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Glött

01.07.2020

Kindergarten und Kinderkrippe Glött: Volles Haus und neue Gesichter

Bürgermeister Friedrich Käßmeyer besuchte die ausscheidende Kindergartenleiterin Christine Buhl und die Kinder im Garten des Kindergartens an der Hauptstraße in Glött. Ab dem 1. Juli ist der Kindergarten wieder voll besetzt.
Bild: Polednia

Plus In den Glötter Kindertagesstätten gibt es einen Personalwechsel. Und ab heute werden wieder alle Kinder betreut.

Die Kinder spielen ausgelassen im Garten. Eine kleine Spinne fasziniert zwei Mädchen. Am Holzzaun stehende Buben jubeln, als ein Polizeiwagen an der Hauptstraße 31 vorbeifährt. Glötts Bürgermeister Friedrich Käßmeyer muss nur aus dem Fenster schauen, um zu wissen, wie es im Kindergarten der Gemeinde läuft. Die Betreuungseinrichtung für Buben und Mädchen von drei bis sechs Jahren befindet sich im gleichen Gebäude wie das Büro des Rathauschefs. Nur ein paar Meter entfernt, werden in der Kinderkrippe von Aislingen und Glött Kleinkinder im Alter von ein bis drei Jahren umsorgt, während ihre Eltern zum Beispiel ihrer Arbeit nachgehen.

Kindertagesstätten in Bayern wieder für alle Kinder offen

Mit dem heutigen Mittwoch steht in den beiden Einrichtungen ein Wechsel an. Dann nehmen die neuen Leiterinnen des Kindergartens und der Kinderkrippe ihre Arbeit auf. Und mit dem 1. Juli gelten auch neue Corona-Regeln in den bayerischen Kindertagesstätten. Alle Kinder im Freistaat dürfen nun in den Kindergarten oder die Krippe zurückkehren. Bereits vor einigen Wochen wurde die Notbetreuung für Buben und Mädchen weiter ausgeweitet. Kinder, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden oder vor dem Übergang von der Krippe in die Kita stehen, durften wieder ihre Rucksäcke packen.

In der Aschberggemeinde herrscht nun wieder mehr Trubel. „Das Dorfleben war in den vergangenen Wochen schon sehr ruhig“, bestätigt Bürgermeister Käßmeyer. Schon im März und damit kurz vor Beginn des eingeschränkten Kita-Betriebs habe sich die ehemalige Krippenleiterin, Renate Gräfe, in den „wohlverdienten Ruhestand verabschiedet“, sagt Käßmeyer. Mit Julia Wiedemann aus Konzenberg wurde zwar eine passende Mitarbeiterin gefunden, doch ihr Arbeitsvertrag erlaubte keinen Berufswechsel im Frühjahr. Seit dem betreute Kindergartenleiterin Christine Buhl beide Einrichtungen. Dafür gibt es großes Lob und ein Dankeschön von Bürgermeister Käßmeyer: „Das hat sie super und mit großer Leidenschaft gemacht.“

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Christine Buhl verabschiedet sich aus dem Glötter Kindergarten

Doch auch Christine Buhl verlässt nun aus privaten Gründen den Kindergarten. Zwei Jahre hat sie den Kindergarten in Glött geleitet. Die 41-jährige Frau und Mutter mit dem braunen Pferdeschwanz und dem offenen Lächeln freut sich, dass sie kurz vor ihrem Abschied noch einmal alle Kinder zu sehen bekommt. Einen Monat hat sie noch mit ihren Schützlingen. Mit Bettina Krist aus Glött startet am Mittwoch „die Neue“ im Glötter Kindergarten. Die 53-Jährige war zuvor als Gruppenleiterin im Kindergarten „Zus“ in Zusmarshausen tätig. Ins kalte Wasser wird sie in Glött nicht geworfen. „Wir machen eine Leitungsübergabe über den gesamten Monat Juli, damit sie gut vorbereitet ist“, erklärt ihre Vorgängerin Buhl. Nicht nur die Erzieherinnen freuen sich auf die insgesamt 22 Kinder des beschaulichen Kindergartens. „Von den Eltern der zehn Kinder, die nun folgen, habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Christine Buhl. Für die Kinder kehrt damit ein Stück weit ein Normalzustand zurück. Am Mittwoch müssen die Eltern mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass der Nachwuchs in den vergangenen 14 Tagen keinen Kontakt mit Corona-Erkrankten hatte und selbst keine verdächtigen Symptome vorweist.

Der Kindergarten war nie ganz geschlossen. Christine Buhl stand für Notfälle immer zur Verfügung. Aufgrund der ländlichen Lage war die Notbetreuung laut Buhl weniger vonnöten als womöglich in den Städten. Besorgte Eltern, die befürchten, dass sich die Kinder in der größeren Gruppe anstecken könnten, gebe es nicht. Und Käßmeyer und Buhl bestätigen: In ihrer Einrichtung gab es keinen einzigen Corona-Fall. Der Kindergarten hat werktags von 7 bis 14 Uhr geöffnet. Die vergangenen Monate seien außergewöhnlich gewesen, aber nicht überfordernd, meint Buhl: „Die Vorgaben vom Landratsamt Dillingen und dem Staatsministerium konnte man in der Kindergartengruppe gut bewältigen.“ Mit dem 1. Juli dürfen also wieder alle Kinder in das Gebäude an der Hauptstraße. Eine vollständige Rückkehr zur Normalität gibt es jedoch nicht.

Corona und Kita: Mundschutz und gestaffelte Bringzeiten

Während der Mundschutz in der pädagogischen Arbeit wegbleibt, tragen Erzieher und Eltern bei Gesprächen im Büro weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz. Wo früher zwischen „Tür und Angel“, also beim Abgeben und Abholen der Kinder, Gespräche stattfanden, wird nun zum Telefon gegriffen. Auch in der vollständigen Gruppe werden die Bringzeiten gestaffelt. Die Eltern sprechen sich mit der Kita ab und bringen ihre Kinder zu verschiedenen Uhrzeiten zur Eingangstür. Dort holen sie die Erzieherinnen ab. Erst nach dem Händewaschen geht es für die kleinen Glötter in den Gruppenraum. Auch auf einen Abstand, sofern es möglich ist, wird Wert gelegt. Falls die Kinder am ersten Tag mit der nun neuen Situation fremdeln, stehen ihnen vier Pädagoginnen zur Seite.

Ebenso geht man in der Kinderkrippe vor. Statt sieben Kleinkindern aus dem Raum Glött-Aislingen, sind demnächst wieder alle zehn Kinder zurück. Die neue Leiterin Julia Wiedemann hat bereits vorab einige Male ihrer neuen Arbeitsstätte einen Besuch abgestattet, um sich „im Büro zurechtzufinden“. Die 24-Jährige wollte sich „weiterentwickeln“. Sie freue sich auf die neue Herausforderung nach vier Jahren Berufserfahrung, die sie im Kindergarten „Wilhelm Busch“ in Ichenhausen gesammelt hat.

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