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Höchstädt

27.06.2019

Made in Höchstädt: 70 Jahre Grünbeck

Der Chef und sein Organisationsteam für den Tag der offenen Tür bei Grünbeck in Höchstädt (von links): Matthias Wunn, Lorena Harlander, Günter Stoll und Johanna Öxler auf dem Balkon der Kantine mit Blick auf das Werksgelände.
Bild: Simone Bronnhuber

Plus Seit 70 Jahren gibt es die Firma Grünbeck. Das Unternehmen wächst und wächst – nur die B16 bremst es aus.

70 Jahre ist es her, dass Josef Grünbeck eine Firma gründete. „Wasserchemie und Apparatebau“ nannte er die Einzelfirma. Er und seine Ehefrau Loni haben die Firma Grünbeck jahrzehntelang geprägt. Bis heute. Das Paar hat den Grundstock für den heutigen Erfolg der Wasseraufbereitungsfirma gelegt. Aber wie viel Grünbeck steckt nach 70 Jahren noch in Grünbeck drin? Einer, der es weiß, ist Dr. Günter Stoll.

Er ist seit fast einem Vierteljahrhundert im Höchstädter Unternehmen tätig, seit vielen Jahren ist er der Geschäftsführer. Wir haben ihn zum Interview getroffen. Denn Grünbeck feiert seinen runden Geburtstag nicht nur mit den Mitarbeitern, sondern auch mit einem großen Tag der offenen Tür am kommenden Sonntag, 30. Juni, von 10 bis 17 Uhr. Gemeinsam mit einem Organisationsteam, mit Lorena Harlander, Johanna Öxler und Matthias Wunn an der Spitze, sollen „sich alle bei uns wohlfühlen“, sagt Stoll. Dafür hat sich das Grünbeck-Team einiges einfallen lassen.

Sie feiern nicht nur am Sonntag, sondern schon am Samstag.

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Stoll: Richtig – und zwar wollten wir ganz bewusst nur mit unseren Mitarbeitern und den Mitarbeitern unserer Werksvertretungen feiern. Das war uns sehr wichtig. Erst am Sonntag öffnen wir für Gäste unsere Türen.

Öxler: Es kommen rund 750 Mitarbeiter. Es wird ein geselliger Abend und es gibt auch eine Showeinlage, aber die wird nicht verraten. Außerdem haben wir einen kleinen Rückblick in Bild und Film vorbereitet.

Stoll: Bei der Recherche sind wir auf richtige Schätzchen gestoßen. Wir haben Bilder entdeckt, die wir so nicht auf dem Schirm hatten. Auch alte Anlagen. Ich habe ja immer schon gesagt, dass wir irgendwann ein Grünbeck-Museum aufmachen. Aktuell sind wir dabei, den Fundus auszubauen. (lacht)

Wie viele Mitarbeiter hat Grünbeck?

Stoll: 2010 waren es 450, heute sind es bereits 630. Die letzten Jahre haben wir gewaltig an Personal aufgestockt.

Öxler: Man kann sagen, dass es von Quartal zu Quartal mehr werden.

Das Gelände müsste komplett überplant werden, aber...

Ist auf dem Gelände in Höchstädt überhaupt noch Platz für mehr Mitarbeiter?

Stoll: Wir platzen aus allen Nähten. Produktion, Logistik und die Bürogebäude sind zu klein oder teilweise veraltet. Wir haben vor einigen Jahren ein angrenzendes Grundstück mit rund 41 500 Quadratmetern dazugekauft, die dortigen Hallen werden schon komplett genutzt. Irgendwann brauchen wir eine komplette Überplanung des gesamten Geländes – mit allem Drum und Dran. Wir reden dann von einer Investition im zweistelligen Millionenbereich. Aber momentan sind die Planungen zurückgestellt.

Weil nicht klar ist, wo die Umgehungsstraße B16 neu verlaufen soll, oder?

Stoll: Ja. Wir brauchen als Firma Grünbeck gewisse Standortfaktoren, die uns Forschung, Entwicklung und Produktion in Höchstädt ermöglichen. Wir haben innovative Produkte und dafür brauchen wir eben hartes Wasser. Wir leben unter anderem von Enthärtungsanlagen. Dabei geht es auch um unsere Qualitätssicherung. Wir haben Wünsche und Bedürfnisse für unsere zukünftigen Standortfaktoren, die wir ganz klar kommuniziert haben.

Würde wieder eine Bahntrasse realistisch werden, wäre das ein Problem?

Stoll: Ja, das wäre extrem schwierig für unseren Standort, aber daran denke ich nicht. Ich bin ein optimistischer Mensch.

Was schätzen Sie am Standort in Höchstädt?

Stoll: Wir produzieren hier, und das ist uns wichtig. Wir halten am Produktionsstandort Deutschland fest. Natürlich wäre es einfacher und billiger, im Ausland produzieren zu lassen. Aber was ist mit sozialer Verantwortung? Ich schätze es zudem, dass wir bei auftretenden Problemen schnell am Ort des Geschehens sind und so im Team reagieren können. Die Prämisse: Wir müssen weltweit konkurrenzfähig sein.

Schaut man die Umsatzzahlen und die Mitarbeiterentwicklung an, dann ist das in den vergangenen Jahren gut gelungen. Woran liegt das?

Stoll: Wir haben einen Strauß an Maßnahmen, der für den Erfolg verantwortlich ist. Angefangen von unserem Markenprozess über ein komplett neues Produktdesign bis hin zu Optimierungen bei unserer Lieferfähigkeit und den ganzen Restrukturierungsmaßnahmen. Die Nachfrage nach unseren Produkten und Anlagen ist derzeit enorm. Das geht nur dank unserer fleißigen Mitarbeiter. Es ist ein hart erarbeitetes Wachstum, das anhält und kein kurzer Effekt ist.

Öxler: Was viele nicht wissen: Wir verkaufen nicht direkt an Endverbraucher, sondern über Fachgroßhändler und Fachhandwerker, die dann wiederum die Endverbraucher bedienen.

Nicht nur die Firma hat einen runden Geburtstag

Nicht nur die Firma Grünbeck hat dieses Jahr einen runden Geburtstag. Auch Sie, Herr Stoll, können feiern. Seit fast 25 Jahren sind Sie im Betrieb.

Stoll: Das ist nicht wichtig, die Firma geht immer vor.

Bis vor Kurzem hatten Sie noch einen zweiten Geschäftsführer. Sven Suberg, der verantwortlich für Vertrieb, kaufmännischen Bereich und Personal war, hat nach rund eineinhalb Jahren das Höchstädter Unternehmen verlassen. Woran lag es?

Stoll: Es gab strategische Differenzen und unterschiedliche Ansichtspunkte bei der Unternehmensführung. Unser Beirat ist ganz, ganz nah an der Geschäftsführung dran, und so ist die Entscheidung gefallen.

Wird die Stelle neu besetzt?

Stoll: Aktuell gibt es keinen zweiten Geschäftsführer, sondern eine erweiterte Geschäftsleitung, die hervorragend arbeitet. Im Herbst wird der Beirat grundsätzlich entscheiden, wie es weitergeht. Ich habe noch einige Jahre zur Rente. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, einen Generationenwechsel einzuläuten. Jeder muss ersetzbar sein, alles andere wäre in einer Firma wie Grünbeck fatal. Wir haben bei uns genügend Führungskräfte, die sich zu hundert Prozent mit dem Unternehmen identifizieren.

Das Programm am Tag der offenen Tür

Das Programm am kommenden Sonntag, 30. Juni, geht von 10 bis 17 Uhr und sieht unter anderem vor: Frühschoppen mit Blaskapelle Donauklang, Street-Food-Feeling mit Fingerfood, Firmenführungen mit Einblicken in die Produktion, Auftritte von Tanz- und Taekwondo-Gruppen, Singer-Songwriter Paul Clayton, Autogrammstunde mit zwei Spielern des FC Augsburg, Slackline-Show und Übungseinheiten für Kids, Showakrobatik mit Gaukler-Truppe aus Laupheim, Handpan-Spieler und Percussionist Flip Taal, Hüpfburg, Märchenerzählerin, Kinderschminken und vieles mehr. Außerdem gibt es Grünbeck-Infostände und Grünbeck-Versuche zu sehen. Weitere Infos sowie Anfahrtsplan und Parkmöglichkeiten gibt es unter www.gruenbeck.de.

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