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19.04.2015

So viele Grippefälle wie noch nie

Von der Grippe war der Landkreis in diesem Jahr besonder betroffen. Deswegen wird empfohlen, sich auf jeden Fall impfen zu lassen.
Bild: Marcus Merk

Der Landkreis war heuer ganz besonders betroffen

Mit 80 gemeldeten Grippefällen wurden dem Fachbereich Gesundheit des Landratsamtes Dillingen so viele Fälle wie nie zuvor seit Einführung der Meldepflicht gemeldet. Dieses vorläufige Fazit zieht die Leiterin des Fachbereichs, Dr. Uta-Maria Kastner, zum Abschluss der Grippe-Saison 2014/2015. Die jährliche Grippewelle (saisonale Influenza) beginnt in aller Regel in den Wintermonaten Januar/Februar und dauert durchschnittlich 3-4 Monate. „Mit zunehmend frühlingshaften Temperaturen ebbt die Welle erfahrungsgemäß ab“, betont Dr. Kastner. So werde derzeit nur noch ein geringer Anteil der akuten Atemwegerkrankungen durch Influenzaviren verursacht. Die Zahl der aktuellen Erkrankungen sei auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau.

Im Vergleich zum relativ schwachen Verlauf im Vorjahr wurde die diesjährige Grippewelle auch in der Bevölkerung als besonders schwerwiegend empfunden. Wie jedes Jahr erkrankten überwiegend Kinder und jüngere Menschen zwischen 20 und 40 Jahren an der Grippe, wobei die Arbeitsausfälle teilweise gravierend waren.

In jeder Grippesaison zirkulieren verschiedene Grippeviren, die in der Regel durch die jährlich aktualisierten Referenzimpfstämme des Grippeimpfstoffs erfasst werden.

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Der Virus Subtyp A-(H3N2) und gegen Ende der diesjährigen Grippesaison auch der Typ Influenza B hatten sich in ihren Genmustern so stark verändert, dass auch geimpfte Personen erkrankten. Im Landkreis Dillingen wurden 14 Fälle (sechs Influenza A, acht Influenza B) gemeldet, die trotz Impfung erkrankten. Dennoch profitierten die überwiegend älteren Menschen mit einem deutlich schwächeren Krankheitsverlauf trotzdem von der Impfung.

Die Weltgesundheitsorganisation hat auf die Veränderung der Genmuster sofort reagiert. So enthält der für die Saison 2015/2016 bereits entwickelte Impfstoff neue Impfstämme für Influenza-A und Influenza-B-Viren.

Dr. Kastner betont, dass der beste Zeitpunkt für eine Grippeschutzimpfung der Herbst sei. Angesichts der anhaltend hohen Zahl von Masernerkrankungen in Bayern und der 2015 auch im Landkreis Dillingen neu aufgetretenen Krankheitsfälle bittet Kastner die Bevölkerung, die gute Möglichkeit der Vorbeugung durch Impfungen zu nutzen. Von schwer verlaufenden Masernerkrankungen seien nicht nur Kinder, sondern auch zunehmend Jugendliche und junge Erwachsene betroffen, die entweder gar nicht oder nicht ausreichend geimpft seien.

Deshalb empfiehlt Dr. Kastner, den Impfschutz beim nächsten Arztbesuch überprüfen zu lassen und fehlende Impfungen nach den Vorgaben der ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut zu ergänzen.

Wie jedes Jahr werden Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Gesundheit ab Mai 2015 in allen 6. Schulklassen Impfbücher einsehen, den Impfstatus der Schülerinnen und Schüler im Landkreis erfassen und auf Impflücken aufmerksam machen. (pm)

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