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Landkreis Dillingen

25.05.2019

So lange wartet man in Dillingen und Wertingen in der Notaufnahme

Mehr als 35000 Patienten kommen pro Jahr in die Notaufnahmen der Kreiskliniken Dillingen und Wertingen. Dort wurde nun ein neues System etabliert.
Bild: Jakob Stadler (Symbolfoto)

In den Kreiskrankenhäusern in Dillingen und Wertingen wurde ein neues System etabliert. Jährlich kommen dort mehr als 35.000 Patienten an.

Die Notaufnahmen der Kreiskliniken in Dillingen und in Wertingen haben ein neues System zur Ersteinschätzung bei allen Notfallpatienten etabliert.

Im Laufe eines Kalenderjahres kommen über 35000 Patienten in die zentralen Notaufnahmen der Kreiskliniken Dillingen-Wertingen. Damit insbesondere die Hochrisikofälle noch schneller erkannt und behandelt werden können, findet seit diesem Monat ein neues Ersteinschätzungssystem, das sogenannte Triage-System nach ESI (Emergency Severity Index), in den zentralen Notaufnahmen Anwendung.

Hochrisikofälle sollen schneller identifiziert werden

„Die Einführung des Triage-Systems ist notwendig, um bei höheren Patientenzahlen in den Notaufnahmen Hochrisikofälle noch schneller zu identifizieren“, teilt Dr. med. Wolfgang Geisser, Ärztlicher Direktor, Chefarzt der Dillinger Abteilung Anästhesie und Intensivmedizin und häuserübergreifender Projektleiter „Notfallversorgung bei den Kreiskliniken“, mit.

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Demnach gibt es verschiedene Triage-Systeme, welche zur Abschätzung der Behandlungsdringlichkeit eines Notfallpatienten dienen. „Wir haben uns bei den Kreiskliniken für das internationale Triage-System Emergency Severity Index, kurz ESI, entschieden, das als fünfstufiger Triage-Algorithmus die Behandlungsdringlichkeit definiert“, so Geisser in einer Pressemitteilung. Bei diesem System würden zunächst Patienten mit hoher Behandlungsdringlichkeit identifiziert, für die anderen werde nachfolgend eine Gruppenzuordnung – nicht Behandlungsreihenfolge – aufgrund des voraussichtlichen Ressourcenbedarfes festgelegt.

Patienten werden nach Dringlichkeit der Verletzung behandelt

Der größte Vorteil der Triage sei die noch schnellere Erkennung von Hochrisikofällen, ein weiterer Vorteil die transparente Einschätzung der Wartezeit. Diese Transparenz helfe auch dem Personal in den Notaufnahmen dabei, den Überblick zu behalten und die Patienten der Dringlichkeit ihrer Verletzung entsprechend zu behandeln.

Nach der Anmeldung am extra ausgewiesenen Triageplatz sichtet ein erfahrener und speziell qualifizierter Mitarbeiter den Notfallpatienten und stuft ihn seinem Zustand entsprechend in eine der fünf Dringlichkeitsstufen des Triage-Systems ein. So werden Patienten mit lebensbedrohlichen Verletzungen vorrangig behandelt. Patienten mit leichteren Erkrankungen müssen, je nach Auslastung der Notfallaufnahmen, gegebenenfalls Wartezeiten in Kauf nehmen. Nach dieser Einschätzung und der Anzahl an Notfallpatienten mit höheren Dringlichkeitsstufen richtet sich die Wartezeit der einzelnen Patienten.

Information über die voraussichtliche Wartezeit

Jeder Patient erfährt bei der Ersteinschätzung seine voraussichtliche Wartezeit.

Damit kann je nach Umfang der diagnostischen Maßnahmen und Anzahl der Patienten in den Behandlungsräumen der Aufenthalt auch mal länger dauern.

Geschäftsführer Uli-Gerd Prillinger und Dr. Geisser sind sich mit Landrat Leo Schrell einig, dass „wir mit der Einführung des Triage-Systems ESI unter Berücksichtigung der steigenden Patientenzahlen in unseren zentralen Notaufnahmen unserer wachsenden Verantwortung in den Bereichen des medizinischen Qualitäts- und Risikomanagements innerhalb der Patientenversorgung gerecht werden können.“

Auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern könnte man so effizienter gestalten und eine multiprofessionelle Arbeitskultur fördern. (pm)

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