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Bürgermeisterwahl

28.10.2018

Katja Müller ist Lauingens neue Bürgermeisterin

Katja Müller hat die Stichwahl in Lauingen gewonnen und wird neue Bürgermeisterin der Donaustadt.
Bild: Jakob Stadler

Lauingen hat gewählt: In der Stichwahl hat sich Katja Müller (CSU) durchgesetzt.

Als das Ergebnis des letzten Wahlbezirkes auf der Leinwand im Lauinger Rathaus erscheint, bricht Jubel in der einen Ecke des Festsaales aus. Dort stehen die CSUler und ihre Kandidatin Katja Müller, deren Strahlen ab diesem Moment nicht mehr von ihrem Gesicht verschwindet. Die 38-Jährige aus Bachhagel hat die Wahl gewonnen. 2409 Lauinger haben gesagt, die bisherige Hauptamtsleiterin von Ichenhausen soll die neue Rathauschefin sein. Das ergibt 54,6 Prozent der Stimmen. Katja Müller bestätigt ihren Gesichtsausdruck: „Mir gehts sehr gut, ich bin sehr glücklich.“ Sie habe bei ihren Hausbesuchen so viele nette Menschen kennengelernt, dass sie „vorsichtig optimistisch“ gewesen sei. Aber dass es 400 Stimmen mehr als für Matti Müller werden, hätte sie nie gedacht. Der SPD-Kandidat erreichte 45,4 Prozent.


Lange ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen


Das war auch am Stichwahlabend zuerst nicht abzusehen. Nachdem die Auszählung bei der Hauptwahl vor zwei Wochen bis 1.20 Uhr gedauert hatte (vor der Bürgermeisterwahl hatten die Wahlhelfer Landtags- und Bezirkswahl auszählen müssen), stand das Ergebnis dieses Mal deutlich früher fest. Schon um 18.09 Uhr hatte Veitriedhausen die dort abgegebenen 71 Stimmen ausgezählt. Zu diesem Zeitpunkt strömten immer mehr Menschen in den Festsaal, um die Auszählung zu verfolgen. Bei 670 ausgezählten Stimmen stand es exakt 50:50. Als nur noch die vier Briefwahlbezirke fehlten, lag Katja Müller 102 Stimmen in Führung. Mit den Stimmen der Briefwähler baute sie den Vorsprung am Ende aus.


Matti Müller wünscht der Wahlsiegerin alles Gute


Matti Müller zeigt sich als fairer Verlierer und geht geradewegs auf die Wahlsiegerin zu, um zu gratulieren. „Ich bin natürlich enttäuscht“, gibt er frei heraus zu. „Nichtsdestotrotz wünsche ich ihr alles Gute.“ Es sei gut für die Stadt Lauingen, dass es nun weitergeht. Er habe Katja Müller angeboten, falls sie Fragen in kommunalpolitischen Dingen hätte, könne sie ihn gerne anrufen. Schließlich kenne er sich durch die Arbeit für die SPD-Landtagsfraktion aus. Am Montag ist er bereits wieder dort. „Es steht viel an“, sagt er – er hoffe, dass er am Montag mit dem neuen Fraktionsvorsitzenden Horst Arnold sprechen könne. „Es ist auch eine interessante Zeit in München“, sagt er. „Aber ich wäre lieber nach Lauingen gefahren.“ Er dankt der Lauinger SPD für die tolle Unterstützung, ohne die so ein Wahlkampf nie möglich gewesen wäre. Dabei hebt er Dietmar Bulling hervor, den SPD-Chef und Zweiten Bürgermeister, der seit dem Tod von Wolfgang Schenk im Juni mit Drittem Bürgermeister Albert Kaiser eingesprungen ist. Matti Müller sagt, er werde sich mit den anderen SPDlern am Abend zusammensetzen, „die Wunden lecken und vielleicht ein Bier trinken“.


Dietmar Bulling gibt den Dank an Matti Müller zurück: „Er hat ein tolles Ergebnis geholt und einen engagierten Wahlkampf geführt.“ Nur: „Es hat zum Schluss nicht gereicht.“ Das sei bedauerlich, schließlich stecke viel Engagement in dem Wahlkampf. Wichtig sei, dass dieser fair abgelaufen ist und dass die Parteien eine gute Auswahl präsentieren konnten. Er hoffe, dass die Bevölkerung das honoriere. Was er sich auch wünsche, sei „Respekt für die Kandidaten.“


Faire Gewinnerin und fairer Verlierer der Wahl: Matti Müller gratuliert Wahlsiegerin Katja Müller.
Bild: Jakob Stadler

Katja Müller kommt derweil aus dem Händeschütteln nicht mehr heraus. Die Stadtratsmitglieder haben inzwischen alle gratuliert, doch auch die interessierten Lauinger wollen ihrer neuen Bürgermeisterin Glückwünsche aussprechen. In einer kurzen Händeschüttel-Pause erklärt sie, wie es nun weitergeht, wenn der Wahlausschuss getagt und das Ergebnis bestätigt hat. „Ich möchte meine Verwaltung kennenlernen“, sagt sie. Viele kenne sie bereits, doch auch den Rest wolle sie nun persönlich treffen. Sie wolle wissen, wo es Probleme gebe und sich darum kümmern. Dann gehe sie die Projekte der Stadt an, allen voran die Herzog-Georg-Straße.


Neben dem Neubeginn auch ein Abschied


Bei all der Freude heißt das Ergebnis für sie auch: Abschied nehmen von ihrem alten Job als Hauptamtsleiterin von Ichenhausen. Ihr Chef habe ihr schon per Handy gratuliert, erklärt Müller. Die Arbeit dort werde ihr sicher auch fehlen: „Ich habe einen netten Chef und nette Kollegen.“


Auch Markus Hoffmann, CSU-Ortsvorsitzender, freut sich sichtlich über das Ergebnis. Er erzählt wie der Abend weiter verläuft: „Wir werden noch ein bisschen feiern und das Revue passieren lassen“, sagt er. Der Abend ist noch jung: Das vorläufige Endergebnis steht bereits um 18.39 Uhr fest.


Katja Müller hat schon Pläne für den nächsten Tag. „Am Nachmittag ist die Umweltausschusssitzung im Kreistag“ – Katja Müller ist seit 2014 Kreistagsmitglied. Die Sitzung sei schon lange terminiert, da gehe sie natürlich hin. Zuerst aber wolle sie ausschlafen.


Lesen Sie dazu den Kommentar: Lauingen hat ein neues Gesicht


Im Rahmen der Berichterstattung rund um den Wahlkampf sind folgende Porträts von Katja Müller entstanden:


So lief die Hauptwahl ab:

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