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Höchstädt

03.04.2017

Übrigens: Hanf ist gar keine Blume

Musikkabarettist und Wortverrenker Michi Marchner gab ein Gastspiel in Höchstädt.
Bild: Horst von Weitershausen

Der Schwabinger Michi Marchner gastierte in Höchstädt. Sein Programm ist nicht nur lustig.

„Live hard, die young“ das war wohl die Devise einiger berühmter Künstler wie Amy Winehouse, Jimmy Hendrix, Jim Morrison, Brian Jones oder Janis Joplin.

Doch für Michi Marchner ist dies kein Lebensmotto, wie er bei seinem Auftritt im SSV Vereinsheim Pfalz-Neuburg Stuben in Höchstädt dem Publikum gesteht. Gerade mal 50 und kein Ende abzusehen, stürzt er sich mit seinem Programm „Die Besten sterben jung“ auf die Fragen der Gegenwart. Die Zeit als Blumenkind-Hippie hätte er gerne erlebt, als man für sinnfreie Kommunikation noch nicht zwingend Whatsapp benötigte. Wobei bei strenger Betrachtung Hanf gar keine Blume ist. „Klar, wer jung stirbt, spart sich jede Menge Rücken- und Knieprobleme, Arthrosen und Inkontinenzen – aber er verpasst halt auch das Beste.“

Seine Themen sind Liebe, Freude, Tod und Irrsinn, Tiefe, Leidenschaft, Spaß und Entgleisung, wie er sagt, „was sicherlich auch gut zur SPD passt“, die ihn ja für dieses Gastspiel eingeladen habe. Kleine und große Lieder singt er, „geschrieben unter dem Motto „es lebe das Mittelmaß“ für Vegetarier und Griller. Dazwischen ruft er nach einem Döner auf dem Wirsing- und Sauerkraut-Planeten und streut ein depressives Liebeslied ein, „was sicherlich zur SPD passt“.

Übrigens: Hanf ist gar keine Blume

Marchner ist mit seinen 50 Jahren nun an dem Punkt angekommen, wo auch er sich eingesteht, dass er Probleme mit der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit hat. „Schatz, kannst du bitte mal die Nummer am Handy wählen, ich hab schon das dritte Mal mein Ohr fotografiert“. Die Probleme der älteren Generation mit dem technischen Fortschritt haben es ihm angetan. Früher sei eben doch alles anders gewesen. „Da hatte nicht jeder sein eigenes Handy, sondern es gab nur ein einziges Telefon in der Familie und auch nur einen gemeinsamen Deoroller“, scherzt der Schwabinger..

Sein Tipp an alle Leidensgenossen: Man müsse sich eben mit der jungen Generation arrangieren, zum Beispiel so: „Ich mähe für meinen Nachbarsjungen den Rasen und dafür lädt er mir Updates runter.“ Marchner träumt einen Traum: Einmal vor ganz großem Publikum zu spielen. Groupies die ihm BHs und Slips auf die Bühne werfen und vor Verzückung schreien: „Michi, ich will ein Kind von dir.“ Seine Antwort wäre: „Das könnt ihr haben, ich hab eh genug davon.“ Dann wieder ein Themenwechsel, bei dem es um die schleichende Jägerfeindlichkeit in Bayern geht. Bis er wieder seinen roten Faden aufgreift: „Wer schon einmal einen guten Lammrücken gegessen hat, der stimmt mir zu: Die Besten sterben jung.“

Viel Beifall in den Pfalz-Neuburg Stuben für den Feinripp-Unterhosen-Typ. Ohne weitere zwei Zugaben war ein Ende nicht erlaubt.

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