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Dillingen

26.03.2020

Unterricht zuhause: Herausforderungen für Eltern, Schüler und Technik

Unterricht zuhause: In dieser ungewohnten Situation müssen Eltern ihre Kinder besonders betreuen – und lernen vielleicht selbst noch etwas.
Bild: Silvia Marks, dpa (Symbol)

Plus Zum Schutz vor dem Coronavirus sind seit vergangener Woche auch im Landkreis Dillingen alle Schulen geschlossen. Das bringt Herausforderungen mit sich. Für viele Schüler ist der Alltag lockerer.

Unterricht zu Hause: Dieser ungewohnten Situation müssen sich Lehrer, Schüler und Eltern seit vergangener Woche stellen – seit zum Schutz vor dem Coronavirus Schulen geschlossen wurden. Doch wie läuft diese Form der Wissensvermittlung eigentlich für alle Beteiligten?

Eine beliebte Plattform, um den Schülern Unterrichtsmaterialien zukommen zu lassen, ist Mebis. Dort gab es zu Beginn einige Probleme aufgrund der plötzlichen hohen Belastung. „Das war eine enorme Herausforderung an das System“, sagt Bernhard Hof, Schulleiter des Gymnasiums Wertingen. Zudem gab es einige Hackerangriffe.

Die erste Woche war nicht einfach

Für die Lehrkräfte in Wertingen gibt es eine Präsenzzeit, außerdem seien sie telefonisch oder über weitere Kommunikationssysteme erreichbar. „Allen Beteiligten ist klar, dass wir uns in einer wirklichen Ausnahmesituation befinden und wir nur durch gemeinsames Handeln, Kooperation und Toleranz das Beste daraus machen können“, sagt Elternbeiratsvorsitzende Sandra Petter. Dennoch sieht sie einige Schwierigkeiten.

Unterricht zuhause: Herausforderungen für Eltern, Schüler und Technik

So sei die erste Woche aufgrund der Probleme mit Mebis nicht einfach gewesen. Daraufhin wurden die Materialien über andere Plattformen wie Schul-Cloud und ESIS-Cloud, kurz für Eltern-Schüler-Informations-System, verteilt. „Die Arbeitsmaterialien und Aufgaben auf verschiedenen Lernplattformen zur Verfügung zu stellen, ist nur der zweitbeste Weg“, stellt Petter bereits nach einer Woche fest. Außerdem sei das Lernen zuhause gerade bei jüngeren Kindern schwer, oft müsse erst ein Verständnis für die Situation geschaffen werden.

„Am Gymnasium Wertingen sind wir in der guten Lage, dass es seit mehr als zehn Jahren bereits eine Laptop-Klasse ab der Mittelstufe gibt“, sagt die Elternbeiratsvorsitzende. Zudem sei die Digitalisierung durch engagierte Lehrkräfte in den einzelnen Klassen gefördert worden. „Die Kooperation der gesamten Schulgemeinschaft ist sehr groß“, fasst sie ihren Eindruck der ersten Woche zusammen.

Lehrer und Schüler stehen über E-Mail in Kontakt

Auch die Josef-Anton-Schneller-Mittelschule Dillingen arbeitet über Mebis. Außerdem wurden Materialien verteilt. „Der Kontakt läuft sehr gut“, sagt Rektor Markus Reutter. Eventuelle Nachfragen seien bisher immer geklärt worden. So stehen Lehrer und Schüler auch über E-Mail in Kontakt, etwa um die Aufgaben zu korrigieren. „Manchen Lehrkräften fallen immer wieder neue Mittel und Wege ein“, erklärt er lachend. Es werde alles getan, um in Kontakt zu bleiben.

Systembetreuer Jochen Ruf führt das noch aus. So seien noch fehlende E-Mail-Adressen erfragt worden, einige Lehrkräfte fahren die Materialien sogar aus. „Das Team bei Mebis hat wahnsinnig gearbeitet“, sagt er über die Plattform. Aufgrund der zusätzlichen Belastung seien einige Systembetreuer, auch er selbst, für die Beantwortung der Fragen in der Hotline hinzugezogen worden. Viele riefen an, um sich über die Bedienung beraten zu lassen. „Dann schalte ich mich auf den PC und versuche, das zu erklären“, beschreibt er seine Aufgabe.

Für die Schüler ist alles etwas lockerer

„Man muss schon schauen, dass die Kinder ihre Zeit sozusagen absitzen“, erklärt Elternbeiratsvorsitzende Martina Gruber. Dennoch sei alles viel lockerer, zum Beispiel könne man später aufstehen oder öfters Pausen machen. Tochter Marie, die dieses Jahr ihren Abschluss macht, arbeite sehr selbstständig: „Das macht das Ganze leichter.“ Bei einigen Bekannten, die jüngere Kinder haben, gebe es mehr Probleme.

Marie Gruber findet die Situation insgesamt nicht schlimm, die Aufgaben werden in passender Menge gestellt und sorgten für einen guten Ausgleich. „Die Materialien kontrollieren wir selbst oder lassen sie kontrollieren.“

Die Entscheidung, die Abschlussprüfungen nach hinten zu verlegen, begrüßt sie: „Dann können wir den Stoff nachholen.“ Allerdings betrifft dies nur einen Teil der Prüfungen. Für den praktischen Teil in den Profilfächern müsse noch eine Lösung gefunden werden, meint Rektor Markus Reutter.

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