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Gundelfingen

08.07.2020

Platzproblem: Die Kindergärten in Gundelfingen sind voll

Bild: dpa (Symbol)

Plus Sowohl die St.-Martins- als auch die Montessori-Einrichtung wünschen sich mehr Platz. Die beengten Verhältnisse würden teils zu „chaotischen Situationen“ führen. Und jetzt?

Es ist knapp zwei Jahre her, dass in Gundelfingen das Thema Kinderbetreuung besonders in den Fokus gerückt ist. Damals schlugen Vertreter des Montessori-Kinderhauses auf der Bürgerversammlung Alarm. „Wir sind in Raumnot, es muss dringend etwas geschehen“, appellierte Heidemarie Hitzler, die Einrichtungsleiterin, in Richtung Stadt. Sie und Beteiligte des Kinderhauses hatten eine Initiative auf die Beine gestellt und knapp 300 Unterschriften gesammelt, um ihren Wunsch nach einer Erweiterung zu unterstreichen und den Ausbau von Krippenplätzen zu befördern.

Von der Initiative hat man seit jener Bürgerversammlung wenig gehört. Das Thema ist aber nach wie vor aktuell. Nicht nur das Montessori-Kinderhaus, sondern auch der Kindergarten St. Martin klagen über Platzmangel, der – verbunden mit einer hohen Nachfrage nach Kinderbetreuung – zu Herausforderungen führt. Die Kirchenverwaltung der Kirchenstiftung St. Martin, die die Trägerschaft über die beiden Kindertagesstätten innehat, spricht von einer „mangelnden räumlichen Situation in beiden Häusern“. Diese schlage sich vor allem bei den Ruheräumen und der Mittagsverpflegung in „teils chaotischen Situationen“ oder auch mangelnden Räumlichkeiten für das Personal nieder. „Aber auch Themen wie Anzahl und Verteilung der Kita-Plätze sowie der Umgang mit der wachsenden Zahl an Migrationskindern bereits in der Kinderkrippe sind ein Thema, das zunehmend Probleme aufwirft und Lösungen fordert“, heißt es in der Pressemitteilung der Kirchenstiftung.

Sorgen bei Gundelfinger Bürgermeisterin vorgetragen

Um die Situation zu verdeutlichen, fand vor kurzem ein Ortstermin in beiden Einrichtungen statt. Die Kindergartenreferentinnen der Kirchenverwaltung, Elke Lohner und Alexandra Finck, schilderten zusammen mit den Leiterinnen, Heidemarie Hitzler und Stefanie Hanl, ihre Sorgen gegenüber Bürgermeisterin Miriam Gruß sowie den Fraktionen des Stadtrats. Man wünsche sich eine intensivere Kommunikation zwischen Kirchenverwaltung als Träger und politischer Gemeinde, um den Bedarf junger Familien nach einer geeigneten Betreuung und einer ausreichenden Anzahl von Plätzen gerecht werden zu können, so die Kirchenverwaltung.

Die Ausgangslage in den beiden Einrichtungen ist verschieden. Der St.-Martins-Kindergarten wird einen Anbau bekommen, in dem eine neue Krippengruppe Platz findet. Wäre alles nach Plan verlaufen, hätte das Bauvorhaben bereits fertig sein können. Doch die Arbeiten verzögerten sich – und konnten bis heute noch nicht begonnen werden. Für den Kindergarten bedeutet diese Verzögerung, dass eine Gruppe weiterhin provisorisch im Turnraum untergebracht ist. Dort wurde mithilfe einer Holzwand ein abgetrennter Bereich geschaffen, um vorübergehend Platz für Kinder zu schaffen.

Die Lage im Montessori-Kinderhaus

So lange der Anbau nicht fertig ist, bleibt das Provisorium und somit auch die Platznot bestehen. Laut Kirchenverwaltung beginnt der Anbau für eine weitere Krippengruppe (Bauabschnitt eins) Anfang September, und soll bis Ende Juni 2021 abgeschlossen sein. In diesen Räumen kommt dann die „Igel-Gruppe“ unter, die seit Februar vergangenen Jahres im Turnraum untergebracht ist. Die neuen Räumlichkeiten sollen spätestens zum neuen Kindergartenjahr 2021/22 bezogen werden. Im zweiten Bauabschnitt geht es um die Errichtung eines Speisesaales und Schlafraumes für die Kindergartenkinder, wozu die derzeitigen Lagerräume umgebaut werden. Beginnen soll dieser Abschnitt im Oktober diesen Jahres, und Ende Juli 2021 fertig sein. Als Lagerräume werden dann Fertiggaragen errichtet.


Bild: Schopf (Archiv)

Etwas anders ist die Lage im Montessori-Kinderhaus St. Franziskus. Deren Beteiligte wünschen sich schon lange einen Anbau und eine zusätzliche Krippengruppe – was auf der Bürgersammlung 2018 mehr als deutlich wurde. Mittlerweile steht fest, dass das Kinderhaus keine zusätzliche Krippengruppe bekommen wird – zur Enttäuschung der Beteiligten. Dafür mangelt es vor Ort an Platz, erklärt Bürgermeisterin Miriam Gruß. Sie weist jedoch darauf hin, dass die Stadt in den vergangenen vier Jahren 110000 Euro in das Kinderhaus investiert hat. Und auch für die nächsten Jahre sei bereits Geld für die Einrichtung eingeplant.

Brandschutz muss erneuert werden

Momentan gibt es dort beispielsweise einen Raum, der – aus Mangel an Alternativen – sowohl zum Malen, zum Essen als auch für Personalbesprechungen herhalten muss. Heißt in der Praxis: Die Mitarbeiter müssen während ihrer Treffen auf kleinen Kinderstühlen Platz nehmen. Auch der „Stilleraum“, eine Art Schuppen im Garten, muss vielfältig genutzt werden, etwa zum Schlafen, Musik machen oder Feste feiern. Um diesen Raum überhaupt offiziell nutzen zu dürfen, musste er zuletzt brandschutztechnisch ertüchtigt werden. Dafür waren die Räumlichkeiten laut Hitzler mehr als zwei Jahre geschlossen, was die Platznot verschärfte – immerhin ist dieser Raum nun wieder vorhanden.

Zukünftig wird es zwar keine neue Gruppe geben, trotzdem soll die Platzsituation verbessert werden. Dafür sind momentan zwei Varianten angedacht, schildert Hitzler. Zum einen könnte der Innenhof überdacht werden und der Raum zum Essen genutzt werden. Zum anderen ist ein Anbau im Norden im Gespräch. Ob und wie ein solches Vorhaben umgesetzt werden könnte, ist noch unklar.

So oder so wird die Betreuungssituation in Gundelfingen wohl entlastet werden. In den Räumlichkeiten des Rosenschlosses sollen zwei Kindergarten- und zwei Kinderkrippengruppen entstehen. Noch ist das Projekt nicht in trockenen Tüchern, betont Bürgermeisterin Gruß. Der Bauantrag wird derzeit noch beim Landratsamt geprüft. Was neben der Kinderbetreuung in das Schloss ziehen wird – möglicherweise ein Angebot für betreutes Wohnen – steht ebenfalls noch nicht endgültig fest. (mit pm)

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