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Lauingen/Giengen
10.06.2021

Schwitzen für hungernde Menschen in Madagaskar

Marion Höpfner aus Lauingen und Roland Uffinger sind die beiden Vorsitzenden des Vereins Auxilium und die Organisatoren des virtuellen Auxilium-Laufs.
Foto: Höpfner

Der Giengener Verein Auxilium startet eine Lauf-Aktion für die Menschen in Madagaskar, die derzeit unter einer schlimmen Hungersnot leiden. Dabei kann jeder mitmachen und helfen.

Trauminsel im indischen Ozean mit einzigartiger Flora und Fauna. Der zweitgrößte Inselstaat der Welt könnte ein Traumziel für Touristen sein. Stattdessen gehört Madagaskar zu den allerärmsten Regionen, die diese Welt hat. Schwierige politische Verhältnisse, hohe Kinder- und Müttersterblichkeit, weit verbreiteter Analphabetismus, schlechte medizinische Versorgung, immer wieder endemische Ausbrüche von Krankheiten wie Pest und Lepra. Die Liste der Probleme, mit denen das Land zu kämpfen hat, ließe sich fortsetzen. Das größte Problem, das Madagaskar schon lange, aber in diesem Jahr besonders trifft, ist die Hungersnot der Menschen.

Wegen extremer Dürre haben Bauern kaum Erträge

Durch eine extreme Dürrephase im Süden der Insel haben die Bauern sehr wenig oder keine Erträge. Vertreter der Welthungerhilfe und anderer Hilfsorganisationen vor Ort berichten von schrecklichen Zuständen. Wie immer in solchen Situationen sind es die Kinder, die am meisten leiden. Die letzten Heuschrecken, die noch ein bisschen Nährstoffe liefern konnten, sind aufgebraucht, die Mütter bereiten mitunter Mahlzeiten aus Kakerlaken und Lehm zu, um die Mägen der Kinder mit irgendetwas füllen zu können, wird berichtet.

Schon seit vielen Jahren unterstützt der in Giengen ansässige Verein Auxilium das Projekt von Pater Stefano Scaringella auf Madagaskar. Der italienische Mediziner und Kapuzinerpater lebt und arbeitet seit rund 40 Jahren in Madagaskar. Nach Entsendung auf die Mission arbeitete er zunächst in einem Lepra-Dorf, dann gründete er eine Klinik und schließlich gab er verwaisten und verwahrlosten Kindern einen Zufluchtsort. Im Jahr 1984 erfolgte die Gründung des Kinder- und Waisenhauses in Ambanja, einer Kleinstadt im Norden Madagaskars. Inzwischen werden knapp 200 Kinder und Jugendliche von Pater Stefano und seinem Team betreut. Rund 130 Kinder leben im Kinder- und Waisenhaus in Ambanja, über 70 Jugendliche leben in der Hauptstadt Antananarivo und besuchen weiterführende Schulen oder machen eine Ausbildung.


Immer wieder findet er pragmatische Lösungen für die vielen Probleme. Aufgrund der guten weltweiten Vernetzung Pater Stefanos war die Situation in den von ihm betreuten Häusern bisher noch erträglich. Aber auch von dort erreichte die Vorsitzende von Auxilium, Marion Höpfner (Lauingen), nun ein alarmierender Hilferuf. Auxilium unterstützt bereits seit einigen Jahren die Arbeit von Pater Stefano. Viele Leser unserer Zeitung haben durch den Verein ebenfalls bereits in Madagaskar geholfen. Konkret heißt dies 2021:

  • Übernahme der laufenden Kosten für das Kinder- und Waisenhaus in Ambanja, das im Herbst 2020 erweitert wurde, um der gestiegenen Zahl verwaister und schutzbedürftiger Kinder zu genügen, sowie für die Jugendhäuser in Antananarivo.
  • Finanzierung des Milchpulvers: zur Zubereitung von Milchmahlzeiten und Milchflaschen für die Kleinsten (Milchpulver wird zur Zubereitung von hochkalorischen Mahlzeiten für unterernährte Kinder benötigt)
  • Wahrung der Sicherheit von Pater Stefano, dessen Team und der Kinder und Jugendlichen

Im vergangenen Jahr, kurz nach Ausbruch der Pandemie, riefen die Vorsitzenden von Auxilium, Marion Höpfner und Roland Uffinger, den ersten virtuellen Auxilium-Lauf ins Leben. Die Idee: Sponsoren spenden für jeden Kilometer, den die Teilnehmer des Laufs zurücklegen, einen Euro an den Verein. Der leitet das so gesammelte Geld ohne Abzüge unmittelbar an Pater Stefano nach Madagaskar weiter. Auch dort kommt jeder Cent den Kindern zugute, ohne Verluste für Verwaltung, Bürokratie oder an Mitverdiener.

Der Lauf findet zum zweiten Mal statt

Am Wochenende, Samstag und Sonntag, 19. und 20. Juni, findet der Lauf zum zweiten Mal statt. Vom Kind bis zum Senior kann jeder mitmachen und helfen. Unter Beachtung der geltenden Corona- und Hygienemaßnahmen kann alles, was an den beiden Tagen gelaufen wird, eingereicht werden. Dafür einfach einen Nachweis der gelaufenen Kilometer an Auxilium schicken. Die für die gelaufenen Kilometer benötigte Zeit ist unerheblich, einzig die Strecke zählt. Auch mit dem Rollstuhl zurückgelegte Strecken zählen. Als zusätzliches Schmankerl für die Läufer winkt den erwachsenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit den meisten zurückgelegten Kilometern eine Kiste Lauinger Braumadl-Bier. Die Gewinner werden nach dem Laufwochenende bekannt gegeben. (mit pm)

So funktioniert es: Die Sponsoren spenden für jeden gelaufenen Kilometer einen Euro – jeder einzelne Kilometer erhöht die Spende für die Kinder in Madagaskar. Nachweis der gelaufenen Strecke zum Beispiel durch Screenshot einer Tracking-App, einem Foto der aufgezeichneten Strecke auf der Lauf-Uhr oder Ähnlichem per Mail an info@auxilium-hilft.de, per WhatsApp an die Nummer 0175/4533882 oder via Facebook unter facebook.com/auxilium.hilft bis spätestens Sonntag, 20. Juni 2021, 23.59 Uhr melden. Weitere Infos unter www.auxilium-hilft.de

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