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Entscheidung

31.05.2011

Oblaten-Streit vorerst beendet

Dillinger Waffelfabrik Wetzel darf weiterhin die Bezeichnung „Karlsbader Oblaten“ verwenden

Dillingen Die Erleichterung sei groß, nun könne es weitergehen: Hans Hackspacher, Geschäftsführer der Dillinger Oblaten- und Waffelfabrik Wetzel, ist überglücklich, sagte er gestern gegenüber der DZ. Nach fast fünf Jahren Streit, zeichnet sich nun ein Ergebnis im deutsch-tschechischen Oblaten-Streit ab.

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Der Großteil der EU-Mitgliedsstaaten des Ständigen Ausschusses für geografische Angaben in Brüssel hat vergangene Woche entschieden, dass die runden Gebäckscheiben weiterhin „Karlsbader Oblaten“ heißen dürfen. Vorausgegangen war ein jahrelanges Ringen um die Bezeichnung. „Wir haben zwar nicht das Optimum erreicht, aber das Wichtigste ist, das es uns nicht verboten wurde“, so Hackspacher. Der Kompromiss mit Tschechien sieht vor, dass die tschechische Bezeichnung „Karlovarské oplatky“ als geografische Angabe voraussichtlich geschützt wird, den deutschen und österreichischen Herstellern wird aber eine fünfjährige Frist eingeräumt, in der sie die deutsche Bezeichnung „Karlsbader Oblaten“ verwenden dürfen.

Über Frist hinaus

Firmen, die den Namen markenrechtlich geschützt haben, dürfen den Namen über die Frist hinaus auf den Verpackungen abdrucken. Das trifft auf Wetzel zu. Außerdem können die Hersteller auch prüfen lassen, ob es sich bei „Karlsbader Oblaten“ um eine Gattungsbezeichnung handelt. „Wegen uns können die Tschechen drucken was sie wollen, so lange unsere Oblaten weiter Karlsbader heißen“, sagte Hackspacher. Die Hälfte des Sortiments bei Wetzel besteht aus Oblaten. „Wenn die Entscheidung anders ausgefallen wäre, hätte das unsere Existenz bedroht“, sagte der Geschäftsführer auf Anfrage der DZ. Eine andere Bezeichnung für die „Karlsbader Oblaten“ hätte sich seiner Meinung nach nicht verkauft. „In den vergangenen Jahren haben wir die Bezeichnung schon immer kleiner abgedruckt und Wetzel umso größer. Aber jetzt machen wir es wieder umkehrt.“ Hackspacher will aber noch die endgültige Entscheidung abwarten, die er in den nächsten Wochen erwartet. (sb)

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