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Verkehr

30.05.2012

IHK: Ortsumgehungen statt Durchfahrtsverbote

Stellungnahme der Regionalversammlung zur diskutierten Korridorsperrung auf der B16

Dillingen Der Ausbau der Bundesstraße 16 muss aus Sicht der regionalen Wirtschaft so schnell wie möglich angepackt werden.“ Die IHK-Regionalversammlung Dillingen hat sich klar hinter eine Entschließung des Kreistags für einen raschen Bau der Ortsumgehungen von Dillingen und Höchstädt gestellt. „Es muss sichergestellt werden, dass der Bau der Ortsumfahrung Dillingen noch in diesem Jahr wie angekündigt aus dem Sonderprogramm des Bundes finanziert und begonnen wird und dass für den Bau der Umfahrung Höchstädts baldmöglichst die Voraussetzungen geschaffen werden“, erklärten der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Dillingen, Dr. Harald Westheide, und IHK-Vizepräsident Walter Berchtenbreiter.

Die B16 sei insbesondere auf dem Abschnitt Günzburg–Donauwörth eine wichtige West-Ost-Querverbindung innerhalb von Bayerisch-Schwaben. Für die Unternehmen im Donautal stelle sie den Hauptzugang zu den Autobahnen A 8 und (über die B 492) zur A7 sowie zur Bundesstraße B2 dar. Die im Januar veröffentlichte Verkehrszählung des Bundesamtes für das Straßenwesen (BASt) weise auf der B16 zwischen den beiden Nachbarstädten Lauingen und Dillingen einen durchschnittlichen täglichen Verkehr von 21200 Fahrzeugen aus. „Die stark produktionsorientierte Wirtschaft im Donautal braucht eine leistungsfähige Anbindung an die überregionalen Achsen“, so Westheide und Berchtenbreiter. „Es geht um den Verkehr der regionalen Wirtschaft.“

Ein klarer Standortnachteil

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Zugleich widersprachen die beiden Unternehmer den jüngsten Forderungen auch aus der Kommunalpolitik nach einer nicht näher spezifizierten sogenannten „Korridorsperrung“ für den Lkw-Verkehr auf der B16. Ein Durchfahrverbot für Lkw mit mehr als zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und ein daraus folgendes Antragsverfahren für Ausnahmegenehmigungen im regionalen Verkehr stellten einen klaren Standortnachteil dar. „Dies gilt umso mehr in einem Landkreis, der gar keinen eigenen Autobahnanschluss hat.“ Eine Politik der Verdrängung des Lkw-Verkehrs auf das nachgeordnete Straßennetz sei kontraproduktiv und schaffe an Strecken, die dafür nicht ausgebaut sind, unverhältnismäßige Belastungen. Dies habe zuletzt das Beispiel der Sperrung der Bundesstraße B25 in Dinkelsbühl illustriert, wo der Ost-albkreis eine bis dahin bundesweit einmalige „Korridorsperrung“ des gesamten Straßenraums zwischen Nördlingen und der Autobahn A7 zur Abwehr von abgedrängtem Lkw-Verkehr erließ. Dort steht der Begriff „Korridorsperrung“ nicht für eine einzelne Strecke, sondern für ein flächenhaftes Durchfahrverbot. Die detaillierte Analyse der Zählungsdaten des Bundesamtes für Straßenverkehr (BASt) für einzelne Teilabschnitte der B16 lege nahe, dass die Argumentation, es handele sich bei den Lkw auf der B16 um „Mautausweichverkehr“, zumindest eine undifferenzierte Verallgemeinerung darstellt, erklärten Westheide und Berchtenbreiter.

Zunahme von 2005 bis 2010 bis zu acht Prozent

Den manuellen Zählungen zufolge habe die Zahl der täglichen Lkw (über zwölf Tonnen) auf der B16 zwischen Gundelfingen, Lauingen, Dillingen und Höchstädt je nach Abschnitt von 2005 bis 2010 zwischen zwei und acht Prozent zugenommen. Einerseits konzentriere sich die Zunahme des Lkw-Verkehrs also genau auf die Region mit dem höchsten Industriebesatz. Andererseits fahren auf dem östlicher gelegenen Teilstück der B16 heute offenbar sogar weniger Lkw als vor der Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen. Der Verkehrszuwachs auf der B16 sei vielmehr vor allem auf eine Zunahme des Verkehrs an Pkw und an kleineren Nutzfahrzeugen zurückzuführen. „Dieser Entwicklung kommt man aber mit einem Lkw-Durchfahrverbot nicht bei.“ Die von allen Seiten angestrebte Verbesserung der Situation sei nur durch einen Ausbau der B16 zu erreichen. (pm)

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