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Dillingen/Donauwörth

03.08.2018

Kommt die Sparkasse Nordschwaben?

Fusioniert die Sparkasse Dillingen (hier die Hauptstelle in der Königstraße) mit Donauwörth-Oettingen und Nördlingen und Dillingen zu einer nordschwäbischen Sparkasse?
Bild: Karl Aumiller

Die Sondierungsgespräche zwischen den Sparkassen Donauwörth-Oettingen, Nördlingen und Dillingen sind offensichtlich weit gediehen. Knackpunkt ist der Hauptsitz.

Die Verantwortlichen üben sich noch in Geheimniskrämerei, dabei pfeifen es die Spatzen längst vom Dach: Die Pläne für eine Sparkassen-Fusion in Nordschwaben sind weiter als vielerorts gedacht. Das macht ein Brief deutlich, den der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle in diesen Tagen an alle Kreisräte im Nachbarlandkreis versandt hat. Damit sollen die Kommunalpolitiker auf das vorbereitet werden, was im September, spätestens im November, das Ergebnis der Sondierungsgespräche sein soll: eine Banken-Ehe der Sparkassen Donauwörth-Oettingen, Nördlingen und Dillingen. Noch ist das Ergebnis der Verhandlungen aber offen.

Sparkassen in Nordschwaben werden wohl fusionieren

Armin Neudert, Donauwörths Oberbürgermeister, hatte bereits im Frühjahr erklärt, man sehe sich die „ganze Landschaft“ an. Eine Not zu einer Fusion bestehe jedoch nicht. Nun aber soll es offensichtlich schnell gehen. Dass es zwischen Donauwörth und dem Institut in Nördlingen Gespräche gibt, war zu diesem Zeitpunkt bereits klar. „Größtenteils abgeschlossen“, so Landrat Rößle in dem Schreiben an die Kreisräte, seien inzwischen aber auch die Sondierungsgespräche mit der Sparkasse in Dillingen. „Es wurden Optionen bis hin zu einem möglichen Zusammenschluss erörtert“, heißt es. Die Verwaltungsräte „aller drei Häuser“ hätten die Vorstände zu einer Prüfung beauftragt. Aus einer Position der Stärke heraus hätten die Gespräche hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Gemeinsam, so Rößle, könne man „den Herausforderungen in der Banken- und Sparkassenlandschaft besser begegnen“.

Überlegt worden sei von den Verwaltungsratsvorsitzenden Neudert (Donauwörth), dessen Oberbürgermeister-Kollege Hermann Faul (Nördlingen) und dem Dillinger Landrat Leo Schrell zusammen mit Stefan Rößle, „ob ein gemeinsamer Weg der Sparkassen in beiden Landkreisen für die Region vorteilhaft sein kann“. Rößle wirbt für den Zusammenschluss indirekt mit einer größeren Leistungsfähigkeit für regionale Wirtschaft und Privatkunden. Den Mitarbeitern, so Rößle, werde durch den Zusammenschluss ein noch attraktiverer Arbeitgeber geboten. Neue Zugangswege für die Kunden sollen erschlossen, aber auch eine intensivere Zusammenarbeit angestrebt werden. Man werde „gewissenhaft und gründlich prüfen, welche Chancen und Herausforderungen diese Optionen bedeuten würden“.

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Künftiger Sitz der Bank ist ein heikles Thema

In dem Brief bleibt die wichtigste Frage unangesprochen: Wo wird der künftige Sitz der Bank sein? Gut informierte Kreise wollen wissen, dass dafür Dillingen im Gespräch sei. Das könnte sich als heikler Punkt erweisen und Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert in Erklärungsnöte bringen. „Noch ist nichts in trockenen Tüchern“, wiegelte Neudert am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung ab. Er betonte, dass das Institut in Donauwörth-Oettingen „gut aufgestellt“ sei. Nichtsdestotrotz müssten die Chancen ausgelotet werden. Es müsste in jedem Fall eine Lösung gefunden werden, die der Leistungskraft der Sparkasse in Donauwörth wie auch des Landkreises Donau-Ries Rechnung trage.

Landrat Leo Schrell warnte vor voreiligen Schlüssen. Die Sondierungsgespräche seien „ergebnisoffen“ geführt worden. „Eine Fusion der Sparkassen in Nordschwaben ist noch lange nicht perfekt“, betonte Schrell. Das Ergebnis der Gespräche soll seinen Worten zufolge im Oktober oder November vorliegen. Danach werde in den dafür zuständigen Gremien abgestimmt, sagte Schrell gegenüber unserer Zeitung. In der Sache wäre dieser Zusammenschluss von Vorteil, argumentiert der Dillinger Landrat. „Eine nordschwäbische Sparkasse macht Sinn.“ Die anhaltende Niedrigzinsphase und die ständige Ausweitung regulatorischer Anforderungen könnten in einer größeren Einheit besser bewältigt werden. Zudem gebe es politisch und wirtschaftlich zwischen den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries viele Überschneidungen.

Knackpunkt bei den Fusionsverhandlungen dürfte in der Tat die Frage sein, wo diese nordschwäbische Sparkasse ihren Sitz haben soll. Nach Informationen unserer Zeitung legen die Verantwortlichen der Kreis- und Stadtsparkasse Dillingen großen Wert darauf, dass Dillingen Sitz dieser fusionierten Sparkasse wird. Die Dillinger Sparkasse hat eine Bilanzsumme von knapp 1,5 Milliarden Euro. Donauwörth liegt bei rund 1,3 Milliarden Euro und Nördlingen bei etwa 500 Millionen Euro.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar Sparkassen-Fusion ist wirtschaftlich sinnvoll

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