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Höchstädt

25.11.2019

Stadtpfarrkirche Höchstädt: Wann passiert endlich was?

Die Sanierung der Höchstädter Stadtpfarrkirche verzögert sich um mindestens ein halbes Jahr. Jetzt soll der Bauausschuss der Diözese im Frühjahr über das Millionenprojekt entscheiden. Das Foto zeigt lockere Gewölberippen.
Foto: Berthold Veh

Plus Die Renovierung der Höchstädter Stadtpfarrkirche verzögert sich – mindestens um ein halbes Jahr.

Stadtpfarrer Daniel Ertl hat seit einigen Monaten eine besondere Aufgabe. Der Seelsorger darf seinen „Schäfchen“ nicht nur die Frohe Botschaft verkünden, sondern muss auch immer wieder über die Renovierung der Höchstädter Stadtpfarrkirche referieren.

Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass den Gläubigen von oben Gewölberippen auf den Kopf fallen, ist vor fast genau einem Jahr aus Sicherheitsgründen ein Gerüst in der Kirche aufgestellt worden (Höchstädter Stadtpfarrkirche muss geschlossen werden). Der Start der Sanierung lässt aber immer noch auf sich warten.

Immer wieder fragen die Kirchgänger, wann die Sanierung startet

Und deshalb wird Ertl in diesen Tagen immer wieder gefragt: „Ja, passiert denn hier immer noch nichts?“ Zuletzt hatte der Geistliche darauf verwiesen, dass die Kirchensanierung im Frühjahr 2020 starten soll. Doch dieser Termin wird sich nun verschieben. Ertl sagt: „Wir rechnen mit dem Beginn der eigentlichen Renovierungsarbeiten nun im Herbst 2020.“

Zu einem bestimmten Termin soll alles abgeschlossen sein

Für die Sanierung der Höchstädter Stadtpfarrkirche stehen Kosten von 3,6 Millionen Euro im Raum. Das Gotteshaus soll zu seinem Weihejubiläum in neuem Glanz erstrahlen: 1523, also vor 500 Jahren, wurde die mächtige Stadtpfarrkirche, die zusammen mit dem Schloss zu den herausragenden Bauwerken Höchstädts zählt, eingeweiht.

Und zu diesem Jubiläum, so der Plan, sollte die Kirche in neuem Glanz erstrahlen. Bei den Voruntersuchungen hatten Experten allerdings festgestellt, dass Gewölberippen locker sind (Warum sind die Gewölberippen der Höchstädter Kirche locker?).

Bei der Wandlung des Weins in das Blut Christi: Stadtpfarrer Daniel Ertl versieht seinen Dienst mit Andacht und Konzentration, auch wenn der Sonntag bei ihm ein eng getakteter Arbeitstag ist.

Ertl zog deshalb die Notbremse und ließ das Gotteshaus vorübergehend absperren. Seit Weihnachten des vergangenen Jahres werden die heiligen Messen nun in der eingerüsteten Kirche gefeiert. Handwerker sind aber immer noch nicht auf der Baustelle zu sehen.

In diesem Herbst sollte das Projekt im Bauausschuss der Diözese Augsburg abgesegnet werden. Jetzt sind aber weitere Voruntersuchungen und Ermittlungen nötig, wie Stadtpfarrer Ertl mitteilt.

Ein Gerüst ist in der Höchstädter Stadtpfarrkirche aufgestellt worden. Es sorgt dafür, dass keine Gewölbeteile nach unten fallen können. Wie lange es stehen wird, ist derzeit noch unklar. Spätestens 2023 soll die Restaurierung des Gotteshauses abgeschlossen sein.

Nächste Ausschusssitzung ist im Frühjahr. Das Bistum Augsburg will das Projekt offensichtlich auf einen längeren Zeitraum strecken, denn für den Bauetat der Diözese stellt Höchstädt mit knapp vier Millionen Euro einen gewaltigen Brocken dar.

Seit einem Jahr schauen die Gottesdienstbesucher auf das Gerüst

Das Landesamt für Denkmalpflege möchte aber über ein Gesamtprojekt entscheiden. Von der Behörde braucht die Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt die Berechnung des denkmalpflegerischen Mehraufwands für die Aufstellung eines Haushalts, denn danach richtet sich die Höhe anderer Zuschüsse. Über die Methode, mit der die Gewölberippen gesichert werden, sei ebenfalls noch nicht entschieden worden. „Die Gottesdienstbesucher haben sich jetzt ein Jahr lang das Gerüst angeschaut, sie wollen wissen, wann es mit der Sanierung losgeht“, teilt Ertl mit.

Das Bistum wird etwa 70 Prozent der Kosten aus Kirchensteuermitteln bezahlen. Darüber hinaus rechnet die Kirchenstiftung mit staatlichen und städtischen Mitteln.

Bis auf Weiteres ist die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Höchstädt gesperrt. Untersuchungen haben ergeben, dass Teile des Gewölbes locker sind.
Foto: Daniel Ertl

Und der Rest soll durch Spenden aufgebracht werden. In der Pfarrgemeinde sind verschiedene Aktionen zugunsten der Kirchenrenovierung angelaufen. Die Kolpingsfamilie Höchstädt hat Theater gespielt und wird den Erlös aus den Aufführungen für diesen Zweck zur Verfügung stellen. „Kolping Höchstädt versteht sich als ein Teil der Kirche“, sagt Vorsitzender Karlheinz Hitzler. Im Altar des Gotteshauses befinde sich eine Reliquie Adolph Kolpings. Das Miteinander mit Präses Ertl sei hervorragend.

Auch eine Kollekte soll für die Sanierung verwendet werden

Die Kirchenverwaltung hat beschlossen, dass eine Kollekte am Sonntag oder an einem Feiertag für die Sanierung verwendet wird. Ertl betont, dass Spenden „zu 100 Prozent in die Renovierung fließen und nicht in das Gerüst“. Denn die Kosten für die längere Standzeit würden vollständig durch das Bistum Augsburg getragen.

Ob die Stadtpfarrkirche bis zum Weihejubiläum saniert ist? Das sei „eine gute Frage“, sagt Ertl. Möglicherweise könne nicht alles gemacht werden, was im Vorfeld angedacht wurde. Das Wichtigste sei der erste Bauabschnitt mit der Sanierung des Dachstuhls und der Gewölbeschale sowie dem Innenanstrich. Dies allein werde etwa zwei Millionen Euro kosten.

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