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Kreis Dillingen

23.04.2015

Nach Hausexplosion: Warum die Leiche erst jetzt identifiziert wurde

Im März war das Haus bei Gundelfingen explodiert.
Bild: Stefan Puchner (dpa)

Mehr als einen Monat nach der Hausexplosion bei Gundelfingen im Kreis Dillingen konnte die gefundene Leiche endlich identifiziert werden. Die Ermittlungen waren sehr schwierig.

Die Frauenleiche, die bei der gewaltigen Explosion eines Wohnhauses in Echenbrunn vor einigen Wochen unter den Trümmern gefunden wurde, ist nun eindeutig identifiziert. Dies teilte die Polizei gestern Nachmittag mit. In der Pressemitteilung heißt es: „Es handelt sich um die 43-jährige Ehefrau des Geschädigten. Über das Generalkonsulat der Volksrepublik China in München konnte über Fingerabdruckvergleiche in ihrem Heimatland die Identität jetzt eindeutig festgestellt bzw. geklärt werden.“

Wie berichtet, gestalteten sich die Ermittlungen für die Kriminalbeamten in Dillingen als sehr schwierig – auch, weil der Ehemann, der 57-jährige Hausbesitzer, lange nicht ansprechbar und vernehmbar war. Er konnte aus den Flammen gerettet werden und wurde schwerstverletzt mit dem Hubschrauber zu einer Münchner Spezialklinik geflogen. Dem Mann, so teilt es die Polizei weiter mit, geht es mittlerweile den Umständen entsprechend gut.

Leiche wurde kurz nach der Explosion geborgen

Was war passiert? Am Dienstag, 10. März, kurz nach 17.30 Uhr ereignete sich in Echenbrunn eine Explosion. Nachbarn und Passanten hörten eine gewaltige Detonation, eine große Druckwelle war zu spüren. Kurz darauf war von dem Wohnhaus, dem ehemaligen „Bierstüble“ in Echenbrunn nicht mehr viel zu sehen. Die 43 Jahre alte Ehefrau, welche sich offensichtlich zum Explosionszeitpunkt ebenfalls im Haus befand, konnte zunächst nicht aufgefunden werden.

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Die Rettungsarbeiten wurden durch anfangs durch ausströmendes Gas erschwert. Durch Absperren diverser Gasleitungen konnten die Löscharbeiten so weit vorangetrieben werden, dass mit den Suchmaßnahmen am Unglücksort begonnen werden konnte. Diese Suchmaßnahmen führten am Mittwoch, 11. März, gegen 3.30 Uhr bei der Freilegung des total zerstörten Hauses zur Auffindung einer weiblichen Leiche.

Die Kriminalpolizei Dillingen und die Kriminalpolizei Augsburg führen die Ermittlungen zur Feststellung der Explosionsursache und zur Identifizierung der Leiche in den vergangenen Wochen durch. Das Haus wurde bei der Explosion vollständig zerstört, mindestens ein Nachbarhaus sowie ein vorbeifahrender Pkw wurden beschädigt.

Nach Hausexplosion: Warum die Leiche erst jetzt identifiziert wurde
88 Bilder
Haus explodiert nahe Gundelfingen
Bild: Karl Aumiller, Mario Obeser, Stefan Puchner, Simone Bronnhuber, Katharina Gaugenrieder

Haus explodierte nach Gasaustritt

Wie berichtet, stellten die Beamten auch die Ursache der Explosion fest: Bei einem Leitungsabzweig, der zum Gebäude führt, wurde eine Beschädigung gefunden, die vermutlich bei Arbeiten auf dem Grundstück mittels eines sogenannten Erdspießes verursacht wurde, so die Polizei.

Beim Einrammen in das Erdreich wurde dabei offenbar die Gasleitung getroffen, was im Laufe der Zeit zu dem Gasaustritt mit den bekannten Folgen führte. Der Verursacher dieser Erdarbeiten ist laut Polizei derzeit noch nicht bekannt und muss nun im Rahmen der weiteren kriminalpolizeilichen Ermittlungen festgestellt werden.

Hinsichtlich des durch die Explosion angerichteten Sachschadens geht die Kripo Dillingen nach neuerlichen Einschätzungen nicht mehr von einem Schaden im sechsstelligen Eurobereich aus, was insbesondere dem Alter und der Beschaffenheit des betroffenen Hauses geschuldet ist.

Der Schaden an den umliegenden betroffenen insgesamt vier Häusern ist eher niederschwellig zu bezeichnen und dürfte mit maximal 10000 Euro anzusetzen sein, auch wenn die Schadenssumme angesichts der Explosion deutlich höher hätte ausfallen können, so die Polizei. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht die Kripo Dillingen von einem tragischen Unglück aus. sb, pm

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