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Gundelfingen

14.03.2019

Keine Genehmigung: Wie geht es weiter mit dem Spitzbua in Gundelfingen?

Das Plakat ist überholt: Der „Spitzbua“ in der Hauptstraße in Gundelfingen ist derzeit geschlossen – und das nur eine gute Woche nach der Neueröffnung. Der Wirt hat keine gaststättenrechtliche Erlaubnis.
Bild: Berthold Veh

Plus Nach 13 Jahren eröffnete der „Spitzbua“ wieder in Gundelfingen. Doch der Pächter hat keine Genehmigung. Jetzt bleibt die Kellerbar wohl für Wochen geschlossen.

So mancher Gundelfinger dürfte sich gefreut haben. Eine neue Kneipe, mitten in der Innenstadt, nur einen Steinwurf vom Rathaus entfernt. Noch dazu ist es eine Bar, mit der so mancher Erinnerungen verbindet. Früher war der „Spitzbua“ eine angesagte Adresse, berichten alteingesessene Einwohner. Vor 13 Jahren schloss die Gaststätte. Seitdem sind die Räumlichkeiten in der Hauptstraße leer gestanden.

Der neue "Spitzbua"-Pächter hatte Ärger mit "Naddel"

Bis jetzt. Alexander Ruck, Inhaber des Malergeschäfts im gleichen Haus und Verpächter der Kellerbar, hat diese zuletzt auf Vordermann gebracht und einen neuen Pächter gefunden: Edgar Kelnberger, ein 47-Jähriger aus dem benachbarten Landkreis Heidenheim. Der Mann ist kein Unbekannter. Seine Familie betreibt in der Region den Gebrauchtwarenmarkt „Preisfuchs“, unter anderem mit einer Filiale in Dillingen. Zuletzt landete Kelnberger bundesweit in den Schlagzeilen, weil seine Familie Nadja abd el Farrag, bekannt als „Naddel“, als Werbegesicht anstellen wollte. Der Vertrag kam nicht zustande – es folgte eine Schlammschlacht in der Boulevardpresse.

In Gundelfingen jedenfalls machte Kelnberger rechtzeitig zum närrischen Treiben den „Spitzbua“ auf. Werbebanner machten auf die „Neueröffnung“ aufmerksam. Bis heute hängt über dem Eingang ein Plakat mit dieser Aufschrift. Das erste Mal konnten Gäste die Kneipe am Gumpigen Donnerstag ansteuern. Über den Fasching hatte die Pilsbar geöffnet – und war offenbar eine beliebte Anlaufstelle. „Es kamen sehr viele Gäste“, berichtet Kelnberger. Viele würden ihn auf die Vergangenheit der Kneipe in Gundelfingen ansprechen. Laut dem 47-Jährigen schließe der „Spitzbua“ eine Lücke im Freizeitangebot der Gärtnerstadt.

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Gundelfingen: Polizei stoppt Betrieb im "Spitzbua"

Auch in der Nacht zum vergangenen Samstag war die Gaststätte gut besucht. Bis gegen Mitternacht plötzlich die Polizei vor der Tür stand. Die Beamten kontrollierten Wirt Kelnberger. Ob sie einen Hinweis bekommen hatten, dass sich ein solcher Besuch lohnt, ist Spekulation. Jedenfalls stellte sich bei der Kontrolle heraus, dass der Gastronom keine gaststättenrechtliche Erlaubnis besaß. Die Polizisten stoppten daraufhin den Betrieb. Die Gäste mussten zahlen und das Lokal verlassen. Laut Polizei erwartet den Pächter ein Bußgeldverfahren. Eine gute Woche nach der Eröffnung war der „Spitzbua“ also wieder zu.

Die Stadt Gundelfingen betont, dass der Betrieb während des Faschings rechtens war. Laut Heinz Gerhards, Geschäftsstellenleiter der VG Gundelfingen, stellte die Stadt dem Wirt speziell für diese Zeit eine vorübergehende Genehmigung aus. In diesem Fall handelte es sich um eine sogenannte „Gestattung“. Mit dem Ende des Faschings benötigte der Wirt jedoch eine gaststättenrechtliche Erlaubnis vom Landratsamt. Die besaß er nicht. Kelnberger spricht auf Nachfrage von einem „Missverständnis“. Er sei aus seiner baden-württembergischen Heimat anderes gewohnt. Dort melde man nach seinen Angaben sein Gewerbe an und bekomme eine vorläufige Konzession. Nach drei Monaten würde diese in eine dauerhafte Erlaubnis übergehen. „Mir war nicht klar, dass es in Bayern anders läuft“, sagt Kelnberger. Er habe nicht mit Absicht ohne Genehmigung gearbeitet. So lange diese Erlaubnis fehlt, bleibt der „Spitzbua“ geschlossen.

Kneipe soll so schnell wie möglich wieder öffnen

Der Genehmigung sollte eigentlich nichts im Wege stehen, sagen Pächter und Verpächter. Laut ihnen seien Bedingungen wie Fluchtwege, Brandschutz und Toiletten alle erfüllt. Kelnberger habe den Antrag in der Zwischenzeit mit der Post an das Landratsamt geschickt. Sobald die Behörde grünes Licht gibt, solle die Kneipe wieder ihre Türen öffnen.

Nach Angaben von Jonas Singer, Leiter der Abteilung Kommunales, Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, liegt der Antrag aus Gundelfingen noch nicht vor. Sobald die Unterlagen vollständig eingehen würden, sei mit einer Bearbeitungszeit von vier bis acht Wochen zu rechnen – auch wenn es immer auf den Einzelfall ankomme, so der Abteilungsleiter.

„Ich hoffe, dass es so bald wie möglich klappt“, sagt Kelnberger. Er will versuchen, mithilfe einer vorläufigen Genehmigung die Kneipe noch schneller wieder aufmachen zu können. Bis zur erneuten „Neueröffnung“ will er das Plakat über dem Kneipeneingang hängen lassen.

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