wünschsee aus beim Fischerheim abgezweigt werden und von dort aus zur B16 führen sollte. Dabei hatte sich jedoch bei den Grundstückseigentümern Widerstand geregt, bevor die Planungen konkret geworden waren. Die wirtschaftlichste Lösung wäre eine Überführung gewesen. Diese fand jedoch bei den Bewohnern und Landwirten in Peterswörth keine Zustimmung. Gegen den Wunsch der Bevölkerung wolle die Stadt nichts unternehmen, betont Geschäftsstellenleiter Heinz Gerhards. Mit der Überführung wäre eine richtige Mauer entstanden, die den Zugang zum Sportzentrum und dem Wünschsee erschwert hätte.

Derzeit ist deshalb eine Unterführung im Rennen. Doch der Ortsverband der Grünen in Gundelfingen sieht die angedachte Lösung skeptisch. Der Bahnübergang rechtfertige keine Ausgabe von 13 Millionen Euro Steuergeldern für eine Unterführung. Eine weitaus kostengünstigere Variante sehen die Grünen daher in einer technischen Aufrüstung der Schrankenanlage. Die häufigste Unfallursache, hätte eine Anfrage bei der Polizei ergeben, gehe zurück auf die tief stehende Sonne.

Warum der Ortsverband der Grünen die Unterführung kritisiert

Auch eine Bahnunterführung könne zu Unfällen führen, betont der Ortsverband. „Tageslichtunterschiede, Lichtverhältnisse im Tunnel, Glätte, Rutschgefahr, Auffahrunfälle, Panik durch Enge, hohe Geschwindigkeiten – wir können keine Straße, keine Autobahn, keine Bahnstrecke, keinen Flug und keinen Radweg zu 100 Prozent sicher machen“, sagt Roswitha Stöpfel, Sprecherin der Ortsgruppe und Stadträtin. Jeder Unfall sei zu viel, doch 13 oder vielleicht dann 20 und mehr Millionen an Ausgaben für eine Bahnunterquerung, sieht der Ortsverband kritisch. Eine Nullvariante höre sich zwar schön an, so Stöpfel, aber auch ein Tunnel müsse gepflegt, Pumpen müssten gewartet und erneuert werden.

Bisher nicht erwähnt, betont sie, sei außerdem der Einschnitt in die Natur. Dazu gehöre beispielsweise der Tunnelbau mit Zu-und Abfahrt von weit über 600 Meter im Hochwassergebiet HQ100. Landwirtschaftliche Flächen gingen verloren und würden versiegelt. Stöpfel sagt: „Dies alles, obwohl die technische Aufrüstung der Signalanlage am Bahnübergang für einen Bruchteil der Kosten machbar wäre und der Sicherheit vermutlich in nichts nachstehen würde.“ Die Nullvariante sei vielleicht die einzig mögliche Lösung, den höhengleichen Bahnübergang zu beseitigen, aber sicher nicht die wirtschaftlichste. Vorteile daraus würden sich weder für den Menschen noch für die Natur am Bahnübergang ergeben.

Stadtrat will den Bahnübergang Peterswörth demnächst diskutieren

Der Gundelfinger Stadtrat möchte den Bahnübergang in einer der nächsten Sitzungen ebenfalls erneut thematisieren. Noch sei nichts entschieden, betont Bürgermeisterin Miriam Gruß. Das Thema lasse viele Emotionen hochkochen; eine Entscheidung müsse aber erst bis 2026 getroffen werden. (tafe mit pm)

Für ein persönliches Telefonat mit den Grünen am Samstag, 20. Februar, von 16 bis 19 Uhr, können sich Interessierte unter gruene-gundelfingen@t-online.de anmelden. Ein Online-Stammtisch findet am Mittwoch, 24. Februar, ab 19.30 Uhr ebenfalls nach Anmeldung statt.

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