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Landkreis Dillingen

30.06.2019

Mit Drohnen und Wespen gegen einen Maisschädling

Innerhalb weniger Sekunden ist der mit einem Abwurfssystem ausgerüstete und für jede Flächengröße geeignete Multicopter flugbereit. Über einen Behälter, welcher an dem Multicopter befestigt ist, wird Trichogramma in vollständig biologisch abbaubaren Kapseln abgeworfen. In jeder Kapsel befinden sich etwa 1000 Eier der Trichogramma. Dies ist nicht nur eine bodenschonende, sondern auch eine sehr kosten- und zeitgünstige Methode der Ausbringung.
Bild: Müller

Dillinger Maschinenring bietet Landwirten eine Unterstützung in Form von Luftangriffen an. Eine rein biologische Lösung.

Der Maschinenring Dillingen bietet seinen Mitgliedern eine neue Bekämpfungsmethode gegen den Maiszünsler. Im Landkreis werden 450 Hektar Mais biologisch mit Trichogramma-Schlupfwespen bekämpft.

Der Maiszünsler gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Maisschädlingen weltweit und ist in Bayern auf nahezu allen Maisflächen zu finden. Der Falter legt bis zu 500 Eier in kleinen Gruppen an die Unterseiten der Maisblätter.

Die Raupen vernichten jedes Jahr gewaltige Mengen Mais

Die nach sieben bis 14 Tagen schlüpfenden Raupen fressen sich durch das Mark im Inneren der Maisstängel, wodurch zum einen die Standfestigkeit der Maispflanzen verloren geht und die Maisstängel folglich abknicken und zum anderen große Einbußen im Ertrag von Körnermais entstehen.

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So vernichten nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (FAQ) die Zünslerraupen weltweit jährlich vier Prozent der Maisernte, was dem Nahrungsbedarf von 60 Millionen Menschen entspricht. Neben der chemischen Bekämpfung gibt es laut Pressemitteilung mit der Ausbringung von Trichogramma auch eine sehr effektive biologische Methode, um gegen den Maiszünsler vorzugehen.

Ein Schlupfwespe gilt als natürlicher Feind des Maiszünslers

Die Schlupfwespe Trichogramma brassicae, ein sogenannter Eiparasitoid, ist ein effizienter natürlicher Feind des Maiszünslers. Sie legt ihr Ei in ein Wirtsei (zum Beispiel des Maiszünslers) ab, wodurch der Wirt während der Entwicklung des Parasitoiden im Inneren des Wirtseies abgetötet wird. Bei rechtzeitiger Ausbringung einer großen Anzahl von Trichogramma wird ein sehr hoher Anteil der Eier des Maiszünslers durch die etwa 0,5 Millimeter großen Weibchen parasitiert und damit unschädlich gemacht. Zudem schlüpft aus den parasitierten Eiern eine neue Nützlings-Generation, welche sich wiederum auf die Suche nach weiteren Maiszünsler-Eiern begibt. Die Trichogramma-Schlupfwespen können entweder sehr zeitaufwendig per Hand oder innerhalb kürzester Zeit mithilfe von Drohnen ausgebracht werden. Die kleinen Flugroboter sind mittlerweile die neuen Helfer in der industriellen Landwirtschaft, da diese ein breites Spektrum an Aufgaben übernehmen können. Durch den autonomen Flug sind der jungen Technik kaum Grenzen gesetzt.

Der Multikopter verteilt tausende von Eiern

Innerhalb weniger Sekunden ist der mit einem Abwurfsystem ausgerüstete und für jede Flächengröße geeignete Multicopter flugbereit. Über einen Behälter, welcher an dem Multicopter befestigt ist, wird Trichogramma in vollständig biologisch abbaubaren Kapseln abgeworfen. In jeder Kapsel befinden sich etwa 1000 Eier der Trichogramma. Dies ist nicht nur eine bodenschonende, sondern auch eine sehr kosten- und zeitgünstige Methode der Ausbringung.

„In den nächsten Tagen ist es so weit, wir werden mit der Befliegung der Maisflächen beginnen. Das erste Flugintervall wird vier Tage dauern, dann fliegen wir zwölf Tage später noch einmal“ erklärt Geschäftsführer Werner Müller. „Wir möchten auch die Bevölkerung informieren, dass wir keine verbotenen oder schädlichen Substanzen abwerfen. Auch die Landwirtschaft ist versucht, immer weniger chemische Bekämpfungsmittel einzusetzen und mit den Trichogramma-Schlupfwespen haben wir eine sehr gute Alternative.“ (pm)

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