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09.07.2010

Sie will andere zu den Erfahrungen der Stille führen

Sie will andere zu den Erfahrungen der Stille führen
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Sie will andere zu den Erfahrungen der Stille führen

Lauingen Auf der "religiösen Landkarte" der Diözesanregion Donau-Ries ist sie eine feste Größe: Die Lauingerin Gisela Schröttle ist weithin bekannt als Referentin für religiöse Besinnungs- und Einkehrtage. Wir sprachen mit der Lauingerin über ihren Dienst in der geistlichen Begleitung und Erwachsenenbildung.

Nicht nur das Programm Ihrer Besinnungsangebote, auch Ihr darin abgedruckter Werdegang bestechen durch Vielfalt. Nach neun Jahren als Anwaltssekretärin haben Sie einen Neuanfang gewagt. Wie kam es dazu?

Gisela Schröttle: Obwohl es mir in der Anwaltskanzlei gut gefallen hat, habe ich mit 25 Jahren den Entschluss gefasst, beruflich etwas zu machen, das mich in direkten Kontakt mit Menschen bringt. Damals war ich in der katholischen Jugend als Gruppenleiterin tätig, und Diakon Zeller fragte mich, ob ich mir nicht vorstellen könnte, an der FH München Religionspädagogik zu studieren. Diesen Schritt habe ich gewagt.

Es folgte ein Studium der Theologie, Philosophie, Germanistik in München, Tübingen, Fribourg und Paris

Sie will andere zu den Erfahrungen der Stille führen

Gisela Schröttle: Ja, denn mit der Zeit habe ich immer mehr gespürt: Theologie ist das, was mich wahnsinnig packt! Deshalb entschied ich mich, vom Lehramtsstudium ins Fach Diplom-Theologie zu wechseln.

Sie haben auch eine ganze Reihe an Zusatzausbildungen absolviert, unter anderem in Psychologie, geistlicher Begleitung und Ignatianischen Exerzitien. Was ist das Besondere an Ignatianischer Spiritualität?

Gisela Schröttle: Ein wichtiger Leitsatz des Ignatius von Loyola heißt "Gott suchen und finden in allen Dingen". Religiöses Leben findet nicht nur im Raum der Kirche, im Gottesdienst statt, sondern gerade auch hier und heute im Alltagsleben.

Sie begleiten Menschen, die nach religiösen Angeboten suchen. Inwieweit helfen Ihnen Ihre eigenen Lebenserfahrungen, deren Fragen und Nöte zu verstehen?

Gisela Schröttle: Eigene Lebens- und Glaubenserfahrungen sind mir wichtig, um mich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Ich begleite auch Menschen, die in beziehungsweise an der Kirche leiden, und weiß nicht, ob ich diese Leute verstehen könnte, ohne auch schon ähnliche eigene Erfahrungen gemacht zu haben.

Worin sehen Sie die Aufgabe geistlicher Begleitung in der Zukunft?

Gisela Schröttle: Es geht darum, Erfahrungen mit der Stille zu machen. Viele Menschen haben Angst davor. Aber gerade in der Stille können Dinge aus dem Inneren des Menschen emporkommen: Verletzungen, Trauer, Angst, Schwächen und Fehler, aber auch Freude, Hoffnung und Zuversicht. Menschen sollen erfahren, dass sie sich mit all dem an Gott wenden dürfen, damit er sie verwandelt. Es sind Heilungs- und Befreiungserfahrungen, wie sie auch in den Evangelien beschrieben werden. Wer sich darauf einlässt, wird stimmiger mit sich selbst. Jesus Christus ist die Grundlage dieser Befreiung.

Man könnte Ihre Angebote also als "spirituelle Tankstellen" bezeichnen …

Gisela Schröttle: Das wünsche ich mir. Wesentlich ist mir, dass ich in meinen Besinnungsangeboten die Texte der Bibel in einen direkten Bezug zum Leben bringe. Es geht dabei nicht um spirituellen Hochleistungssport. Spiritualität und Beten meint: einfach da sein dürfen vor Gott, die leisen Töne hören lernen, unterscheiden können: Wo zieht es mich hin, was dient dem Leben, was nicht? Ich bin der Überzeugung: Leib, Geist und Seele bilden eine Einheit. Darauf sind meine Angebote aufgebaut.

Welche Veranstaltungen stehen demnächst auf dem Programm?

Schröttle: Die 20. Bibel- und Rucksackwanderung am 17. Juli in Unterliezheim. Anmeldungen dafür werden gerne entgegengenommen.

Weitere Informationen zu den Angeboten: www.bistum-augsburg.de/ba/dcms/sites/bistum/dioezese/pfarreien/regionen/ donauries/stellen.html, oder bei Gisela Schröttle: gisela.schroettle@gmx.de, Telefon 09072/3440.

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