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Lauingen/Bächingen

12.07.2020

Urlaubsparadies Heimat: Entlang der Brenz bis an die Grenz‘

Vor diesem idyllischen Stauwehr teilt sich die Brenz von Bächingen kommend in zwei Arme. Die nördliche Brenz fließt von hier aus gesehen rechts unter der sogenannten „Rialtobrücke“ (nicht im Bild) hindurch nach Gundelfingen.
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Vor diesem idyllischen Stauwehr teilt sich die Brenz von Bächingen kommend in zwei Arme. Die nördliche Brenz fließt von hier aus gesehen rechts unter der sogenannten „Rialtobrücke“ (nicht im Bild) hindurch nach Gundelfingen.

Plus Eine Radrunde von der Lauinger Donau in Richtung Württemberg und durchs Pfannental – mit Flüssen und Feldern, Wiesen und Wäldern. Kuriositäten liegen an der Strecke.

Eine körperliche Grenzerfahrung ist diese Radtour nicht. Dafür ist sie zu kurz und auch für den Gelegenheitsradler zu entspannt. An eine Grenze führt die hier beschriebene Runde aber dennoch.

Nämlich von der Lauinger Donau die Brenz entlang zum westlichsten Ende Bayerisch Schwabens im Landkreis Dillingen nach Bächingen – wo direkt dahinter Württemberg beginnt. Unterwegs gibt es auf 28 Kilometern idyllische Flusslandschaften, Wiesen, Wälder und die eine oder andere kleine Überraschung zu sehen.

Urlaubsparadies-Serie (5): Mit dem Rad entlang des Flusses

Los geht es damit schon nach wenigen Kilometern in Faimingen. Wer sonst nur im Auto auf der alten oder neuen B16 am Lauinger Ortsteil vorbeirauscht, der wird nie das „Mader-Denkmal“ an der Dorfstraße bemerken.

Mader-Denkmal

Errichtet vom Lauinger Künstler Martin Vincent Barfuß für die legendäre Wirtin neben ihrem inzwischen verwaisten Wirtshaus. Gleich dahinter liegt links der Apollo-Grannus-Tempel. Kein Geringerer als Roms Kaiser Caracalla erbat dort im Jahr 212 die Heilung seiner Leiden. Der Name des Tempels kommt vom römischen Gott der Heilkunst Apollo und dem keltischen Quell- und Badegott Grannus. Am Faiminger Ortsausgang in Richtung Gundelfingen-Echenbrunn findet sich eine weitere Seltenheit: ein Fahrradschlauch-Automat!

"DIe Bleiche": Von zwei Flussarmen der Brenz umrahmt

In Gundelfingen gibt es nicht nur eine Brenz, sondern gleich drei davon. In so vielen Armen greift der kleine Fluss förmlich nach der Gärtnerstadt. „Die Bleiche“ liegt südlich der Innenstadt zwischen zweien diese Flussarme. Das heuer hier geplante historische Bürgerfest fiel den Corona-Beschränkungen zum Opfer. Kurz vor ihrer Vollendung stehen dagegen die Renovierungsarbeiten am Kriegerdenkmal.

Und schon führt die Strecke wieder aus Gundelfingen heraus – durch den Schnellepark über den Sägplatz und am leider geschlossenen Automobilmuseum vorbei. Nur der Blick auf einige wenige Oldtimer-Exponate im Außenbereich ist hier über den Zaun hinweg möglich. Von schattigen Bäumen gesäumt wird anschließend der Radweg zum Stauwehr und über die sogenannte „Rialtobrücke“ in Richtung Bächingen. Der Fluss ist hier teils renaturiert und gesäumt von kleinen Altwassern und Tümpeln.

Bächingen: Das "Scharfe Eck" als Rastplatz

In Bächingen bietet das „Scharfe Eck“ eine Rastmöglichkeit, ehe es weiter geht zur Umweltstation „Mooseum“ in den ehemaligen Stallungen des Bächinger Schlosses. Seit 2003 wird dort in Führungen Wissenswertes über die Brenzauen und das Donaumoos vermittelt. Durch das Mooseum-Freigelände, dessen Hof und Garten, radeln wir weiter zum Brenzufer und via VfB-Sportgelände zur Medlinger Straße.

„Mooseum“

Nur am Rande erwähnt sei an dieser Stelle eine weitere Kuriosität: Gleich hinter dem Bächinger Grenzweg liegt, bereits auf württemberger Gebiet, die Firma Röhm. Deren südlichste Halle wiederum wird von der Grenze zu Bayern förmlich durchschnitten. Was aber gut unterrichteten Quellen zu Folge keine negativen Auswirkungen auf die Produktion hat …

Bis nach Baden-Württemberg radeln

Wir radeln jedoch bereits längst in Richtung Medlingen. Wer den Blick zu sehr voraus auf dessen prächtige Kirche richtet und dabei versehentlich links von der Straße abkommt, der landet im Graben – und damit in Baden-Württemberg. Die Grenze verläuft hier haarscharf entlang der Straße. Hinter Untermedlingen folgt die einzige knackige Steigung der ganzen Tour. Eine Anstrengung, die aber wenig später mit einem erfrischenden Radler für den Radler im Pfannental-Haus belohnt wird.

Der Autor dieses Beitrags mit einem Radler im Pfannentalhaus.

STRECKENINFO

  • Start/Ziel: Marktplatz Lauingen
  • Tourlänge: ca. 28 Kilometer
  • Dauer: Rund zwei Stunden mit dem Fahrrad
  • Streckencharakter: Flach bis auf einen knackigen Anstieg zum Wald hinter Medlingen; überwiegend Radwege, teils gute Feldwege und wenig befahrene Nebenstraßen
  • Wegbeschreibung: Vom Lauinger Marktplatz zur Donaubrücke; am Donau-Nordufer entlang in westlicher Richtung bis zur Brenzmündung; durch Faimingen; Echenbrunn; in Gundelfingen über die Bleiche bis zum Sägplatz; der Brenz entlang nach Bächingen; auf der Medlinger Straße Richtung Obermedlingen; am Ortsende von Untermedlingen der kleine Straße Richtung Haunsheim folgend nördlich in den Wald hinein; im Wald nach ca. einem Kilometer scharf rechts auf den Weg zum Pfannental-Haus; via Veitriedhausen nach Lauingen
  • Einkehrmöglichkeit: „Scharfes Eck“ in Bächingen; Pfannentalhaus (Donnerstag Ruhetag); Gastronomie am Lauinger Marktplatz


„Wir bleiben zu Hause!“ – ist für viele noch immer ein Gebot der Corona-Krise. Reisen ins Ausland sind noch nicht möglich. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und Natur und Kultur vor unserer Haustür angeschaut. In der Serie „Urlaubsparadies Heimat“ berichten wir darüber.

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