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Höchstädt

17.07.2019

Kommt ein neues Baugebiet in Höchstädt?

Hier bei diesem Wäldchen im Westen von Höchstädt will eine Investorengruppe ein Baugebiet ausweisen.
Bild: Berthold Veh

Im Südwesten von Höchstädt planen private Investoren. Was die genau vorhaben und welche Bedenken der Stadtrat hat.

Hätte. Könnte. Würde. Sollte. Müsste. Die Höchstädter Stadträte werfen eine Frage nach der anderen auf. Dabei sind sich alle am Montag einig: Die Stadt braucht dringend neue Bauplätze und jede Entwicklung in diese Richtung ist willkommen. Doch ein aktueller Antrag sorgt trotzdem für zahlreiche Wortmeldungen, Einwendungen und Sorgenfalten – wenn auch nicht bei allen.

Das Baugebiet soll an Ziegeleistraße und Dillinger Straße grenzen

Bürgermeister Gerrit Maneth und Stadtbaumeister Thomas Wanner stellen einen Antrag einer Siedlungsgemeinschaft und Investorengruppe auf Ausweisung eines Baugebietes, das an die Ziegeleistraße und Dillinger Straße angrenzen soll, vor. Auf dem Plan, der gezeigt wird, sind mit Filzstift mögliche Parzellen eingezeichnet. Es handelt sich um eine Fläche im Süden zwischen Höchstädt und Steinheim. Dort, so schildert es Maneth, wolle die Stadt schon immer Flächen, die sind aber größtenteils in privatem Besitz. Derzeit habe man auch keine Chance auf einen Erwerb. „Die Stadt hat aber Planungshoheit und deshalb müssen wir heute die Absichtserklärung abgeben, ob wir grundsätzlich dort ein Baugebiet wollen oder nicht. Der Stadt darf dadurch kein Nachteil entstehen. Aber das wird dann im nächsten Schritt in einem städtebaulichen Vertrag abgestimmt“, so Maneth.

Doch so schnell gibt sein Gremium kein grünes Licht für das Vorhaben. Zweiter Bürgermeister Stephan Karg sagt beispielsweise: „Ich weiß aus früheren Zeiten, dass wir dort ein Kanalproblem haben. Dort ist auch Wald. Ich will wirklich nichts schlecht reden, aber ich finde, wir brauchen dort eine Art Gesamtkonzept von der Stadt.“ Simon Wetschenbacher schlägt in dieselbe Kerbe. Er befürchtet auch, dass in Richtung Höchstädt eine „Riesenlücke“ entstehen könne.

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Den Verkehr in der Herzogin-Anna-Straße nicht vergessen

Er gibt zu bedenken, dass man in diesem Zusammenhang nicht den vielen Verkehr in der Herzogin-Anna-Straße vergessen dürfe. Wetschenbacher: „Brauchen wir eine Südtangente oder nicht? Das muss auch alles bedacht werden. Die Stadt darf sich dort nichts verbauen.“ Ihn stört außerdem die spärliche Information im Vorfeld der Sitzung. Das beklagt auch Johannes Gorhau: „Ich erfahre 20 Minuten vorher, um was es geht und soll dann entscheiden.“ Daraufhin wird Bürgermeister Maneth deutlich: „Alle Fraktionsvorsitzenden haben es rechtzeitig von mir erfahren. Ich kann nichts dafür, wenn ihr es erst jetzt erfahrt.“

Maneth betont auch immer wieder, dass es momentan nur um ein grundsätzliches „Go“ gehe. Die Investoren würden nicht losplanen, wenn die Stadt nicht eine Richtung vorgebe. „Alles Weitere wird dann in Absprache mit allen geklärt“, so Maneth. Stadtbaumeister Wanner fügt hinzu: „Außerdem ist schon ein kleines Gesamtkonzept von mir entstanden. Alle Besitzer wurden wohl unter einen Hut bekommen, sie wissen auch von den Kanalproblemen und ich bin mir sicher, dass der erste Plan so nicht realisiert werden kann. Ich schätze, es könnten so 20 bis 25 Parzellen entstehen. Aber das ist alles noch nicht spruchreif.“

Höchstädts Stadtbaumeister: „Das wird ein Millionenprojekt, das ist sicher"

Auch Fragen wie „Wer ist der Planer?“, „Wer zahlt eine Kanalverlegung?“ oder „Wer übernimmt eine Erschließung?“ müssten erst im nächsten Schritt beraten und dann im Stadtrat endgültig entschieden werden. „Das wird ein Millionenprojekt, das ist sicher. Aber es steht noch nichts auf dem Papier. So weit sind wir nicht“, so Wanner. Bürgermeister Maneth ergänzt, dass die Stadt seit Jahren versuche, dort Grundstücke zu ergattern. „Jetzt haben wir Privatleute, die Bauland machen wollen. Drum verstehe ich es gerade nicht“, sagt er. Hans Mesch auch nicht. Er sagt, dass man doch um jeden Bauplatz froh sein müsse. Günter Ballis kann sich das Baugebiet auch gut vorstellen und will die Chance keinesfalls sausen lassen, wie er sagt. Sein Sitznachbar Wolfgang Konle sagt: „Ich verstehe die Zweifel nicht. Wir können doch dankbar sein, wenn uns jemand Alternativen bietet. Ich kann da nur sagen: Herzlich willkommen!“. Stephan Karg sagt, er finde das Projekt überhaupt nicht schlecht, er wolle lediglich auf mögliche Probleme aufmerksam machen – „und das darf ich ja wohl noch“. Wetschenbacher drückt es so aus: „Wir müssen einfach Obacht geben.“

Bürgermeister Maneth nickt und sagt mit Blick auf seinen Sitznachbarn Wanner: „Wir haben einen erfahrenen Stadtbaumeister, wir sind da gut aufgehoben.“ Deshalb gibt es am Ende keine Gegenstimmen, alle Höchstädter Stadträte geben der Planung ein Ja, mit der Einschränkung, dass alle Details in einem städtebaulichen Vertrag abgesichert werden müssen.

Auch das war Thema in der Sitzung des Höchstädter Stadtrates: SSV plant eine Halle „mit allen Möglichkeiten“

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