1. Startseite
  2. Lokales (Dillingen)
  3. Mal sanft, mal atemberaubend

Konzert

06.07.2019

Mal sanft, mal atemberaubend

Das Newton-Saxofon-Quartett bei seinem Konzert auf Schloss Haunsheim: (von links) Sebastian Oberbauer, Laetitia Schwende, David Jäger und Andreas Hüüs.
Bild: Michael Hofmann

Das Newton-Saxofon-Quartett bietet auf Schloss Haunsheim viel Abwechslung

Einen stimmungsvolleren Einstieg in sein Konzert auf Schloss Haunsheim konnte sich das Newton-Saxofon-Quartett kaum wünschen. Bühne und Zuschauerreihen liegen noch im Schatten der alten Mauern, und ein leichter Lufthauch weht zu den schwebenden Klängen der Barocksuite „Air“ durch den Innenhof des Schlosses.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Mit sanften Klangfarben von Sopran- und Tenorsaxofon, Alt und Bariton – Instrumenten, die erst gut 100 Jahre nach Johann Sebastian Bachs berühmter Komposition „Air“ gebaut wurden –, interpretieren die vier Musiker den ursprünglich ruhig besinnlichen Streichersatz.

Durch unterschiedlichste Epochen und Genres führt die Programmauswahl der Newtons. Die Orchestersaxofonisten, ausgebildet am Richard-Strauss-Konservatorium München, zeigen dabei die vielfältige, dynamische Ausdruckskraft ihrer Instrumente.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

So umschmeicheln sie in mittelalterlichen Klangfarben von Oboe, Querflöte und Klarinette die „Ungarischen Tänze des 17. Jahrhunderts“ von Ferenc Farkas, um kurz darauf den pompösen Charakter der „Bohemian Rhapsody“ mit einer flotten Saxofonversion aufzufrischen.

Schon fast atemberaubend ist das Tempo beim „Libertango“ des Argentiniers Astor Piazzolla. Dann wieder lässt die Musik der Newtons das Publikum Anteil nehmen an Michael Nymans Schmerz über den Tod seines Freundes Tony, stellt aber auch mit hoch anspruchsvollen Tempo- und Rhythmuswechseln bei Nigel Woods „Schwarzer Tänzer“ und „Rotonda“ gängige Hörgewohnheiten infrage.

Mühelos wechselt das Newton-Saxofon-Ensemble zwischen Barock und Ragtime, von Sinfonie zu Minimal Music. Und dabei ist das perfekte Zusammenspiel der vier Saxofonisten nur ein einziges Mal in Gefahr – durch den leichten Wind im Schlosshof, der die Notenblätter durcheinanderweht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren