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Ziertheim

18.08.2020

In der Lackiererei Haselmeier in Ziertheim trägt man Maske

Beim Spritzverzinken, hier bei der Firma Fahrzeuglackierung Armin Haselmeier in Ziertheim, muss man eine Maske tragen.
Bild: Steffi Haselmeier

Plus "Maskenträger"-Serie: Uns nervt der Mund-Nase-Schutz oft. In der Lackiererei Haselmeier in Ziertheim gibt es teils ganz andere Kaliber an Masken.

Wegen Corona sollen wir alle einen Mund-Nase-Schutz tragen. Andere tun es berufsbedingt oder im Notfall. Anlass genug, die anderen Maskenträger vorzustellen. Dieses Mal: Ein Besuch bei der Lackiererei Haselmeier in Ziertheim.

Lackiererei Haselmeier in Ziertheim: Von der Maske bis zum Schutzanzug

In diesem Unternehmen gibt es gleich verschiedene Masken – bis zum kompletten Schutzanzug samt Frischluftzufuhr, mit Luftwärmer und -befeuchter im Winter. Es ist die Lackiererei Haselmeier in Ziertheim. Was dort vor 31 Jahren mit Unfallreparaturlackierungen begann, hat sich mittlerweile zu einem 20000 Quadratmeter großen Betrieb mit einem eigenen Fuhrpark entwickelt. Funktionsbeschichtungen, Industrielackierarbeiten, Stahl- und Korrosionsschutzarbeiten gehören dazu.

Derzeit arbeitet die Firma an einem Antirutschbelag, der dauerhaft mit Stahl verbunden ist; etwa bei Lastwagen. „Eine Maske ist beim Arbeiten nicht die Ausnahme: Auch unsere Mitarbeiter müssen bei vielen Tätigkeiten Masken tragen. Das ist bei uns Normalität“, betont Geschäftsführer und -gründer Armin Haselmeier. Wo Stäube auftreten können, reicht eine FFP2-Maske, bei Strahl-Arbeiten tragen die Mitarbeiter Schutzanzüge mit einer Frischluftzufuhr im Helm. Lösemittel kommen kaum noch vor, aber auch für Tätigkeiten damit gibt es frischluftgeführte Systeme wie beim Tauchen, erklärt der 54-jährige Ziertheimer. Maskentragen sei eine Last, egal, ob der Mund-Nase-Schutz oder eine andere.

Armin Haselmeier
Bild: Walford

Lackiererei Haselmeier in Ziertheim sucht Azubis

„Man wirbt um Lehrlinge, indem man versucht, sie mit positiven Dingen an den Beruf heranzuführen“, erklärt der Chef. Fünf Fahrzeuglackierer lernen gerade in Ziertheim. „Wir könnten weit mehr ausbilden, aber die Zeiten, wo sich junge Menschen beworben haben, und man selektieren konnte, sind vorbei.“ In der Konkurrenz mit großen Industriebetrieben, die ihren Azubis Ausflüge und mehr ermöglichen, hätten die Handwerksmeister das Nachsehen. Alle Handwerksbetriebe würden Nachwuchs suchen, nicht nur er. „Wir brauchen Zimmerer, Metzger… – ohne sie bekommen wir ein Riesenproblem. Denn ihre Arbeiten müssen ja gemacht werden.“

In der Zeitung, auf Facebook und bei Instagram ist die Lackiererei aktiv, um auf sich aufmerksam zu machen. Auch Schulen in Bayern und im vier Kilometer entfernten Baden-Württemberg sucht der Betrieb auf. Das Geschlecht der Lehrlinge ist dem Chef egal, denn auch Frauen seien der Ausbildung locker gewachsen, betont Haselmeier. Eine Lackiererin sei seit 25 Jahren bei ihm tätig, eine junge Auszubildende im dritten Lehrjahr arbeite „hervorragend“. Bereits vor 20 Jahren habe er die erste Frau ausgebildet.

Corona hat auch die Lackiererei Haselmeier in Ziertheim geschwächt

Die Arbeit in der Lackiererei fordere die Kollegen zwar körperlich, was manchen Praktikanten abschreckt. Doch keiner müsse tonnenschwere Teile tragen. Ein Maschinenpark nehme diese Arbeit ab.

Am 1. September fängt ein einziger neuer Lehrling in Ziertheim an: Es ist wieder eine junge Frau, die Fahrzeuglackiererin werden möchte. Haselmeier freut sich darauf – auch wenn die Corona-Pandemie an seiner Firma nicht spurlos vorübergegangen ist. Im Motorsport- und Flugzeuggeschäft sei der Umsatz komplett weggebrochen. Vermutlich auf zwei Jahre hinaus, fürchtet der Chef. „Zum Glück sind wir breit aufgestellt. So können wir das auffangen.“ Dennoch, der Samstag, früher oft ein Feiertag, ist immer frei. Haselmeier hofft, dass die zweite Welle nicht so schlimme Folgen hat. Doch manch andere Firmen hätte der Lockdown voll erwischt.

Lesen Sie auch: Feuerwehr Dillingen: Die etwas anderen Maskenträger

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