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Dillingen

27.11.2019

Jetzt bekommt Frank Kunz doch einen Gegenkandidaten

Wer regiert ab dem 1. Mai 2020 im Dillinger Rathaus? Neben Amtsinhaber Frank Kunz will nun auch SPD-Ortsvorsitzender Tobias Rief bei der OB-Wahl am 15. März antreten.
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Wer regiert ab dem 1. Mai 2020 im Dillinger Rathaus? Neben Amtsinhaber Frank Kunz will nun auch SPD-Ortsvorsitzender Tobias Rief bei der OB-Wahl am 15. März antreten.
Bild: Jan Koenen, Stadtverwaltung

Plus Tobias Rief will am 15. März gegen den Amtsinhaber antreten. Das hat der SPD-Ortsvorsitzende noch im September abgelehnt. Warum es zu dem Stimmungsumschwung kam.

Die Oberbürgermeister-Wahl in Dillingen wird spannender als noch am Wochenende berichtet. Nun will der SPD-Ortsvorsitzende Tobias Rief am 15. März gegen Amtsinhaber Frank Kunz (CSU) antreten. Noch im September hatte der Sozialdemokrat auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt, er halte nicht viel davon, aus den eigenen Reihen einen Bewerber ins Rennen zu schicken, „der dann untergeht“. Danach habe es aber im SPD-Ortsverband eine Diskussion gegeben, die eine ganze Weile kontrovers geführt sei, informiert Rief. „Die Frage war, ob es sein kann, dass die Dillinger bei der OB-Wahl keine Auswahl haben“, teilt der 37-Jährige mit. Und er habe auch von anderen Parteien wie den Grünen das Bedauern darüber gehört, dass bei der Wahl in Dillingen nur ein Bewerber auf der Liste stehe. Deshalb habe er entschieden, für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren, sagt Rief.

Am 10. Dezember soll Rief nominiert werden

Die Nominierungsversammlung wird am Dienstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr in der Regens-Wagner-Kulturkneipe Chili in Dillingen stattfinden. An diesem Abend werden die Sozialdemokraten auch ihre Liste für die Stadtratswahl aufstellen. Die Entscheidung des SPD-Ortsvorsitzenden können nach Informationen unserer Zeitung einige erfahrene Dillinger Sozialdemokraten nicht nachvollziehen. Die Ansicht, mit einer Kandidatur „Flagge zu zeigen“, soll von den jüngeren Genossen gekommen sein.

Witte: Bei wichtigen Entscheidungen waren alle einer Meinung

SPD-Stadtratsfraktionschef Albrecht Witte sagt auf Anfrage, er wolle sich in der Sache dazu nicht äußern. Grundsätzlich sei es aber nicht schlecht, wenn es bei einer OB-Wahl auch eine Auswahl unter mehreren Bewerbern gebe. Eine Wechselstimmung sieht Witte derzeit nicht. Bei wichtigen Entscheidungen seien alle Stadträte in der Vergangenheit einer Meinung gewesen.

Jetzt bekommt Frank Kunz doch einen Gegenkandidaten

Tobias Rief sagt, er habe nach der Diskussion mit seinen Parteifreunden das Gefühl, „dass der Rückhalt passt“. Natürlich habe der amtierende Oberbürgermeister Frank Kunz „nicht alles falsch gemacht“. Dillingen stehe in vielen Bereichen gut da, gesteht Rief zu. Der 37-Jährige, der zuletzt auch für den Bayerischen Landtag kandidiert hat, sagt aber: „Es gibt andere Schwerpunkte, die ich setzen kann.“ Der kommunale Wohnungsmarkt müsse entspannt – und vermehrt Sozialwohnungen und barrierefreier Wohnraum für Senioren geschaffen werden. Der Sozialdemokrat will die Bemühungen im Klimaschutz intensivieren. „Auf lange Sicht muss Dillingen CO2-neutral werden“, fordert Rief. In Neubaugebieten müssten Blockheizkraftwerke errichtet werden. In der Planung müsse von vornherein Geothermie und Fotovoltaik verankert sein. Ein Riesenthema sei auch der öffentliche Personennahverkehr. „Der klassische Stadtbus ist groß und meistens leer.“ Kleinere Busse, die flexibler eingesetzt werden, seien nötig, meint der kaufmännische Angestellte. „Mir geht es um die Zukunftsthemen, die man angehen muss“, sagt Rief.

Kunz will um das Vertrauen der Bürger werben

Oberbürgermeister Kunz, der seit 2008 im Amt ist, betont, dass Wahlen „das Herz der Demokratie“ bilden. Er werde bei Wahlversammlungen und Hausbesuchen um das Vertrauen der Bürger und Bürgerinnen werben. Und bereits bei seiner Nominierung hatte der 47-Jährige angekündigt, dass er dies auch tun werde, wenn er ohne Gegenkandidaten bleibe. Kunz sagt: „Mir bereitet das Amt sehr viel Freude. Und mich würde es freuen, wenn ich wieder dazu beitragen darf, dass sich unsere Stadt gut weiterentwickelt.“ In den vergangenen Jahren sei Dillingen vorangekommen. Und daran würde er, wie Kunz sagt, gerne weiterarbeiten. Der Rathauschef kündigt an, dass er in den nächsten Wochen das Gespräch mit Tobias Rief suchen wolle. „Mir liegt sehr viel daran, dass es ein fairer Wahlkampf wird“, sagt Kunz. Im Dillinger Stadtrat sei das Klima in den vergangenen Jahren „sehr, sehr gut“ gewesen. Und ihm liege sehr viel daran, dass dieses gute Miteinander im Wahlkampf nicht beschädigt wird. Kunz teilt zudem mit, dass er nun auch auf der Liste der CSU-Stadtratsfraktion kandidieren wird.

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