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Bürgerbegehren

11.11.2019

Scheitert das Projekt „Albertus-Park“?

So könnte das Einkaufszentrum im Lauinger Osten aussehen – falls es wirklich gebaut wird. Ein Bürgerbegehren will das allerdings verhindern.
Foto: Hahn-Gruppe

Plus Der Investor steckt beim Lauinger Einkaufszentrum noch in der Planung. Doch die Grünen könnten das Vorhaben verhindern: Sie wollen bald eine Unterschriftenliste abgeben.

Das geplante Einkaufszentrum im Lauinger Osten hat jetzt einen Namen. Wie Projektentwicklerin Stephanie Szyrba vom Investor Hahn-Gruppe im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, wird das Projekt „Albertus-Park“ genannt. Der Name sei zwar noch nicht endgültig, aber der bisherige Favorit. „Wir verstehen das als Würdigung der Stadt und ihres Stadtvaters“, erklärt sie.

Was sich außerdem in den vergangenen Monaten getan hat

Auch abseits der Namensgebung hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan: Die Investorgruppe, die das 35000 Quadratmeter große Grundstück an der Dillinger Straße bereits 2016 gekauft hatte, hat ihr bisheriges Konzept in Teilen nochmals überarbeitet. Als Mieter der insgesamt 4500 Quadratmeter großen Verkaufsfläche seien nach wie vor der Drogeriemarkt dm, Vollsortimenter Edeka und der Discounter Lidl geplant.

Bei einer Stadtratssitzung im Juli hieß es, Letzterer würde dafür seine nicht weit entfernte Filiale im Gewerbegebiet aufgeben. Mit zwei weiteren Mietinteressenten stehe die Hahn-Gruppe zudem derzeit in Verhandlungen. Nähere Infos wollte Szyrba dazu aber nicht machen. Zudem wollen die Investoren neben zahlreichen Grünflächen auch ein „soziales Projekt“ in Form eines Bike-Parks verwirklichen. „Der Radweg nach Dillingen ist direkt nebenan, da passt das gut hin“, sagt Szyrba.

Warum das Projekt in Lauingen nicht nur Zustimmung erntet

Von Anfang an wurde das Vorhaben in Lauingen hitzig diskutiert. Als Argument dagegen ist immer wieder zu hören, dass das Projekt dem Handel in der Innenstadt schade. Schon der Stadtrat gab dem Vorhaben im Juli nur mit knapper Mehrheit von 13:10 Stimmen grünes Licht. Bürgermeisterin Katja Müller (CSU) stimmte damals dafür, die CSU-Fraktion selbst jedoch dagegen. Seither hat sich der Widerstand verfestigt. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen organisierte in den vergangenen Monaten ein Bürgerbegehren, um das Vorhaben zu stoppen.

Das könnte nun von Erfolg sein. Wie deren Vorsitzender Engelbert Kigele auf Nachfrage sagt, habe man rund 1800 Unterschriften gegen das Einkaufszentrum gesammelt. „Wir rechnen damit, dass 200 davon wegfallen, weil sich manche mehrfach eingetragen haben“, sagt er. Das Endergebnis entspräche rund 20 Prozent der Wahlbeteiligten. Das sei ähnlich viel wie beim Volksbegehren Artenschutz im Frühjahr. Damit ein Bürgerbegehren Erfolg hat, müssen neun Prozent der Wahlberechtigten unterschreiben. In Lauingen entspricht das rund 750 Unterschriften. Stichtag ist jedoch der Tag der Abgabe. Angesichts dessen scheinen die Grünen zwar ihr Ziel erreicht zu haben, endgültig entscheiden wird sich das aber erst nach der Prüfung durch die Verwaltung.

Wie es nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren weitergeht

Als man bei der Hahn-Gruppe vom Bürgerbegehren erfahren hat, habe man mit Erstaunen reagiert, sagt Pressesprecher Marc Weisener. „Wir gehen davon aus, dass das ein gutes Projekt für Lauingen ist“, begründet er diese Reaktion. Auch der Investor selbst habe von den Bürgern viel positives Feedback bekommen. Klarstellen wolle er zudem: „Wir wollen nicht als Investor auftreten, der irgendwo weit weg sitzt und das Projekt durchdrücken will.“ Zugleich sei man aber überzeugt, mit dem Einkaufszentrum die Stadt zu beleben, ohne ein Konkurrent zur Innenstadt zu werden.

Pläne, wie es im Falle eines Erfolgs des Bürgerbegehrens weitergehen soll, gibt es bei der Hahn-Gruppe offiziell noch nicht. Aus dem Bürgerbegehren wollen die Verantwortlichen trotzdem Konsequenzen ziehen: „Wir müssen das Projekt besser vorstellen“, sagt Szyrba. Noch vor Weihnachten sei deshalb eine Veranstaltung geplant, bei der der Investor das Projekt genauer präsentieren will und Bürger alle Fragen stellen können, die sie beschäftigen. Was mit dem Gelände im Falle eines Erfolgs des Bürgerbegehrens geschehen soll, darüber könne man bei der Hahn-Gruppe noch nichts sagen. Auch die Grünen haben dazu keine Antwort. Kigele sagt auf Nachfrage: „Das ist nicht unser Problem.“ Immerhin sei das Areal Privatgrund. Er verweist aber auf die „sehr guten Böden“, die es vor Ort gebe. „Es ist nicht sinnvoll, das zuzupflastern,“ betont er. Für das Areal könne man auch eine andere Verwendung finden, die aus seiner Sicht ökologisch freundlicher sein sollte.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar unseres Autors:

Projekt „Albertus-Park“: Nun kommt es auf den Stadtrat an

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