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Weisingen

06.02.2015

Kapelle Frauenbrunn: Bedeutende Muttergottes geklaut

Diese Muttergottes wurde der Familie gestohlen.
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Diese Muttergottes wurde der Familie gestohlen.
Bild: privat

Weil ihr Sohn den Kampf gegen Leukämie geschafft hat, kaufte Corinna Schachaneder eine wertvolle Figur und spendete sie der Kapelle Frauenbrunn. Jetzt ist sie weg.

Immer wenn die Kraft nachlässt oder sich Corinna Schachaneder nach Stille sehnt, besucht sie die kleine Kapelle Frauenbrunn. Für sie ist der Ort, der umringt von großen Bäumen mitten in der Flur von der Gemeinde Winterbach liegt, ein Ort des Friedens. „Da komme ich einfach zur Ruhe. Dort fühle ich mich wohl und kann Kraft tanken“, erzählt die Weisingerin. An diesem Gefühl hat sich nichts verändert, aber trotzdem ist Corinna Schachaneder traurig. Enttäuscht und wütend.

Weisingen: Muttergottes aus Kapelle gestohlen

Denn ausgerechnet an dem Ort, an dem sie Frieden für sich findet, ist die Welt doch nicht in Ordnung – zumindest momentan nicht für die 35-Jährige. Sie erzählt: „Ich habe an Weihnachten eine Muttergottes-Figur dort reingestellt. Es ist unvorstellbar, aber tatsächlich hat sie jemand geklaut. Mir fällt dazu echt nichts ein.“ Die Figur habe für sie und ihre Familie eine große Bedeutung gehabt. Es sei ein Zeichen der Dankbarkeit gewesen.

Am 1. August 2013 erfuhr die zweifache Mutter, dass ihr kleinster Sohn Romeo an Leukämie erkrankt ist. Ein Schock für die Familie. Es liegen Monate des Bangens und Kämpfens hinter ihnen. Eine Zeit, in der vor allem Mama Corinna oft mit ihrem Sohn im Krankenhaus war und wartete. Warten auf gute Nachrichten. „Da hat man viel Zeit zum Nachdenken und Grübeln. Man macht ja sonst nichts“, erzählt sie. Und immer, wenn die Kraft zur Neige ging und sie sich eine Auszeit nehmen musste, ist sie eben zur Kapelle Frauenbrunn gefahren – zehn Minuten Autofahrt von Weisingen. „Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich der gläubigste Mensch bin. Aber irgendwas braucht man. An irgendwas muss man sich festhalten können“, so Schachaneder.

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Kapelle Frauenbrunn: Figur kostete 200 Euro

Es habe ihr gerade in der schweren Zeit sehr geholfen. Und: Romeo ist gesund. Zumindest hat er heute keine bösartigen Zellen mehr in seinem Blut. Nach der Intensivtherapie und vielen Behandlungen muss der dreijährige Romeo nun noch Medikamente für sein Immunsystem nehmen. „Ich bin einfach so dankbar, dass er das geschafft hat. Ich wollte deshalb etwas machen“, sagt die 35-Jährige. Darum entschied sie sich, eine Muttergottes-Figur, die ein Kind auf dem Arm hält, zu kaufen und diese der Kapelle Frauenbrunn zu spenden. 200 Euro kostete die Figur. „Ich habe am Sockel den Namen von Romeo eingraviert und vorsichtshalber auch die Rückseite markiert. Und trotzdem hat sie jemand geklaut.“

Im ersten Moment sei sie nicht traurig gewesen, sondern sauer. „Ich kann es einfach nicht verstehen. Es macht keinen Sinn.“ Sie habe schon überlegt, ob sie eine Belohnung aussetzen solle, „aber ich denke nicht, dass das etwas bringt. Aber vielleicht taucht die Statue ja auf irgendeinem Flohmarkt auf und jemand denkt an uns. Das wäre schön.“

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