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Finanzen

28.09.2020

Krankenhausdefizit: „Der Schock sitzt tief“

Das Krankenhaus St. Elisabeth hat ein hohes Defizit.
Bild: Stadler (Archiv)

Kreisräte von CSU, Zukunft, Bürgerliste und Junge Union seien von den Zahlen „völlig überrascht“ worden. Was sie fordern

Der Schock sitzt tief. Vom größten Defizit im Krankenhausbetrieb des Landkreises Dillingen für das Jahr 2019 wurden die Kreisrätinnen und Kreisräte von CSU, Zukunft, Bürgerliste und Junge Union im Sommer 2020 völlig überrascht. So steht es in der offiziellen Pressemitteilung der Partei. Bei 6,6 Millionen Euro liegt aktuell das Minus für die Häuser in Dillingen und Wertingen. Am Ziel, dass die Krankenhäuser in kommunaler Hand bleiben, wolle man festhalten. Glücklicherweise gibt es ein Beispiel, wo ein Landkreis in vergleichbarer Größe mit zwei Standorten seit Jahren kostendeckend arbeite und sogar die Landkreisschulden tilgen konnte. Diese Tatsache, von der die Kreisräte 2019 beim gemeinsamen Besuch im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erfahren haben, sei eine Ermutigung, es genauso zu tun.

Vergangenen Donnerstag hatten sie sich zu einer gemeinsamen Beratung zusammengefunden, um vom Geschäftsführer der Klinik Altmühlfranken Christoph Schneidewi, aus erster Hand zu hören, wie es möglich sei, ohne Defizite auszukommen und zugleich eine optimale Krankenhausversorgung anzubieten. Das Beeindruckende an den Ausführungen war laut Pressemitteilung, dass an beiden Standorten Weißenburg sowie Gunzenhausen eine Notfallaufnahme betrieben wird. Dies setzt voraus, dass an beiden Häusern eine Innere und eine chirurgische Abteilung tätig ist. Die Vorsitzenden der vier Fraktionen, Johann Popp, Thomas Häußler, Bernhard Knötzinger und Manuel Knoll wollten wissen, wie ein solches Zwei-Standort-Konzept wirtschaftlich arbeiten kann. Schneidewin führte aus, dass man keine Doppelvorhaltungen habe: so gibt es eine klare Aufgabenteilung sowohl bei der Chirurgie wie in der inneren Medizin. Bei anderen Fachbereichen werden Doppelvorhaltungen ebenso vermieden, steht es in der Pressemitteilung.

Ein weiterer entscheidender Aspekt sind die großen Anstrengungen im Rahmen der Ausbildung von Nachwuchskräften an beiden Standorten, ein hervorragendes Betriebsklima, so dass man sich die Besten aussuchen könne, und die hohe Akzeptanz der Häuser in der Region dank ihres bürgerfreundliches Services. Interessant ist auch die Rechtsform – die beiden Krankenhäuser werden als ein kommunales Unternehmen betrieben, was einiges vereinfacht. Die Ausführungen fanden einhellige Zustimmung, die Kreisrätinnen und Kreisräte von CSU, Zukunft, Bürgerliste und Junger Union sehen hier zahlreiche positive Ansätze, die man dringend aufgreifen muss, denn der Landkreis schränke seine Entwicklung mit dem ständigen Anwachsen der Defizite in großem Maße ein.

„Wir brauchen“, so war man sich einig, „als einziger Landkreis in Schwaben, der zum Raum mit besonderem Handlungsbedarf erklärt wurde, dringend finanzielle Spielräume, um die Ausbildung der Jugend, Sanierung der Schulen, und den ÖPNV für alle zukunftsgerecht gestalten zu können“, steht es in der Pressemitteilung. (pm)

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