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Gundelfingen

25.08.2014

Insolvenzverschleppung: Abmahn-Anwalt räumt Vorwürfe ein

Der als Abmahn-Anwalt bundesweit bekanntgewordene Jurist und frühere Fleischfabrikant Thomas U. kommt vor Gericht in Augsburg möglicherweise mit einer Bewährungsstrafe davon.

Thomas U. führt nicht nur eine Anwaltskanzlei in Regensburg, die Ende 2013 mit den berüchtigten Redtube-Abmahnungen von sich reden machte; er war auch längere Zeit als Geschäftsführer einer Fleischfabrik in Gundelfingen (Kreis Dillingen) tätig.

In diese Zeit fallen die Vorwürfe, wegen denen sich Thomas U. seit März vor dem Augsburger Amtsgericht verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Juristen vor, als Geschäftsführer der Fabrik bei Lieferanten Waren im Wert von rund 391.000 Euro bestellt zu haben, obwohl er seit Monaten gewusst habe, dass die Firma eigentlich zahlungsunfähig ist.

Tatsächlich angeordnet wurde die Insolvenzverwaltung dann im März 2010. Einige Monate später wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war, versteigert. Seitdem steht die Fabrik in Gundelfingen, in der zuletzt rund 60 Mitarbeiter beschäftigt waren, leer.

Daneben wird Thomas U. vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge für mehrere Beschäftigte nicht abgeführt zu haben. Dadurch soll den Krankenkassen ein Schaden von etwa 31.000 Euro entstanden sein. Angeklagt ist der 43-Jährige deshalb wegen vorsätzlicher Pflichtverletzung bei Zahlungsunfähigkeit, sprich Insolvenzverschleppung, Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und Betrugs.

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Im März dieses Jahres war die Verhandlung gegen Thomas U. schon einmal anberaumt worden. Sie musste aber abgesetzt werden, weil er kurz zuvor ins Krankenhaus gebracht wurde. Mitte Juli ging das Verfahren in eine neue Runde, verzögerte sich aber wieder, weil der Angeklagte ohne Verteidiger kam und ihm eine Pflichtverteidigung zugeordnet werden musste. 

Am heutigen Prozesstag wurde die öffentliche Hauptverhandlung gegen den Juristen schon nach wenigen Minuten hinter verschlossene Türen verlegt - um einen sogenannten Deal auszuhandeln.

Nach mehrstündigen Diskussionen gab das Gericht dann bekannt, dass  tatsächlich eine Verfahrensabsprache im Raum stehe. Thomas U. könnte mit einer Bewährungsstrafe von mindestens 20 Monaten und maximal zwei Jahren rechnen, wenn er die Vorwürfe einräume. Dies ließ der Jurist dann tatsächlich über seine Verteidigerin machen.

Das Gericht trat dennoch erst einmal in eine Beweisaufnahme ein, hörte drei erste Zeugen an. Am Donnerstag soll die Verhandlung fortgesetzt werden.

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