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Landkreis Dillingen

25.01.2021

Online-Betrug: Welche Spuren hinterlassen wir im Internet?

Kriminelle versuchen auf unterschiedliche Weisen, sich im Internet zu bereichern. Teilweise werden dabei sensible Daten wie Kreditkarteninformationen abgefragt, teils werden Personen erpresst.
Foto: dpa

Plus Ein Experte aus dem Landkreis Dillingen erklärt Cookies, Datenschutz und Risiken von Click und Collect. Wie wir uns schützen können.

Ein ganz normaler Tagesablauf: im Homeoffice am Laptop arbeiten, hier und da etwas auf Google nachschauen, einkaufen gehen und per Click und Collect im Dillinger Lieblingsladen bestellen. Natürlich zahlt man wegen Corona alles mit Karte. Nebenbei ist für die Corona-Warn-App immer der Standort aktiviert. Dabei hinterlassen wir einige Spuren im Netz. Wir haben uns informiert, was Cookies mit Datenschutz zu tun haben und wie viel von uns im Laufe eines Tages preisgegeben wird.

Cookies sind Daten, die gespeichert werden. Beispielsweise die Schuhe, die man in einem Onlineshop anschaut und doch nicht kauft, aber für die nächsten Tage oder Wochen in den Werbefenstern auf anderen Internetseiten wiederfindet. „Schon durch die Google Suche wird unser Suchverhalten ausgewertet und für Werbung benutzt“, sagt Christian Maushart, kommunaler Datenschutzbeauftragte des Landkreises. „Es ist erstaunlich, wie zuverlässig das funktioniert.“

Jede Internetseite sammelt diese Informationen, manche sind notwendig für die richtige Funktion der Seite, andere für personalisierte Werbung. Dabei muss selbst ausgewählt werden, ob man alle Cookies zulässt oder nur eine Auswahl erlaubt. Wählt man Ersteres, erlaubt man der Seite die personenbezogenen Daten zu speichern und sogar an Dritte weiterzugeben. Es lohnt sich einen kleinen Blick in die Details zu werfen, denn teilweise werden diese Informationen an hunderte Seiten weitergegeben. Ein kleiner Trost: Persönliche Informationen, wie Name, E-Mail-Adresse oder Wohnort können nicht ohne eigenes Zutun ermittelt werden.

Kartenzahlung wird bevorzugt

Um zu vermeiden, dass das eigene Kaufverhalten online festgehalten wird, kaufen manche Menschen lieber lokal und zahlen in bar - denn auch über die EC-Karte wird so manches gespeichert. Aber klappt das während Corona trotz Click und Collect und bevorzugter Kartenzahlung noch? „Ja“, sagt Christian Maushart. „Es müssen zwar vereinzelt persönliche Daten angegeben werden, aber unsere Geschäfte sind vertrauenswürdig und geben diese Daten nicht weiter“, versichert er.

Ein Blick in die Datenschutzinformationen einzelner Dillinger Läden bestätigt das. „Soweit auf unseren Seiten personenbezogene Daten erhoben werden, erfolgt dies, soweit möglich, stets auf freiwilliger Basis. Diese Daten werden ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung nicht an Dritte weitergegeben“, heißt es beispielsweise bei Karins Wäschemoden und Schmuckgeschäft Theo Steur. Die meisten Cookies würden nach Ende des Besuchs gelöscht, andere auf dem eigenen Gerät gespeichert, bis man sie selbst löscht.

Sicherheit der Corona-Warn-App

Man kann sich aber bereits vor dem Benutzen einer Seite oder App schützen, indem man einstellt, welche Daten genutzt werden können. Für den Standort, den die Corona-Warn-App benötigt, um das Risiko zu ermitteln, heißt das: Die Berechtigung für alle Apps, die den Standort währenddessen nicht ermitteln sollen, ausschalten. Christian Maushart rät: „Ein gesundes Misstrauen ist durchaus angebracht. Am besten kauft man bei verifizierten Shops ein.“ Damit schütze man sich darüber hinaus vor Betrugsmaschen.

Am Donnerstag, 28. Januar, ist der 40. Jahrestag der europäischen Datenschutzkonvention. 1981 wurde damit der Grundstein für eine Vielzahl datenschutzrechtlicher Regelungen geschaffen. Erst 37 Jahre später wurde diese modernisiert. Seit dem 25. Mai 2018 existiert eine Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die in der Europäischen Union und dem europäischen Wirtschaftsraum einheitliche Regelungen zum Umgang mit personenbezogenen Daten vorgibt.

Herausforderungen des Datentransfers

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat veranstaltet gemeinsam mit verschiedenen Datenschutzbehörden am Donnerstag, 28. Januar, von 13 bis 16.30 Uhr eine Online-Konferenz. Es wird verschiedene Vorträge und Diskussionen rund um die Herausforderungen des internationalen Datentransfers geben. Eine Anmeldung ist bis Dienstag, 26. Januar, per E-Mail an convention108@bmi.bund.de möglich.

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